Kleines Organ, große Wirkung

Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto, Schilddrüsenüberfunktion: Symptome, die auf die Erkrankung hindeuten

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Auch unspezifische Anzeichen können von der kranken Schilddrüse ausgehen. Betroffene sollten mit bestimmten Symptomen ihre Schilddrüsenwerte überprüfen lassen.

Die Schilddrüse (Glandula thyroidea) übernimmt im menschlichen Körper eine lebenswichtige Rolle. Dieses vergleichsweise kleine Organ – in der Form eines Schmetterlings – befindet sich im Hals, unterhalb des Kehlkopfes und an der Vorderseite der Luftröhre. Schilddrüsenhormone beeinflussen das gesamte Herz-Kreislauf-System, indem sie die Erweiterung der Blutgefäße, die Regulation des Blutdrucks und den Herzschlag kontrollieren. Gleichzeitig spielt die Schilddrüse eine bedeutende Rolle bei der Regulation des Fettstoffwechsels, der Schweißproduktion sowie der Funktion von Nieren und Darm.

Eine regelmäßige Kontrolle der Schilddrüsenwerte erfolgt in der Regel nicht. Spätestens wenn bestimmte Beschwerden vorliegen, beispielsweise auch Frauen nicht schwanger werden können oder Männer unter Potenzproblemen leiden, sollte eine gründliche Untersuchung der Schilddrüsenwerte erfolgen, um sicherzugehen, ob und welche Erkrankung der Auslöser ist.

Kranke Schilddrüse: Verschiedene Ursachen mit unterschiedlichsten Symptomen

Ist die Schilddrüse entzündet oder kommt es zu einer Unterversorgung der Hormone, kann sich dies durch verschiedene Beschwerden wie starke und anhaltende Müdigkeit bemerkbar machen.

Die häufigsten Erkrankungen, nach denen Interessierte auch verstärkt im Netz suchen, sind Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und Hashimoto (Hashimoto-Thyreoiditis). Von einer Schilddrüsenüberfunktion aufgrund der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow sind weniger betroffen.

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Schilddrüse: Zehn jodhaltige Lebensmittel unterstützen das Organ

Milch in einem Glas
Um die Gesundheit der Schilddrüse zu stärken, braucht der Körper ausreichend Jod. Dieses steckt unter anderem in Milchprodukten. Vollmilch enthält beispielsweise 6 µg / 100 g Jod.  © Westend61/IMAGO
Hartkäse
Käse zählt ebenfalls zu den jodhaltigen Lebensmitteln. Hartkäse hat zum Beispiel einen Jodgehalt von 20-40 µg / 100 g.  © Bernd Jürgens/IMAGO
Eier in einer Schale
Eier enthalten 10 µg / 100 g Jod. Neben Jodsalz können sie deshalb als zusätzliche Jodquelle dienen.  © CHROMORANGE/IMAGO
Spinat in einer weißen Schüssel
Spinat ist nicht nur ein kalorienarmes Gemüse, das den Körper mit den Mineralstoffen Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen versorgt: Das grüne Blattgemüse enthält mit 12 µg / 100 g auch reichlich Jod, um die Schilddrüse vor Krankheiten zu schützen.  © Vitalina-Rybakova/IMAGO
Brokkoli in einer Schüssel
Brokkoli enthält 15 µg / 100 g Jod. Um Ihre Schilddrüse vor Erkrankungen zu schützen, empfiehlt es sich deshalb, das grüne Gemüse regelmäßig zu verzehren. ©  Alex9500/IMAGO
Erdnüsse in der Schale
Nüsse sind wichtige Jodlieferanten, die regelmäßig verzehrt werden sollten, um die Schilddrüse gesund zu halten. Erdnüsse haben beispielsweise einen Jodgehalt von 13 µg / 100 g. Es eignen sich aber auch Cashewkerne (10 µg / 100 g) oder Walnüsse (3 µg / 100 g). © I. Rozenbaum & F. Cirou/IMAGO
Seelachs auf einem Teller garniert mit zwei Zitronenscheiben
Seelachs zählt ebenfalls zu den jodhaltigen Lebensmittel. Er enthält 200 µg / 100 g Jod, was der täglich empfohlenen Jodaufnahme entspricht. Wenn Sie regelmäßig Seefisch essen, tun Sie Ihrer Schilddrüse damit etwas Gutes. © blickwinkel/IMAGO
Zwei Kabeljau-Filets in einer Pfanne
Um Erkrankungen der Schilddrüse vorzubeugen, sollte mindestens einmal pro Woche Seefisch auf dem Speiseplan stehen. Neben Seelachs und Schellfisch eignet sich hier zum Beispiel auch Kabeljau, da er ausreichend Jod enthält.  © CSH/IMAGO
Garnelen am Spieß
Auch Garnelen zählen zu den Lebensmitteln, die reichlich Jod enthalten. Sie gehören zu den tierischen Lebensmitteln, die als zuverlässige Jodlieferanten gelten, um die Schilddrüse fit zu halten. © Karel Noppé/IMAGO
Essbare Algen in einer Schüssel
Essbare Algen sind vor allem aus der asiatischen Küche bekannt. Aufgrund ihres hohen Jodgehalts können sie sogar gesundheitsschädlich sein. Menschen, die unter einer Schilddrüsen-Erkrankung leiden, sollten deshalb beispielsweise keine auf Algen basierende Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. © Jiri Hera/IMAGO

