Gesunde Ernährung

Aktuelle Studie: Mittelmeerdiät schützt Gedächtnis

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Die typische Mittelmeerkost scheint das Gehirn vor einem vorzeitigen Verfall zu schützen. Beweise liefern nun spezielle Biomarker.

Demenzerkrankungen beginnen schleichend. Zunächst vergessen Betroffene nur scheinbar unwichtige Dinge, mit der Zeit schreitet der kognitive Verlust allerdings immer weiter fort. Damit es erst gar nicht so weit kommt, könnte auch Prävention durch die richtige Ernährung eine wichtige Rolle spielen. Menschen, die sich mediterran ernähren, scheinen einer aktuellen Studie zufolge seltener an Demenz zu erkranken. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Molecular Nutrition and Food“ veröffentlicht.

Die Biologie der mediterranen Ernährung: Gesunde Biomarker

Die traditionelle mediterrane Ernährung basiert hauptsächlich auf oft hausgemachten Speisen und Getränken. Bereits in den letzten Jahrzehnten wurde die Mittelmeer-Diät weltweit als die gesündeste Ernährungsweise gefeiert. Typisch für die Mittelmeer-Kost ist dabei ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse, Fisch, unverarbeitetem Getreide, Hülsenfrüchten und Öl. Milchprodukte, Fleisch und Alkohol gehören dabei nur in Maßen auf den Teller. 

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Finger weg? 10 Obstsorten, die überraschend viel Zucker enthalten!

Rote Trauben in einem Küchensieb
Weintrauben liefern neben Fruktose auch eine Menge Glukose. Sie zählen daher zu den Zuckerbomben unter allen Obstsorten. Während grüne, kernlose Trauben rund 16 Gramm Zucker (pro 100 Gramm) enthalten, übertreffen sie in ihrer getrockneten Form – also als Rosinen – diesen Wert deutlich.  © agefotostock/Imago
Laut Daryl Gioffre sind Bananen zum Frühstück keine gute Idee.
Bananen liefern Nährstoffe wie Kalium und Magnesium. Sie sind daher ein besonders bei Sportlern beliebtes Obst. Rund 15,8 Gramm Zucker sind in 100 Gramm Bananen enthalten. Das Pektin in der Banane tut zudem dem Magen gut und wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus.  © Jaap Arriens/imago
Rambutan-Früchte (Nephelium lappaceum) kommen aus Thailand oder Indonesien. Geschmacklich ähneln sie der Litschi. Foto: Andrea Warnecke
Die aromatischen Litschis schmecken leicht süß – mit einem Zuckergehalt von etwa 15 Gramm pro 100 Gramm gehören sie allerdings zu den zuckerreichen Obstsorten. Wenn es um den Vitamingehalt geht, punkten Litschis mit einer Fülle an wichtigen Nährstoffen. Sie enthalten neben Vitamin C, verschiedene B-Vitamine sowie das Spurenelement Kupfer.  © Andrea Warnecke
Frische Kirschen in einer Schüssel
Heimische Kirschen sind besonders lecker. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass die süßen Früchte hierzulande nur für kurze Zeit angeboten werden. Kirschen sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen, enthalten aber auch eine Menge Zucker. Süßkirschen haben mit rund 13 Gramm pro 100 Gramm einen etwas höheren Anteil als Sauerkirschen (rund 10 Gramm).  © galina sharapova/Imago
Eine frische Mango wird in Würfel geschnitten
Mangos enthalten rund 12 Gramm Zucker pro 100 Gramm. Eine ganze Frucht kommt schnell sogar auf 25 Gramm Zucker. Das Obst ist gerade im Sommer besonders beliebt. Mit ihrem hohen Gehalt an Zucker lassen sie den Blutzucker allerdings ähnlich schnell ansteigen wie Süßigkeiten.  © Lana Malamatidi/IMAGO
Es ist eine Schüssel Medjool-Datteln zu sehen.
Auch Datteln gehören zu den zuckerreichen Früchten. Mit 63 Gramm Zucker pro 100 Gramm sind getrocknete Datteln wahre Zuckerbomben. Auch wenn Datteln fast kein Fett enthalten, ist ihr Kalorien- und Kohlenhydratgehalt sehr hoch. Sie sollten daher nur in Maßen gegessen werden.  © Westend61/Imago
Sharonfrüchte auf einem Tisch.
Kakis enthalten nur wenig Fruchtsäure und sind daher besonders für Menschen mit einem empfindlichen Magen und Darm gut verdaulich. Das wasserreiche Fruchtfleisch hat zudem einen hohen Ballaststoffgehalt, welcher sich regulierend auf die Verdauung auswirkt. Mit etwa 13 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthalten die Früchte allerdings relativ viel Zucker.  © CSH/Imago
Granatapfel
Die exotischen Granatäpfel eines Granatapfelbaumes sind ausgesprochen lecker. In den Samen eines Granatapfels sind viele gesunde Nährstoffe enthalten wie Antioxidantien, Kalium, Eisen, B-Vitamine und Vitamin C. Aber auch im Granatapfel versteckt sich leider sehr viel Zucker, und zwar rund 14 Gramm (pro 100 Gramm).  © Vsevolod Belousov/Imago
Feigen
Feigen schmecken so lecker, weil sie so süß und saftig sind. Denn in 100 Gramm frischen Feigen sind 13 Gramm Zucker enthalten. Die exotischen Früchte sollten allerdings keinesfalls vom Speiseplan verschwinden, da sie immerhin gesunde Nährstoffe wie Kalzium, Phosphor und Eisen beinhalten.  © Sevablsv/IMAGO
Mandarinen liegen in einer Schüssel.
Kein Wunder, dass viele Menschen Mandarinen naschen können, als wären sie Süßigkeiten. Gerade in den Wintermonaten sind Mandarinen besonders beliebt. In 100 Gramm der Früchte sind allerdings knapp 11 Gramm Zucker enthalten.  © IMAGO/Kantaruk Agnieszka

