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Supermärkte klagen über fehlendes Personal. Die Auswirkungen spüren sowohl Kunden als auch Angestellte. Eine Maßnahme in Österreich soll dagegen nun helfen.
München – Wer zu Stoßzeiten einkaufen geht, sollte an der Kasse besonders viel Wartezeit einplanen. Vielerorts machen überlaufende Supermärkte den Käufern und Mitarbeitern zu schaffen. In Österreich können sich Millionen Betroffene jedoch schon bald auf Entlastung freuen. Eine große Änderung bahnt sich in hunderten Supermärkten des Konzerns Hofer an.
| Konzern | Hofer KG |
| Filialen | 540 |
| Angestellte | 12.000 |
| Teil der | Unternehmensgruppe Aldi Süd |
200 Hofer-Filialen sollen Self-Checkout-Kassen bekommen
Die Geschäftsleitung des Lebensmitteldiscounters Hofer kündigte an, dass in 200 der 540 Filialen in Österreich das Bezahlen schon bald per Self-Checkout-Kasse möglich sein soll. Das berichtete unter anderem oe24.at. Dabei handelt es sich um ein Kassensystem, mit denen Kunden ohne die Hilfe von Mitarbeitern ihre Waren selbst einscannen und abrechnen können. Bereits 2025 sollen laut Konzern an 50 Filialen die ersten Selbstbedienungskassen installiert sein.
Damit will die Geschäftsführung dem Mangel an Arbeitskräften entgegenwirken. Hofer-Chef Horst Leitner erklärte gegenüber der APA: „Alle kämpfen damit, Personal zu bekommen“. Ob die Kunden das Angebot der Selbstbedienungskassen annehmen, bleibt abzuwarten. Demnach habe sich dieses Selbstkassierer-System in Österreich noch nicht durchgesetzt: „Mich wundert immer, dass das in Österreich so wenig verwendet wird“, so Leitner. Währenddessen testete Aldi Nord sogar ein Bezahlsystem ganz ohne Kasse.
Digitale Preisschilder gegen den Personalmangel in Supermärkten
Einkaufen wird also digitaler in Österreich. Erst zuletzt hatte das Unternehmen laut Mitteilung in allen 540 Hofer-Filialen digitale Preisschilder eingebaut. Auch mit diesem Schritt soll dem Personalmangel entgegengewirkt werden, in dem der Arbeitsalltag der Hofer-Angestellten erleichtert wird. „Zuvor mussten diese die Preisschilder ausdrucken und für jeden Artikel einzeln austauschen und adaptieren“, so das Unternehmen in der Mitteilung. Auch bei Aldi Süd sind analoge Preisschilder wohl bald Geschichte.
Erst im vergangenen Jahr hatten zwei Discounter in Österreich eine Anpassung des Kassenzettels umgesetzt. Längere Öffnungszeiten seien für das Unternehmen, das zur Unternehmensgruppe Aldi Süd gehört, hingegen keine Option: „Es ist nicht feststellbar, dass das ein Kundenwunsch ist“, so Leitner. Auch hier spiele Personalknappheit eine Rolle. Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti hatte sich zuletzt für längere Öffnungszeiten von 72 auf 80 Stunden ausgesprochen.
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