Schilddrüsenerkrankungen sind weit verbreitet und können Menschen jeden Alters betreffen. In Deutschland entwickelt etwa ein Drittel der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens mindestens eine Form von Schilddrüsenerkrankung. Dabei steigt die Prävalenz mit zunehmendem Alter.

In Deutschland kommt es bei etwa fünf von 100 Personen zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Diese ist durch die verminderte oder fehlende Produktion der Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Levothyroxin) gekennzeichnet, bei gleichzeitig zu hohem Wert des Regelhormons TSH. Die häufigste Ursache für eine Unterfunktion ist die Hashimoto-Thyreoiditis.

Nur etwa ein Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden an einer Schilddrüsenüberfunktion, auch als Hyperthyreose bekannt. Diese Stoffwechselstörung wird in den meisten Fällen durch die Autoimmunerkrankung Morbus Basedow oder eine Fehlfunktion der Schilddrüse verursacht. Frauen leiden fünf- bis zehnmal häufiger an einer Schilddrüsenüberfunktion als Männer.

Schilddrüsenunterfunktion: Anzeichen kennen und Beschwerden richtig deuten

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann sich bei Betroffenen durch folgende Symptome bemerkbar machen:

Schilddrüsenunterfunktion: Welche elf unspezifischen Symptome auf die Erkrankung hindeuten

