VonJulia Cuprakowaschließen
Seit 2014 sind die Renten um mehr als 400 Euro monatlich gestiegen. Doch auch die Lebenshaltungskosten klettern. Viele Rentner kämpfen weiter mit finanziellen Engpässen.
In den letzten zehn Jahren ist die durchschnittliche Rente um mehr als 400 Euro gestiegen – von 2014 bis 2024 haben Rentner deutlich mehr Geld zur Verfügung. Doch wie steht dieser Anstieg im Verhältnis zu den gestiegenen Lebenshaltungskosten? Ein genauer Vergleich zeigt, ob die Rentenerhöhungen mit den steigenden Ausgaben Schritt halten konnten.
Rentenentwicklung 2014 bis 2024: Mehr Geld für Rentner
Im internationalen Vergleich schneidet das deutsche Rentensystem eher mittelmäßig ab. Dennoch ist das Alterseinkommen in den vergangenen zehn Jahren um rund 37 Prozent gestiegen, wie Die Zeit berichtet. Rentner mit 35 Beitragsjahren erhalten heute im Schnitt über 400 Euro mehr Rente als noch im Jahr 2014. Wie viel Geld nach 35 Arbeitsjahren bei durchschnittlichem Einkommen ungefähr zur Verfügung steht, zeigt eine Tabelle von echo24.de.
Laut Daten der Deutschen Rentenversicherung liegt die aktuelle Durchschnittsrente bei 1660 Euro – vor zehn Jahren waren es noch 1210 Euro pro Monat. Der Anstieg hängt mit positiver Lohnentwicklung und den daran gekoppelten Rentenanpassungen zusammen, so Die Zeit. Auch 2025 ist eine weitere Erhöhung um 3,74 Prozent geplant.
Rentenanstieg im Vergleich zu Lebenshaltungskosten – Tabelle gibt Überblick
Doch trotz wachsender Renten bedeutet das nicht automatisch mehr Geld im Geldbeutel: Die Lebenshaltungskosten sind im gleichen Zeitraum ebenfalls gestiegen. Eine Tabelle zeigt im direkten Vergleich, wie sich Renten und Lebenshaltungskosten zwischen 2014 und 2024 entwickelt haben.
| Jahr | Rente (Durchschnitt im | Lebenshaltungskosten |
| 2014 | 1210 Euro | 2391 Euro |
| 2024 | 1660 Euro | 2846 Euro |
(Quellen: Deutsche Rentenversicherung, Statistisches Bundesamt).
Lebenshaltungskosten steigen – reicht die Rente trotzdem zum Leben?
Wie die Tabelle zeigt, sind die Lebenshaltungskosten in Deutschland in den letzten zehn Jahren zwar nicht sprunghaft, aber dennoch spürbar gestiegen – und sie liegen weiterhin über dem durchschnittlichen Rentenniveau. Dass rund jeder siebte Rentner unter der Armutsgrenze lebt, überrascht daher kaum.
Allerdings ist die Interpretation der Zahlen komplexer: Laut Statistischem Bundesamt umfassen die Lebenshaltungskosten sämtliche privaten Konsumausgaben – darunter Miete, Energie, Lebensmittel, Mobilität, Freizeit, Kommunikation und weitere alltägliche Ausgaben.
Für alleinlebende Personen lagen die monatlichen Lebenshaltungskosten 2014 je nach Region und Lebensstil zwischen 900 und 1.200 Euro. Im Jahr 2024 betragen sie laut dem Online-Portal Herzblut durchschnittlich 1.000 bis 1.500 Euro. Betrachtet man Rentner als Einpersonenhaushalte – da sie in der Regel ein eigenes Einkommen beziehen und keine Kinder mehr versorgen –, müsste die gesetzliche Rente theoretisch zum Leben ausreichen. In der Praxis sieht das jedoch oft anders aus.
Weniger als gedacht: Die Realität hinter der Durchschnittsrente
Bei den 1660 Euro im Jahr 2024 handelt es sich um die durchschnittliche Rente in Deutschland. Wie viele Rentner tatsächlich diese sogenannte Durchschnittsrente beziehen, wird statistisch nicht exakt erfasst. Klar ist jedoch: Die Mehrheit der rund 21 Millionen Rentner erhält weniger. Das liegt vor allem daran, dass viele auf nicht genügend Versicherungsjahre kommen oder im Laufe ihres Erwerbslebens Teilzeit gearbeitet haben.
Die tatsächlich ausgezahlte Rente liegt also unter der Durchschnittsrente. Laut Deutscher Rentenversicherung (DRV) erreicht nur ein kleiner Teil diese Schwelle oder überschreitet sie. Im Jahr 2023 lag die tatsächliche Altersrente im Schnitt bei 1348 Euro für Männer und nur 908 Euro für Frauen.
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