„Ich habe heute Nacht ins Bett gemacht“: Harninkontinenz kann ein Symptom bei Depressionen sein
VonJudith Braun
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Inkontinenz kann nicht nur körperliche, sondern auch psychische Ursachen haben – muss aber nicht erduldet werden. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.
Antriebslosigkeit, gedrückte Stimmung oder das Gefühl, ausgebrannt zu sein: Laut Informationen des Bundesministerium für Bildung und Forschung zählen diese Symptome zu den typischen Anzeichen von Depressionen. Allerdings gibt es auch Beschwerden, die wohl weniger bekannt sein dürften. Dazu gehört beispielsweise Inkontinenz. Die deutsche Influencerin, Autorin und Moderatorin Louisa Dellert (34) leidet unter diesem eher seltenen Symptom.
Inkontinenz kann ein Symptom bei Depressionen sein
„Ich habe heute Nacht ins Bett gemacht. (...) Ich weiß, dass das während einer Depression normal sein kann“, wird die 34-Jährige auf dem Instagram-Account von YOU FM des Hessischen Rundfunks (HR) zitiert. Sie schreibe dies, weil es anderen auch so geht. „Ich bin nicht falsch, weil ich ins Bett gepinkelt habe“, so Dellert. Tatsächlich kann nach Anganben des KontinenzZentrum in Zürich ein plötzlicher und ungewollter Urinverlust nicht nur körperliche, sondern in manchen Fällen auch seelische Ursachen haben. Insbesondere bei einer Drangkontinenz sollen demnach psychische Belastungen möglicherweise eine Rolle spielen.
Im Vergleich zu anderen Harninkontinenz-Ursachen handelt es sich dabei jedoch um seltenere Fälle. Die sogenannte psychogene Blase macht sich meist durch eine häufige Drangsymptomatik und Blasenschmerzen bemerkbar. Dabei muss es nicht zwingend zu einem Urinverlust kommen. Psychischer Druck kann allerdings die Blase „nervöser“ machen und eben zu Blasenschmerzen, wiederkehrendem Harndrang oder Harnverlust führen. Das liegt daran, dass Stress und seelische Belastungen sich auf die Nervenzellen in der Blase auswirken können. Diese senden – abhängig vom Füllstand der Blase – bestimmte Signale an die Blasenmuskulatur.
Inkontinenz durch Stress und psychische Belastung: Was dagegen helfen kann
Leiden Sie unter plötzlich auftretenden Blasenstörungen oder Harnverlust, sollten Sie die Ursachen von einem Arzt abklären lassen. So können beispielsweise körperliche Auslöser ausgeschlossen oder behandelt werden. Sollte allerdings der Verdacht bestehen, dass es sich um seelische Ursachen handelt, werden meist verschiedene Behandlungsmöglichkeiten miteinander kombiniert. Folgende Therapien stehen dabei zur Verfügung:
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.