Eintrittsalter an Lebenserwartung koppeln

Rente unabhängig von Lohnentwicklung: CDU-Politiker fordert Reformpaket

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Die Merz-Regierung hat so einige Ideen, um das deutsche Rentensystem zu retten. Doch die Junge Gruppe der Unionsfraktion hat da so ihre eigenen Vorstellungen und Reformpläne.

Alle in Deutschland sind sich einig, dass sich in unserem Rentensystem etwas ändern muss, da die Rente sonst zum Auslaufmodell zu werden droht. Während Ökonom Marcel Fratzscher mit seiner Forderung eines verpflichtenden sozialen Jahrs für Rentner überall auf massive Kritik stößt, werden in der CDU ganz andere Töne laut.

Millionen Rentner und künftige Generationen in Deutschland machen sich finanzielle Sorgen im Alter. (Symbolbild)

CDU-Politiker fordert tiefgreifende Rentenreform einer Kommission

Der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Unionsfraktion im Bundestag, Pascal Reddig, spricht sich für umfassende Veränderungen im deutschen Rentensystem aus. In der Welt nannte der CDU-Abgeordnete vier zentrale Punkte, die aus seiner Sicht dringend angegangen werden müssen. Dieser Jungen Gruppe gehören alle Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU an, die jünger als 35 Jahre sind.

„Eine grundsätzliche Reform ist nötig, die die Lasten fairer auf alle Schultern verteilt, statt die jüngere Generation einseitig zu benachteiligen, wie es derzeit der Fall ist“, warnte Reddig. Man müsse sich darauf einstellen, „länger zu arbeiten“, und sich gleichzeitig „von einigen nicht unbedingt erforderlichen, aber teuren Vorzügen unseres Rentensystems“ trennen.

Eine Rentenkommission soll ab dem Jahr 2026 Vorschläge zur Reform erarbeiten. Erste Maßnahmen hat das Bundeskabinett am 6. August bereits beschlossen: Das Rentenniveau soll bis 2031 bei 48 Prozent gesichert bleiben. Zudem ist eine Verbesserung der Mütterrente für Eltern von vor 1992 geborenen Kindern vorgesehen. Beide Maßnahmen sollen mit Milliarden aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.

Renteneintrittsalter an Lebenserwartung koppeln, Frühverrentung unattraktiver machen

Die umstrittene Rente mit 70 sei eine mögliche Option, erklärte Reddig. Allerdings brauche es dafür eine breite gesellschaftliche Zustimmung und Einigkeit zwischen den Koalitionspartnern. Als möglichen Kompromiss schlug er vor, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, wie dies etwa auch Trigema-Chefin Bonita Grupp anregt, wie echo24.de berichtete. „Wir würden dann zu einer sukzessiven Erhöhung des Renteneintrittsalters kommen“, so CDU-Mann Reddig.

Ein weiterer Punkt betrifft die Frühverrentung. Reddig sprach sich dafür aus, diese durch höhere Abschläge weniger attraktiv zu gestalten. Zudem forderte er, die Rentensteigerungen künftig nicht mehr an die Lohnentwicklung zu koppeln, sondern an die Inflation.

„Das wäre fairer und würde Kosten sparen. Massive Rentensteigerungen, wie wir sie zum Teil in der Vergangenheit erlebt haben, werden in den kommenden Jahren nicht mehr möglich sein, wenn wir nicht wollen, dass das Rentensystem insgesamt kollabiert“, erklärte er.

Nachhaltigkeitsfaktor soll ab 2032 wieder greifen

Abschließend forderte Reddig, den sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor ab 2032 wieder vollständig wirken zu lassen. Bis dahin gilt laut Koalitionsbeschluss eine Haltelinie: Das Rentenniveau soll bei 48 Prozent bleiben. Diese Maßnahme setze den Nachhaltigkeitsfaktor aber de facto außer Kraft, kritisierte Reddig.

Für die Zeit nach 2031 plädierte er nicht nur für dessen Rückkehr, sondern auch für eine Verdopplung. „Damit die Lasten der demografischen Alterung gerecht auf die Generationen verteilt werden“, sagte er. Der Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt bei Rentenanpassungen das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern.

Rubriklistenbild: © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa; IIuliia Zavalishina/Zoonar/Imago; Collage: echo24.de

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