Gefährliche Bakterien

Dringender Käse-Rückruf gestartet: Hersteller warnt vor Blutungen und schweren Nierenkomplikationen

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Ein Hersteller ruft gleich fünf seiner Produkte zurück. Diese sind unter anderem bei Rewe im Sortiment. Mehrere Bundesländer sind betroffen.

München – Mikrobiologische Verunreinigungen durch Keime, Viren oder Bakterien sind, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) informiert, die häufigste Ursachen für einen Rückruf. Rund 308 Rückrufe haben die Bundesländer und das BVL im vergangenen Jahr 2023 auf dem gemeinsamen Portal lebensmittelwarnung.de veröffentlicht.

Neben Bakterien wie Salmonellen, Listeria monocytogenes oder E. coli zählen Schimmelpilze oder auch Viren zu den Ursachen. Mit rund 35 Meldungen waren Salmonellen erneut der häufigste Grund. Erst kürzlich wurde ein Kaufland-Produkt wegen Salmonellen-Gefahr in ganz Deutschland zurückgerufen. Jetzt ruft ein französischer Käse-Hersteller aus einem ähnlichen Grund fünf seiner Produkte zurück – der Verzehr kann schwerwiegende Gesundheitsschäden verursachen. Und der Käse wurde auch bei Rewe verkauft.

Ein Käse-Hersteller ruft gleich mehrere Produkte zurück – E.coli Bakterien in verschiedenen Sorten möglich

Verdacht auf E.Coli-Bakterien: Käse-Hersteller startet Rückruf für mehrere Sorten

Ob Gouda, Camembert oder Mozzarella – Käse ist eines der beliebtesten Lebensmittel der Deutschen. Doch Käse-Liebhaber sollten jetzt aufpassen. Denn wie das BVl jetzt informiert, sind gleich fünf Produkte einer französischen Marke aus dem Verkehr gezogen worden. Diese wurden in den folgenden Bundesländern verkauft:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Hessen
  • Nordrhein-Westfalen

In einer Mitteilung der französischen Firma „Fromagerie Dongé“ heißt es, der Käse werde „wegen Verdacht auf Kontamination mit unerwünschten Bakterien (Escherichia coli STEC)“ zurückgerufen. Kunden sollten den Käse keinesfalls verzehren. Andernfalls können schwere gesundheitliche Folgen auftreten: „Diese können innerhalb weniger Tage (2-7) nach dem Verzehr von kontaminierten Produkten zu teils fieberhaften Magen-Darm-Störungen, möglicherweise mit Blutungen, führen. Schwere Nierenkomplikationen insbesondere bei Kindern sind möglich.“ Es handelt sich um folgende Sorten des Käse „Brie de Meaux“:

  • Brie de Meaux Excellence 3/4 ff
  • Brie de Meaux Xavier David
  • Brie de Meaux Xavier David Aff44j
  • Brie de Meaux AOC Donge BB 3/4Aff
  • Brie de Meaux LRDC 3/4 Holz

Lebensmittelvergiftung: Diese Symptome können beim Verzehr auftreten

E.coli-Bakterien gehören zum Stamm der Shigatoxin-bildenden Escherichia coli (STEC). Gelangen diese in den menschlichen Körper, kann das laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Dazu zählen unter anderem Organschäden, Hirnblutungen sowie neurologische Störungen. Die E.coli-Stämme STEC und EHEC können außerdem blutige Durchfallerkrankungen (hämorrhagische Colitis) und Nierenversagen (hämolytisch-urämisches Syndrom) verursachen.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage, durchschnittlich circa drei bis vier Tage. Die Symptome reichen von Magen-Darm-Beschwerden mit leichtem Durchfall bis hin zu schweren blutigen Durchfällen, oft verbunden mit Bauchkrämpfen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Kinder unter fünf Jahren, ältere und immungeschwächte Menschen sind besonders häufig von schwer verlaufenden EHEC-Erkrankungen mit blutigem Durchfall betroffen. 

Dringender Käse-Rückruf: Die wichtigsten Daten im Überblick

Die genauen Eckdaten zu den betroffenen Produkten, haben wir nachfolgend zusammengefasst:

Hersteller:Firma Fromagerie Dongé (aus Frankreich)
Produkt:Brie de Meaux
Verpackungsart:Thekenware
Betroffenes MHD:31.03.2024
Charge-Nr.:RG040124BM
Identitätskennzeichen:FR 55.518.001 CE

Kunden, die die genannten Produkte zu Hause haben, sollten sich beim Händler erkundigen, ob die genannte Charge im Handel war. Besser sei es jedoch komplett auf den Verzehr zu verzichten. Personen, die nach dem Verzehr die oben genannten Symptome aufweisen, sollten umgehend einen Arzt aufsuchen.

Lebensmittel, die gesundheitsschädlich oder falsch gekennzeichnet sind, dürfen laut Verbraucherschützer nicht in Umlauf geraten. Doch immer wieder kommt es vor, dass Produkte zurückgerufen werden, die bereits in den Regalen der Supermärkte und Discounter waren. Erst kürzlich musste ein Bio-Produkt, dass in zahlreichen Bundesländern verkauft wurde, wieder aus dem Verkauf genommen werden. Auch Dr. Oetker musste ein beliebtes Produkt wegen Schimmelpilzgifte zurückrufen. (vw)

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/ dpa

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