VonInes Almsschließen
Viele Hobbygärtner machen mit Nacktschnecken kurzen Prozess und zerschneiden die Tiere mit einer Gartenschere. Das kann aber ein Fehler sein.
Irgendwie muss man sich der Schnecken im Garten ja erwehren. Jeder hat hierfür seine eigenen Methoden. Ob Absammeln oder Fallenstellen: Was bleibt, ist die Frage, auf welche Weise man die Schädlinge am sinnvollsten tötet und entsorgt. Eine sehr traditionelle Technik von Hobbygärtnern ist das Zerschneiden der Tiere. Dies ist nicht nur etwas unappetitlich und grausam – es kann auch dazu führen, dass man auf einmal mehr Schnecken in den Beeten hat als vorher.
Die Spanische Wegschnecke wird nicht aufgefressen
Manche Tierfreunde nehmen die lebenden Schnecken, die sie im Garten finden, und setzen sie im Wald aus. Das ist gut gemeint, gefährdet aber die dortige Fauna und Flora, indem die Schnecken unter Umständen die an der Stelle lebenden Pflanzen fressen und andere heimische Artgenossen verdrängen. Dies kann das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen. Pragmatiker nehmen einfach eine Heckenschere und trennen Nacktschnecken von ihrem Leben. Die Leichenteile lassen sie oft im Garten liegen, damit sie von der Sonne austrocknen oder von Aasfressen und Nützlingen wie Kröten oder Igeln beseitigt werden.
Das ist aus mehrerlei Hinsicht nicht sinnvoll: Wenn es sich um eine der häufigsten Nacktschnecken im Garten handelt, die Spanische Wegschnecke, so hat diese hierzulande kaum natürliche Feinde – da ihr Schleim bitter schmeckt, wird sie abgesehen von Laufenten meist nicht gefressen. Hinzu kommt, dass tote Schnecken im Garten auch in den Geruchsradar von anderen Artgenossen geraten. Und ähnlich einer Bierfalle fühlen sich die kannibalisch lebenden Tiere von weither angezogen, erklärt der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU). Dies wäre auch der Fall, wenn man sie auf den Kompost wirft.
Welche Schnecke ist das? Schädliche und nützliche Schnecken im Garten unterscheiden




Wie Sie die Schnecken töten und entsorgen können
Wer also nicht auch Nachbars Schnecken in seinen Garten locken möchte, kann die Tiere in einem Eimer mit kochendem Wasser übergießen – dann seien sie sofort tot, erklärt Schnecken-Expertin Heike Reise auf Bayern3.de. Als ebenfalls halbwegs tierfreundlich gilt die Methode, die Schnecken lebend einzufrieren, wobei sie langsam einschlafen. Schneckenkadaver werden im Restmüll entsorgt oder im Garten eingegraben. Bevor Sie aber zu solch drastischen Maßnahmen greifen, sollten Sie zuerst prüfen, ob es sich um schützenswerte Schneckenarten handelt. Denn sonst drohen Bußgelder bis zu 65.000 Euro.
