Falsche Anrechnungszeiten

Rente zu niedrig? Diese Fehler im Rentenbescheid kosten bares Geld

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Fehler im Rentenbescheid sind häufiger als man denkt und können sich langfristig stark auf die Rentenhöhe auswirken. echo24.de hat die häufigsten Fehler zusammengefasst.

Wer in den Ruhestand geht, will sich keine Sorgen mehr machen. Doch für einen sorgenfreien Ruhestand sollte die Rente gut vorbereitet sein. Das heißt, das Alters-Einkommen muss beantragt und der Rentenbescheid angefordert werden. Wie lange es ungefähr dauert, bis der Bescheid kommt, darüber hat echo24.de bereits berichtet.

Ist der Rentenbescheid endlich da, sollte er unbedingt auf Fehler überprüft werden. Denn Fehler im Dokument kommen häufiger vor, als manch einer denken mag. Dabei geht es nicht um Kleinigkeiten, sondern um relevante Beträge, die sich langfristig stark auf die Rentenhöhe auswirken können. echo24.de hat die häufigsten Fehler zusammengefasst.

Fehler im Rentenbescheid: Wie Betroffene ihre Rente retten können

Viele Menschen vertrauen darauf, dass ihr Rentenbescheid richtig ist. Schließlich ist die Deutsche Rentenversicherung eine Behörde, die seit vielen Jahren Renten berechnet. Doch genau dieses Vertrauen kann schnell zu Nachteilen führen und im schlimmsten Fall viel Geld kosten. Doch welche Fehler können passieren, die sich tatsächlich auf die Rentenhöhe auswirken? Laut „gegen-hartz.de“ werden unter Umständen Anrechnungszeiten übersehen oder nicht berücksichtigt. Hier ein Überblick:

  • Altersrente: Ausbildungszeiten, Auslandsaufenthalte, Erziehungszeiten
  • Witwen- oder Witwerrente: Selbstständigkeit, unregelmäßige Einkommensspitzen 
  • Vorzeitige Rente: Zu geringe Teilrente, falsche Bemessung bei Erwerbsminderung, nicht angerechnete Pflegezeiten

Wie aus der Auflistung unschwer zu erkennen ist, treten Fehler nicht nur bei der Berechnung der Altersrente auf. Deshalb sollten auch Bezieher von Erwerbsminderungsrenten, Witwen- und Witwerrenten und anderen Rentenarten ihre Rentenbescheide besonders gründlich auf Fehler überprüfen und gegebenenfalls die Rentenhöhe anpassen lassen. Doch was bedeuten die einzelnen Punkte konkret?

Rente zu niedrig? Diese Rentenbescheid-Fehler gibt es bei der Altersrente

Bei der Altersrente werden Ausbildungs-, Auslands- und Erziehungszeiten oft nicht berücksichtigt. Das ist vor allem für Frauen ein großes Problem. Denn Frauen erhalten in Deutschland durchschnittlich mehrere hundert Euro weniger Rente als Männer. Zudem nehmen Frauen deutlich häufiger Erziehungszeiten in Anspruch als Männer.

Im Jahr 2023 war fast ein Viertel aller Mütter mit jüngstem Kind unter sechs Jahren in Elternzeit, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Aus diesen Gründen sollten insbesondere Frauen ihre Rentenbescheide genau prüfen und Rentenlücken rechtzeitig schließen. Wie sich die eigene Rentenlücke berechnen lässt, darüber hat echo24.de bereits berichtet.

Fehler bei Anrechnungszeiten: Darum ist die Witwen- oder Witwerrente oft zu niedrig

Gerade in einer emotional ohnehin schwierigen Situation möchten die Betroffenen sicher sein, dass ihnen zumindest in finanzieller Hinsicht keine Nachteile entstehen. Leider kommt es bei der Berechnung der Hinterbliebenenrente (Witwen- oder Witwerrente) nicht selten zu Fehlern.

Fehler treten vor allem dann auf, wenn der verstorbene Partner selbstständig war und freiwillige Beiträge gezahlt hat. Oder unregelmäßige Einkommensspitzen beziehungsweise starke Einkommensschwankungen hatte. Wird hier etwas übersehen oder falsch berechnet, fällt die Hinterbliebenenrente deutlich geringer aus, als sie eigentlich sein müsste. Betroffene sollten daher alle relevanten Nachweise, insbesondere über freiwillige Beiträge, prüfen und mit den Angaben im Rentenbescheid vergleichen.

Diese Fehler können sich bei der vorzeitigen Rente einschleichen

Besonders ärgerlich sind die Irrtümer bei der Frühverrentung. Wer vorzeitig in Teilrente geht, profitiert eigentlich von der flexiblen Kombinationsmöglichkeit von Rente und weiterem Einkommen. Wird die Teilrente aber zu niedrig angesetzt, gehen Rentenansprüche und damit bares Geld verloren.

Wenn Sie einen Fehler bemerken, sollten Sie sofort Widerspruch bei der Rentenversicherung einlegen. Nur so können Sie eine Korrektur erzwingen.

Bei einer Erwerbsminderungsrente (EM) hängt die Rentenhöhe unter anderem von den letzten Versicherungszeiten und dem Grad der Erwerbsminderung ab. Werden Zeiten falsch eingestuft oder das tatsächliche Leistungsvermögen nicht richtig berücksichtigt, kann die Rente deutlich zu niedrig ausfallen. Erwerbsgeminderte Rentner können sich übrigens über höhere Renten freuen. Denn eine Anpassung der Zurechnungszeit bei der EM-Rente sorgt für ein Plus im Portemonnaie.

Auch wer Angehörige pflegt oder gepflegt hat, erwirbt Rentenansprüche. Diese werden manchmal versehentlich nicht berücksichtigt. Gerade für Frührentner kann das empfindliche Einbußen bedeuten, denn jede angerechnete Pflegezeit kann die Rente erhöhen und die Wartezeit verkürzen.

Rubriklistenbild: © Imago/Juliane Sonntag

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