Anzucht-Fettnäpfchen

Fünf typische Fehler beim Vorziehen von Tomaten – und wie Sie es besser machen

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Auf dem Weg vom Samen zur Tomatenpflanze liegen ein paar Stolpersteine. Wer die häufigsten Fehler bei der Tomaten-Anzucht kennt, kann sie auch einfach vermeiden.

Die Auswahl an Tomaten-Jungpflanzen im Gartencenter ist überschaubar. Das Angebot von Tomaten-Saatgut hingegen ist riesig, sodass Hobbygärtnern die ganze Welt der Tomaten offensteht – ob Balkontomate oder meterhohes Freilandexemplar, ob mit gelben, grünen oder gar lilafarbenen Früchten. Wäre nur schön, wenn aus den Samen auch kräftige, gut tragende Pflanzen werden. Manchmal geht auf dem Weg dorthin etwas schief. Die häufigsten Fehler bei Aussaat und Anzucht kann man aber einfach umgehen.

Fehler Nr. 1: Tomaten zu früh oder zu spät aussäen

Auch wenn es mit der Keimung der Tomaten klappt – damit aus Setzlingen kräftige Pflanzen werden, bedarf es guten Voraussetzungen.

Wer Tomaten voreilig aussät, hat zu schnell große Pflanzen. Da diese aber erst ab den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie dürfen, wachsen sie in die Höhe, werden sie dünn, spillerig und nicht kräftig. In einem Gewächshaus steht man nicht vor dieser Problematik. Zu spät gezogene und ausgepflanzte Setzlinge haben möglicherweise nicht genügend Zeit, um vor dem Ende der Saison ausgereifte Früchte zu produzieren. Etwa Mitte März ist ein guter Zeitraum für das Vorziehen von Tomaten im Haus, für das Gewächshaus kann man auch schon Ende Februar loslegen.

Fehler Nr. 2: Das falsche Substrat

Ausgewachsene Pflanzen nehmen es oft nicht krumm, wenn man sie nicht mit spezieller Erde versorgt. Bei Saatgut und Keimlingen kann dies jedoch folgenschwer sein. Enthält das Substrat zu viele Nährstoffe, ist das für die Keimlinge kontraproduktiv – sie wachsen zu schnell, aber die Wurzeln bilden kein weites Geflecht. Die Pflanze wird nicht kräftig und steht wackelig. Greifen Sie zu torffreier Anzuchterde, die ist nährstoffärmer.

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Fehler Nr. 3: Tomaten fehlt Licht

Zum einen sind Tomaten Lichtkeimer. Wer die Samen bei der Aussaat mit zu viel Erde bedeckt, erschwert die Keimung. Aber auch einmal gekeimt, benötigen die Pflanzen noch viel Licht. Zu wenig davon lässt sie lang und dünn werden, sie werden anfällig für Krankheiten und brechen leichter ab. Die Tomatensetzlinge sollten im Idealfall 16 Stunden am Tag Licht erhalten. Wer keine Wachstumslampe für Pflanzen zur Verfügung hat, muss die Pflanzen daher möglichst hell stellen.

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Fehler Nr. 4: Zu wenig oder zu viel Feuchtigkeit

Die richtige Bewässerung ist ein Schlüsselfaktor für das gesunde Wachstum von Tomatenpflanzen. Zu wenig Feuchtigkeit erstickt die Samen im Keim, zu viel Wasser lässt die Setzlinge ertrinken und faulen. Halten Sie das Substrat daher gleichmäßig feucht, aber nicht nass, und wählen Sie eine Anzuchtschale mit Abflusslöchern oder einer Drainageschicht. Pikierte Pflanzen bekommen in ihrem Töpfchen am besten einen Untersetzer, um überschüssiges Wasser zu erkennen.

Alte Tomatensorten: Zehn historische Exemplare, die Sie mal probieren sollten

Tomatensorte Schwarze Krim, aufgeschnitten
Die würzig-süße Schwarze Krim ist ein beliebter Klassiker unter den Fleischtomaten. © Panthermedia/Imago
Tomate Goldene Königin am Strauch
Gelbe Tomaten sind keine neue Züchtung: Die robuste ‚Goldene Königin‘ wird seit 1871 in Deutschland angebaut. © agefotostock/Imago
Tomaten-Sorte ‚Indigo Rose‘
Außen fast schwarz und innen rot: Die historische Sorte ‚Indigo Rose‘ sieht spektakulär aus und schmeckt würzig. © Panthermedia/Imago
Grün geflammte Tomaten-Sorte ‚Green Zebra‘
Die meist grün-gelb geflammte Sorte ‚Green Zebra‘ ist sehr bekannt und mit ihrem melonenartigen süßlichen Aroma auch sehr beliebt.  © Westend61/Imago
Cocktailtomate ‚Gelbes Birnchen‘
Die Cocktailtomate ‚Gelbes Birnchen‘ ist eine der ältesten heute bekannten Tomatensorten: Rund um 1800 kam sie in den USA auf den Markt und trägt ihre zahlreichen Früchte wie kleine Glühbirnen. © Pond5 Images/Imago
Tomatensorte Andenhorn am Strauch
Wer nicht genau schaut, könnte das ‚Andenhorn‘ mit einer Spitzpaprika verwechseln. Die Ur-Tomate aus Peru ist ideal für Soßen und Pizza. © Pond5 Images/Imago
Bauer erntet Tomaten der Sorte Ochsenherz im Gewächshaus
An der ‚Ochsenherz‘-Fleischtomate kommt keiner vorbei: Die beliebte russische Sorte wird durchaus mal ein Kilogramm schwer. © Rainer Unkel/Imago
Tomaten ‚Moneymaker‘ am Strauch
Der moderne Name täuscht: Die ‚Moneymaker‘ ist eine alte, saftige und ertragreiche Sorte aus England. © Pond5 Images/Imago
Tomate de Berao
Die Eiertomaten-Sorte ‚de Berao‘ wächst sehr schnell und hoch – und ist sogar tolerant gegen Krautfäule und Blütenendfäule. © agefotostock/Imago
Tomatensorte ‚Berner Rose‘
Die ‚Berner Rose‘ sieht nicht spektakulär aus, die Schweizer Sorte ist aber reichtragend und sehr aromatisch – ideal für Salate. © agefotostock/Imago

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Fehler Nr. 5: Falsche Temperatur

Mediterrane Pflanzen wie Zucchini und Tomaten mögen es warm und ohne große Temperaturschwankungen. Eine gute Anzuchttemperatur liegt bei 20 bis 24 Grad Celsius. Nach dem Keimen reduziert man diese auf 18 bis 20 Grad Celsius. Wer die Jungpflanzen innerhalb kurzer Zeit aus dem warmen Haus an einen kühlen Ort stellt, riskiert, dass sie aufgrund des Temperaturschocks eingehen. Vermeiden Sie Zugluft und akklimatisieren Sie die heranwachsenden Pflanzen stundenweise mit kühlerer Luft. Pikierte Pflanzen stehen gut an einem etwas kühleren, aber hellen Platz.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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