Nullrunde beim Bürgergeld: Diese Auswirkungen hat sie auf Rentner
VonJuliane Reyle
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Die Bundesregierung beschließt eine Nullrunde beim Bürgergeld. Das hat auch Folgen für Rentner. Diese bekommen auf mehreren Wegen zu spüren.
Die Nachricht über die geplante Nullrunde beim Bürgergeld-Regelsatz im Jahr 2026 hat für Aufruhr gesorgt. Was viele dabei nicht bedenken: Diese Entscheidung trifft nicht nur erwerbsfähige Personen, sondern auch eine wachsende Gruppe von Rentnern, die neben ihrer monatlichen Rente auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind.
Warum die Bürgergeld-Nullrunde auch Rentner trifft
Wenn der Regelsatz stagniert, während die Preise steigen, bedeutet das für viele Rentner einen dramatischen Verlust an Lebensqualität. Deshalb trifft die Nullrunde beim Bürgergeld auch Rentner und vor allem diejenigen, die in ihrem Ruhestand Bürgergeld beziehen. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund berichtet, dass die Bürgergeld-Nullrunde vor allem die Menschen am Existenzminimum mit aller Härte trifft.
Hier sind die wichtigsten Gründe:
Grundsicherung als letztes Netz: Immer mehr Rentner sind auf dieGrundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angewiesen. Ihre reguläre Rente reicht schlichtweg nicht aus, um die monatlichen Lebenshaltungskosten zu decken, erklärt auch rentenbescheid24.
Gleiche Regeln: Die Höhe der Grundsicherung ist direkt an den Regelsatz des Bürgergelds gekoppelt. Wenn der Bürgergeld-Regelsatz im Jahr 2026 nicht erhöht wird, bleibt auch der Satz der Grundsicherung unverändert.
Die Lücke wächst: Diese fehlende Anpassung ist kritisch, da die Lebensmittelpreise, wie agrarheute.com berichtet, aber auch die Energiekosten und Mieten weiter steigen. Was für andere Einkommensgruppen eine Herausforderung ist, wird für Grundsicherungsempfänger zur Existenzkrise.
Im Gegensatz zum Bürgergeld sieht es für die Rente aktuell besser aus. Eine Modellrechnung des jüngsten Rentenversicherungsberichts von Mai-Post hat ergeben, dass die Rentenerhöhung im Jahr 2026 voraussichtlich 3,37 Prozent betragen wird. Generell soll es in einigen Bereichen ab 2026 mehr Geld geben.
So spüren Rentner die Nullrunde beim Bürgergeld
Spätestens beim Verzicht auf Grundbedürfnisse bekommen Rentner die Nullrunde beim Bürgergeld zu spüren: Die finanzielle Lücke zwingt Betroffene schnell zum Verzicht. Fleisch, Käse oder andere teurere Lebensmittel werden oft zur Seltenheit. Viele sind darauf angewiesen, bei Tafeln anzustehen, um ihren Grundbedarf an Lebensmitteln zu decken. Doch auch bei den Tafeln sieht es eng aus, denn Supermärkte sollen dank moderner KI-Technik weniger Lebensmittel liefern.
Neben der Ernährung sind aber auch die Kosten für Heizung und Miete eine große Belastung. Eine Nullrunde beim Regelsatz bedeutet, dass die steigenden Heizkosten nicht abgedeckt werden können, was zu einem Dilemma zwischen Heizen und Essen führt. Selbst einfach „wohnen“ kann dann zum Luxus werden.
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Die Entscheidung, den Bürgergeld-Regelsatz einzufrieren, verschärft also die Problematik der Altersarmut in Deutschland. Für Rentner, die bereits am Existenzminimum leben, bedeutet dies eine anhaltende Notlage, die nur schwer zu überwinden ist.
Bürgergeld-Nullrunde und Altersarmut bei Rentnern – was hilft?
Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass die geplante Nullrunde von der Bundesregierung wieder rückgängig gemacht wird. Für betroffene Rentner und ihre Angehörigen ist es daher umso wichtiger, bestehende Hilfsangebote zu nutzen:
Kostenlose Bescheidprüfung: Bescheid über Grundsicherung von Experten prüfen lassen. Oft sind Berechnungsfehler enthalten, die zu einer höheren Leistung führen könnten.
Zusätzliche Hilfen: Über weitere Unterstützungsleistungen informieren, wie zum Beispiel Wohngeld oder einen Zuschuss für einen Schwerbehindertenausweis.