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Mögen Schmetterlinge die gleichen Blumen wie Bienen? Wie kann man Ihnen helfen? Diese und andere Fragen klärt eine Checkliste, mit der Sie die Falter anlocken.
Dass man den pelzigen Brummern im Garten und auf dem Balkon mit bienenfreundlichen Pflanzen eine Freude machen kann, ist kein Geheimnis. Umso größer ist meist die Freude, wenn auch mal ein federleichter Zitronenfalter oder Bläuling vorbeiflattert. Damit dies nicht dem Zufall überlassen wird und auch weniger häufige Schmetterlingsarten zu Besuch kommen oder sich sogar ansiedeln, kann man sogar mit kleinen Maßnahmen viel dazu beitragen.
80 Prozent der einheimischen Tagfalterarten sind bedroht
Gute Gründe, um Schmetterlinge zu fördern, gibt es viele – auch wenn sie wie viele Nachtfalter nicht immer durch auffällige Muster und Farben verzaubern: Schmetterlinge sind neben Schwebfliegen und Bienen wichtige Blütenbestäuber. Und nicht zuletzt sind sie selbst Nahrung für Vögel und andere Tiere. Wie die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) in einer Broschüre erklärt, ist die Anzahl der Schmetterlinge allein in Bayern von 1980 bis 2017 um 65 Prozent zurückgegangen. Es fehlen vor allem Lebensräume. Hinzu kommen Umweltgifte und die Klimakrise als Ursache für das Insektensterben. Dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) zufolge sind allein 80 Prozent der rund 190 einheimischen Tagfalterarten bedroht.
Um Schmetterlingen zu helfen, sind vor allem folgende Aspekte wichtig: das Angebot von Futter für erwachsene Falter sowie deren Raupen als auch Möglichkeiten zur Überwinterung. Der BUND hat für diesen Zweck eine Checkliste erstellt, an der man sich einfach entlanghangeln kann. Auch wenn man nur einen kleinen Balkon oder Garten hat, lässt sich vieles umsetzen.
Zehn heimische Wildstauden, die eine Bereicherung für jeden Garten sind




Checkliste für einen schmetterlingsfreundlichen Garten oder Balkon
- Verwildern ausdrücklich erlaubt: Lassen Sie die Natur in Teilen Ihres Gartens ihren eigenen Weg gehen. Auch Beikräuter wie die Brennnessel, die für viele Raupenarten eine wichtige Nahrungsquelle ist, haben einen Platz verdient.
- Pflanzen Sie heimische Arten: Wählen Sie Wildblumen, heimische Sträucher und Laubbäume anstelle von Zierpflanzen, exotischen Arten und Koniferen. Machen Sie einen Teil Ihres Rasens oder Balkonkastens zu einer blühenden Wildblumenwiese.
- Legen Sie einen Kräutergarten an: Schon eine kleine Fläche für Kräuter reicht. Viele dieser Pflanzen ziehen mit ihren Blüten auch Schmetterlinge an.
- Mähen Sie mit Bedacht: Vermeiden Sie es, alle Flächen gleichzeitig zu mähen, um nicht den gesamten Lebensraum der Schmetterlinge und Raupen auf einmal zu zerstören.
- Kahlschlag vermeiden: Schaffen Sie im Herbst nicht im ganzen Garten Ordnung. Einige Stängel, Laub- und Reisighaufen sollten als Unterschlupf liegen bleiben.
- Gärtnern Sie torffrei: Verwenden Sie Blumenerde ohne Torf. Durch den Torfabbau werden wertvolle Moore zerstört, in denen viele Schmetterlinge leben. Außerdem werden bei der Torfgewinnung große Mengen CO₂ freigesetzt.
- Verzichten Sie auf Pestizide: Verwenden Sie keine synthetischen Gifte im Garten oder auf dem Balkon. Es gibt wirksame Alternativen für einen natürlichen Pflanzenschutz.
Wenn Sie sich nicht nur für heimische Schmetterlinge interessieren, können Sie deutschlandweit in zahlreichen Schmetterlingsgparks exotische Exemplare beobachten.
Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