Junge Frau, die müde am Computer sitzt
Müdigkeit zählt zu den typischsten Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion. Der Alltag ist dann für viele Betroffene ohne Behandlung äußerst schwer zu bewältigen. Häufig wird die Erschöpfung zunächst auf Stress, Schlafstörungen, Schlafmangel oder Überlastung zurückgeführt. Die Mehrheit weiß zunächst nicht, dass das Müde-sein aus einem Hormonmangel in der Schilddrüse resultiert. Sie produziert dann zu wenig Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3), wodurch sich der Stoffwechsel verlangsamt, was sich mitunter in starker Müdigkeit bemerkbar macht.(Symbolbild) © AntonioGuillem/Imago
Frierende Frau am Computer
Frauen wird häufig nachgesagt, dass sie schneller und mehr frieren als Männer. Dies ist tatsächlich biologisch zu erklären: Muskeln erzeugen und speichern Wärme. Da Männer im Durchschnitt über mehr Muskelmasse als Frauen verfügen, frieren sie weniger. Wer gegenüber Kälte besonders empfindlich ist, bei dem könnte es sich allerdings auch um ein typisches Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion handeln. Daher lohnt sich immer eine Kontrolle der Schilddrüsenwerte bei regelmäßigen Fröstel-Attacken. (Symbolbild) © AntonioGuillem/Imago
Frau fasst sich an an Kopf wegen Konzentrationsschwierigkeiten
Neben der Müdigkeit sind Leistungs- und Konzentrationsschwäche häufiges Symptom bei Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Betroffene fühlen sich antriebslos und niedergeschlagen. Dies ist dadurch zu erklären, dass die Schilddrüsenhormone selbst im Gehirn wirken: Die Hormone lassen Gehirnzellen wachsen und fördern die Bildung von Nervenzellen im Lern- und Gedächtniszentrum des Gehirns. Fehlen Schilddrüsenhormone, macht sich dies unmittelbar an der Konzentration der Betroffenen bemerkbar. (Symbolbild) © William Perugini/Imago
Junge Frau sitzt depressiv auf dem Bett
Die Antriebslosigkeit geht häufig mit depressiven Verstimmungen bis hin zur Depression einher. Bei anhaltendem Desinteresse und Niedergeschlagenheit sollte unbedingt eine mögliche Schilddrüsenerkrankung von einem Facharzt – Gynäkologen oder Endokrinologen – abgeklärt werden, ehe Betroffene ursächlich auf Depression hin behandelt werden, so das „Deutsche Schilddrüsenzentrum“. (Symbolbild) © Monkey Business 2/Imago
Paar sitzt auf dem Bett mit dem Rücken zueinander.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann bei Männern Einfluss auf die Potenz und das sexuelle Lustempfinden nehmen. Die Leistungsschwäche und Abgeschlagenheit, die mit der Hypothyreose zusammenhängen, kann auch eine Impotenz auslösen. Daher gilt: Im Falle von Erektionsstörungen und sexueller Unlust bei Männern immer auch daran denken, die Schilddrüsenwerte überprüfen zu lassen. (Symbolbild) ©  AndreyPopov/Imago
Mann steht auf Waage, um Gewicht zu kontrollieren
Eine Schilddrüsenunterfunktion zeigt sich in den meisten Fällen auch durch eine Gewichtszunahme, ohne dass Betroffene ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen. Gleichzeitig haben sie Schwierigkeiten, das Gewicht zu halten oder abzunehmen, da die Schilddrüsenhormone für die Blutzuckerregulierung und den Fettabbau fehlen. Bemerken Sie an sich eine signifikante Gewichtszunahme, wenden Sie sich an einen Arzt, um die Schilddrüsenwerte überprüfen zu lassen. (Symbolbild) © Ekaterina Yakunina/Imago
Frau hält Büschel Haare zwischen den Fingern.
Übermäßiger Haarausfall kann verschiedene genetische, immunologische, entzündliche aber auch hormonelle Ursachen haben. Letzteres ist bei einer Schilddrüsenunterfunktion ein häufiges und typisches Symptom, da der Stoffwechsel verlangsamt ist. Dies hat auch Auswirkungen auf den Haarwuchs. Die Haare wachsen weniger schnell, sind trocken, brüchig und fallen eher aus. Besonders an den äußeren Rändern der Augenbrauen können sich kahle Stellen zeigen. Bemerken Sie bei sich auffälligen Haarausfall, sollten Sie dies mit Ihrem Arzt besprechen und Ihre Schilddrüsenwerte überprüfen lassen. Männer mit einer unentdeckten Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) werden dies auch beim Rasieren feststellen können, da der Bartwuchs dann wesentlich geringer ausfällt. (Symbolbild) © AndreyPopov/Imago
Frau mit Schwangerschaftstest
Wenn ein Paar nicht schwanger wird, sollten auch die Schilddrüsenhormone als Grund näher untersucht werden. Die Schilddrüse mit ihren Hormonen übernimmt entscheidende Funktionen im weiblichen Zyklus und ist wichtig für das Eintreten einer Schwangerschaft. Die Hormone wirken auf den Stoffwechsel und somit auch auf die Keimdrüsen. Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann bei Frauen den Menstruationszyklus sowie die Reifung der Eizelle negativ beeinflussen. Bei Kinderwunsch sollte also immer auch die Schilddrüse kontrolliert werden, um auszuschließen, ob beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion und/oder Hashimoto vorliegt. (Symbolbild) © YakobchukOlena/Imago
Frau prüft den Puls eines Patienten
Ein unspezifisches Symptom, das Betroffene selten bemerken, geschweige denn mit der Schilddrüse in Verbindung bringen, ist ein niedriger Blutdruck und schwacher Puls. Der Grund dafür: Durch die fehlenden Schilddrüsenhormone, ist der Körper nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt, sodass dies den Puls und Herzschlag langsamer und schwächer werden lässt. (Symbolbild) © cience Photo Library/Imago
Junge Frau fasst sich an die Brust
Eine Schilddrüsenerkrankung hat auch Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System. Umgekehrt sollte bei allen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems auch immer eine mögliche Schilddrüsenunterfunktion in Betracht gezogen werden, laut „Deutsches Schilddrüsenzentrum“. Aus der Praxis weiß man, dass es bei Betroffenen neben einem verlangsamten Puls auch zu Herzrhythmusstörungen und langfristig einer Herzschwäche beziehungsweise Herzinsuffizienz kommen kann. (Symbolbild) © AntonioGuillem/Imago
Rücken eines Patienten mit Pickeln
Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor und stehen daher weniger Hormone im Körper zur Verfügung, kann als Folge weniger Fett aus dem Blut in die Leber transportiert werden. Das führt dazu, dass die Cholesterinwerte und Triglyceriden im Blut ansteigen. Hohe Cholesterinwerte verursachen in der Regel keine Symptome, was in vielerlei Hinsicht für den Körper gefährlich werden kann. Das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt steigt signifikant. Im Falle einer Schilddrüsenerkrankung zeigt sich das hohe Cholesterin in schweren Fällen anhand kleiner, gelber Pickel auf der Haut, sogenannte Xanthome, welche die Folge von überschüssigem Fett sind. (Symbolbild) © aoo3771/Imago

