VonLaura Knopsschließen
Die typische Mittelmeerkost scheint das Gehirn vor einem vorzeitigen Verfall zu schützen. Beweise liefern nun spezielle Biomarker.
Demenzerkrankungen beginnen schleichend. Zunächst vergessen Betroffene nur scheinbar unwichtige Dinge, mit der Zeit schreitet der kognitive Verlust allerdings immer weiter fort. Damit es erst gar nicht so weit kommt, könnte auch Prävention durch die richtige Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Menschen, die sich mediterran ernähren, scheinen einer aktuellen Studie zufolge seltener an Demenz zu erkranken. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Molecular Nutrition and Food“ veröffentlicht.
Die Biologie der mediterranen Ernährung: Gesunde Biomarker
Die traditionelle mediterrane Ernährung basiert hauptsächlich auf oft hausgemachten Speisen und Getränken. Bereits in den letzten Jahrzehnten wurde die Mittelmeer-Diät weltweit als die gesündeste Ernährungsweise gefeiert. Typisch für die Mittelmeer-Kost ist dabei ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse, Fisch, unverarbeitetem Getreide, Hülsenfrüchten und Öl. Milchprodukte, Fleisch und Alkohol gehören dabei nur in Maßen auf den Teller.
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Diese Ernährungsgewohnheiten haben schützende Eigenschaften aufgrund des hohen Gehalts an einfach ungesättigten Fettsäuren und Polyphenolen aus Olivenöl, mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus Fischen und verschiedenen Antioxidantien aus Obst, Hülsenfrüchten, Gemüse und Wein. Inhaltsstoffe, die australischen Forschern zufolge alle direkt mit einer Verringerung des Risikos des Auftretens chronischer Krankheiten und der Förderung eines gesunden Alterns in Verbindung gebracht werden. Möglicherweise wirkt sich ein solcher Ernährungsstil auch auf die Verbesserung der Gehirngesundheit aus.
Ernährung steht im Zusammenhang mit kognitiver Gesundheit
Anders als viele frühere Studien basiert die aktuelle Untersuchung nicht auf der Selbsteinschätzung der Ernährungsgewohnheiten. Geben Probanden selber an, was sie zu sich nehmen, können immer wieder Ungenauigkeiten vorkommen. Das Team um Alba Tor-Roca nutzte daher Biomarker, die mit der kognitiven Gesundheit in Verbindung stehen. Mithilfe dieser Biomarker lassen sich Reaktionen auf Krankheiten, Ernährung und andere Umweltfaktoren untersuchen.
Im Rahmen der aktuellen Studie untersuchten die Forscher verschiedene Biomarker im Blutserum von mehr als 400 Teilnehmern. Die Probanden nahmen zudem über mehr als zehn Jahre an neuropsychologischen Tests teil.
Mittelmeerdiät und Hirngesundheit: Gesund altern
Der „Mediterranen-Diät-Metabolom-Scores (MDMS)“ basiert auf Biomarkern für sieben wichtige Bestandteile: Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Getreide, Milchprodukte, Fisch und Fette. Basierend auf diesem Score und den neuropsychologischen Tests entdeckten die Forschenden einen schützenden Zusammenhang zwischen Mittelmeerdiät und Hirngesundheit. Demnach schienen Teilnehmer, die sich im Rahmen der Mittelmeerdiät ernährten, unter einem deutlich langsameren kognitiven Rückgang zu leiden verglichen mit einer anderen Ernährung.
„Wir haben herausgefunden, dass die Einhaltung der mediterranen Ernährung, die anhand von Ernährungs-Biomarkern bewertet wurde, umgekehrt mit dem langfristigen kognitiven Verfall bei älteren Menschen verbunden ist“, erklärt die Studienautorin Alba Tor-Roca, Ernährungswissenschaftlerin an der Universität Barcelona.
Mittelmeer-Diät schützt Gedächtnis
Dass der Lebensstil und die Ernährung dazu beitragen können, den Ausbruch altersbedingter Krankheiten zu verhindern und ihre Entwicklung wirksam zu beeinflussen, konnten Forscher bereits in früheren Studien nachweisen. Eine italienische Studie aus dem Jahr 2021 fand beispielsweise heraus, dass die mediterrane Ernährung optimal zur Unterstützung des gesunden Alterns geeignet ist,
Die Ergebnisse der aktuellen Studie bestätigen diese Annahme, dass eine mediterrane Ernährung eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gehirngesundheit spielen könnte. Die Entwicklung ernährungsbezogener Stoffwechselwerte könnte zudem in Zukunft dazu beitragen, die Bewertungsmaßstäbe für eine gesunde Ernährung weiter zu verfeinern.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen nicht beantwortet werden.
Rubriklistenbild: © Nano Calvo/Imago