Diese Ernährungsgewohnheiten haben schützende Eigenschaften aufgrund des hohen Gehalts an einfach ungesättigten Fettsäuren und Polyphenolen aus Olivenöl, mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus Fischen und verschiedenen Antioxidantien aus Obst, Hülsenfrüchten, Gemüse und Wein. Inhaltsstoffe, die australischen Forschern zufolge alle direkt mit einer Verringerung des Risikos des Auftretens chronischer Krankheiten und der Förderung eines gesunden Alterns in Verbindung gebracht werden. Möglicherweise wirkt sich ein solcher Ernährungsstil auch auf die Verbesserung der Gehirngesundheit aus

Ernährung steht im Zusammenhang mit kognitiver Gesundheit

Anders als viele frühere Studien basiert die aktuelle Untersuchung nicht auf der Selbsteinschätzung der Ernährungsgewohnheiten. Geben Probanden selber an, was sie zu sich nehmen, können immer wieder Ungenauigkeiten vorkommen. Das Team um Alba Tor-Roca nutzte daher Biomarker, die mit der kognitiven Gesundheit in Verbindung stehen. Mithilfe dieser Biomarker lassen sich Reaktionen auf Krankheiten, Ernährung und andere Umweltfaktoren untersuchen.

Hausgemachte und pflanzenbasierte Speisen ohne Zusätze sind typisch für die mediterrane Ernährung.

Im Rahmen der aktuellen Studie untersuchten die Forscher verschiedene Biomarker im Blutserum von mehr als 400 Teilnehmern. Die Probanden nahmen zudem über mehr als zehn Jahre an neuropsychologischen Tests teil. 

Mittelmeerdiät und Hirngesundheit: Gesund altern

Der „Mediterranen-Diät-Metabolom-Scores (MDMS)“ basiert auf Biomarkern für sieben wichtige Bestandteile: Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Getreide, Milchprodukte, Fisch und Fette. Basierend auf diesem Score und den neuropsychologischen Tests entdeckten die Forschenden einen schützenden Zusammenhang zwischen Mittelmeerdiät und Hirngesundheit. Demnach schienen Teilnehmer, die sich im Rahmen der Mittelmeerdiät ernährten, unter einem deutlich langsameren kognitiven Rückgang zu leiden verglichen mit einer anderen Ernährung. 

„Wir haben herausgefunden, dass die Einhaltung der mediterranen Ernährung, die anhand von Ernährungs-Biomarkern bewertet wurde, umgekehrt mit dem langfristigen kognitiven Verfall bei älteren Menschen verbunden ist“, erklärt die Studienautorin Alba Tor-Roca, Ernährungswissenschaftlerin an der Universität Barcelona

Mittelmeer-Diät schützt Gedächtnis

Dass der Lebensstil und die Ernährung dazu beitragen können, den Ausbruch altersbedingter Krankheiten zu verhindern und ihre Entwicklung wirksam zu beeinflussen, konnten Forscher bereits in früheren Studien nachweisen. Eine italienische Studie aus dem Jahr 2021 fand beispielsweise heraus, dass die mediterrane Ernährung optimal zur Unterstützung des gesunden Alterns geeignet ist,

Die Ergebnisse der aktuellen Studie bestätigen diese Annahme, dass eine mediterrane Ernährung eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Gehirngesundheit spielen könnte. Die Entwicklung ernährungsbezogener Stoffwechselwerte könnte zudem in Zukunft dazu beitragen, die Bewertungsmaßstäbe für eine gesunde Ernährung weiter zu verfeinern. 

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Nano Calvo/Imago

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