Schilddrüsenüberfunktion: welche Anzeichen durch zu viel Schilddrüsenhormone entstehen

Die Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion sind ähnlich einer -unterfunktion zu Beginn oft wenig spezifisch. Symptome wie Nervosität oder Haarausfall werden selten sofort mit einer Schilddrüsenerkrankung in Verbindung gebracht. Bei Frauen kann es in manchen Fällen auch eine Begleiterscheinung der Wechseljahre sein.

  • Vermehrtes Schwitzen und warm-feuchte Haut
  • Verstärkte Nervosität, Ängstlichkeit, Impulsivität
  • Stimmungsschwankungen
  • Schlafstörungen
  • Gewichtsabnahme
  • Durchfall
  • Häufiges Wasserlassen
  • Brüchige, lichte Haare mit vermehrtem Haarausfall
  • Dünne, brüchige Nägel
  • Augenprobleme wie vermehrter Tränenfluss, Fremdkörpergefühl, Lichtscheu

Hashimoto-Thyreoiditis: Eine „Mischung“ aus Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenüberfunktion

Hashimoto-Thyreoiditis, auch häufig als „Hashimoto“ bezeichnet, ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse, die durch eine Fehlfunktion des Immunsystems verursacht wird. Symptome können zunächst ausbleiben, weshalb Hashimoto nicht selten lange unentdeckt bleibt. Zeigen sich Symptome, werden sie häufig fehlinterpretiert, was dazu führt, dass Betroffene oft jahrelang mit den Beschwerden permanenter Müdigkeit und Stimmungsschwankungen leben. Obwohl Hashimoto-Thyreoiditis nicht geheilt werden kann, steht eine effektive Behandlung mit Schilddrüsenhormontabletten Thyroxin zur Verfügung.

Nimmt die Schilddrüse aufgrund der chronischen Entzündung zunehmend Schaden, resultiert daraus ein Mangel an wichtigen Hormonen im Körper. Anfangs greift das Immunsystem verstärkt auf den Hormonspeicher der Schilddrüse zurück, wodurch große Mengen an Schilddrüsenhormonen ausgeschüttet werden. Dadurch kommt es zunächst zu Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion mit Beschwerden wie Zittern, Durchfall und Herzklopfen.

Nach Jahren kann sich dann eine Schilddrüsenunterfunktion entwickeln, aufgrund der fortschreitenden Entzündung, welche eine normale Funktion der Schilddrüse nicht mehr zulässt. Infolgedessen sinkt der Hormonspiegel der Schilddrüse und es kommt zu charakteristischen Symptomen einer Unterfunktion.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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