Einkommen im Ruhestand

Mehr Geld: Kann ich weitere Rentenpunkte während der Rente verdienen?

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Bis zur Rente können Arbeitnehmer Entgeltpunkte sammeln, welche die Höhe des Einkommens im Alters bestimmen. Doch was, wenn Rentner im Ruhestand arbeiten gehen?

Wie hoch die eigene Rente im Alter ausfällt, hängt vor allem davon ab, wie viel Entgeldpunkte gesammelt werden konnten. Die Summe hängt wiederum vor allem vom eigenen Einkommen sowie dem Durchschnittseinkommen in Deutschland ab und über wie viele Jahre in die Rentenkasse eingezahlt worden ist. Weitere Rentenpunkte können etwa dank der „Mütterrente“, welche die Merz-Regierung noch weiter ausweiten möchte, hinzuverdient werden. Können auch während der Rente noch weitere Entgeldpunkte gesammelt werden? Es kommt drauf an.

Entgeldpunkte für die Rente verdienen: So viel ist ein Rentenpunkt 2025 wert

Die Anzahl der Rentenpunkte, auch Entgeltpunkte genannt, die Arbeitnehmer jährlich erhalten, hängt direkt von Ihrem Bruttogehalt ab. Wer genau das Durchschnittseinkommen verdient, bekommt einen Rentenpunkt pro Jahr. 2025 liegt dieses Einkommen bei 50.493 Euro brutto im Jahr, wie aus den Daten der Deutschen Rentenversicherung hervorgeht.

Ab dem 1. Juli 2025 entspricht ein Rentenpunkt 40,79 Euro Bruttorente pro Monat. Beispiel: 40 Rentenpunkte ergeben 2025 rund 1.631,60 Euro brutto monatliche Rente (40 x 40,79 Euro). Zuvor war der Wert für einen Rentenpunkt noch geringer.

Wer in Rente geht und nicht mehr arbeitet, verdient auch keine weiteren Rentenpunkte dazu. Doch geht das generell? Denn für einige fällt die Rente auch nach 45 Versicherungsjahren nicht allzu üppig aus.

Hinzuverdienst bei vorgezogener Altersrente: Können Frührentner weitere Entgeltpunkte sammeln?

Angefangen bei den Frührentnern: „Altersrentner, die eine vorgezogene Altersrente beziehen und neben der Rente noch einen Hinzuverdienst haben, der sozialversicherungspflichtig ist, bekommen zusätzliche Entgeltpunkte für diesen Hinzuverdienst“, erklärt rentenbescheid24.de.

Unter einer vorgesehenen Altersrente wird eine „Frührente“ verstanden – also das Beziehen der Rente vor Erreichen der Eintrittsgrenze. Diese wird bis 2031 in Deutschland auf 67 Jahre schrittweise angehoben. Bei einer Frührente werden allerdings Abschläge fällig.

Ohne Rente zu beziehen: Wer über das Eintrittsalter hinaus arbeitet sammelt weiter Punkte und Zuschläge

Und was ist ab Erreichen der Renteneintrittsalters? Hier gibt es Unterschiede. Wer noch nicht in Rente ist und über das Eintrittsalter hinaus Arbeitnehmer bleibt, verdient sich neben weiteren Rentenpunkten einen Zuschlag von 0,5 Prozent pro Monat auf die Rente – also sechs Prozent im Jahr. Diesen Zuschlag gibt es dann zur Rente nach Eintritt monatlich dazu.

Ein weiterer Vorteil: Wenn man über das Renteneintrittsalter hinaus weiterarbeitet, entfallen die Beiträge des Arbeitgebers zur Arbeitslosenversicherung. Unter bestimmten Umständen können übrigens auch Rentenpunkte gekauft werden – allerdings nur vor Renteneintritt.

Weiterarbeiten und die volle Rente beziehen: In diesem Fall werden keinen Punkte mehr gesammelt

Wer sich mit Erreichen der Regelaltersgrenze dazu entscheidet, in Rente zu gehen, aber dennoch weiterhin einem Job nachgeht, „kann durch die Zahlung von Beiträgen seine Rente erhöhen“, erklärt die Deutsche Rentenversicherung. Rentenpunkte gibt es dann aber nicht mehr.

„Rentenpunkte nach dem Rentenbeginn zu beziehen, ist nur in engen gesetzlichen Rahmen möglich. Grundsätzlich dürfen nach einem Rentenbeginn nur Entgeltpunkte für eine Zurechnungszeit oder für Zuschläge an Entgeltpunkte aus Beitragszahlungen nach Beginn einer Rente wegen Alters ermittelt werden“, erklärt rentenbescheid24.de.

Und wie können die Beiträge erhöht werden? „Hierfür müssen Rentnerinnen und Rentner ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass vom Gehalt Beiträge an die Rentenversicherung abgeführt werden sollen. Ab Juli des Folgejahres wird dann die erhöhte Rente gezahlt. Dabei gilt: Für die Rente, die sich aus den weiter gezahlten Beiträgen ergibt, wird ein Zuschlag in Höhe von 0,5 Prozent pro Monat zwischen dem Erreichen des regulären Rentenalters und dem Beginn der höheren Rente gezahlt. Darüber hinaus erhöht sich die Rente zusätzlich um die weiter gezahlten Beiträge.“

Mit diesem Trick könnten Rentner weitere Entgeltpunkte sammeln

Doch es gibt einen Trick, wie dennoch weiterhin Rentenpunkte gesammelt werden können: Und zwar, indem Rentner auf 0,01 Prozent der Rente verzichten, wie die Deutsche Rentenversicherung auf echo24-Nachfrage erklärt. Dann gelten Rentner nur als „Teilrentner“ und nicht als „Vollrentner“. Wer nur 99,99 Prozent der Rente bezieht, weiter arbeitet und Beiträge vom Gehalt an die Rentenversicherung abgeführt, kann weitere Rentenpunkte sammeln.

Seit mehreren Gerichtsurteilen aus den Jahren 2022 und 2023 erkennt die Deutsche Rentenversicherung eine Teilrente von 99,9 Prozent an. Es kann also durchaus sinnvoll sein, nicht 100 Prozent der Rente zu beantragen.

Merz-Regierung will „Aktivrente“ attraktiver werden lassen – Steuervorteil für Hinzuverdienst geplant

Aber Achtung: Auch im Alter müssen weiterhin Steuern gezahlt werden. So kann sich je nach Hinzuverdienst die Rente schnell schmälern. Das könnte sich allerdings künftig ändern.

Die Merz-Regierung will es noch attraktiver machen, auch im Alter weiter arbeiten zu gehen. Wer sich für eine „Aktivrente“ entscheidet – also als Rentner weiterhin arbeiten geht – soll einen Steuervorteil erhalten. Laut den Plänen der Merz-Regierung sollen Aktivrentner bis zu 2000 Euro hinzuverdienen können, ohne darauf Steuern zu bezahlen. Aktuell ist diese Einkommensgrenze deutlich geringer. Zuletzt gab es Verwirrung um die Aktivrente.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bihlmayerfotografie

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