Traurigster Tag des Jahres: Wertvolle Tipps, was Sie bei depressiven Gedanken im Winter tun sollten
VonNatalie Hull-Deichsel
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Als „Blue Monday“ ist der dritte Montag im Januar bekannt geworden. Welche Faktoren im Winter zur Traurigkeit beitragen und Tipps, was Sie für Ihre Psyche tun können.
Der „Blue Monday“ gilt als der traurigste Tag des Jahres und wurde 2005 von dem britischen Psychologen Dr. Cliff Arnall ernannt. Er fällt in der Regel auf den dritten Montag im Januar und basiert auf einer Formel, die verschiedene Faktoren berücksichtigt: das Wetter, offene Rechnungen oder Schulden, die mit in das neue Jahr genommen werden sowie das Gefühl von wenig Motivation und Antriebslosigkeit. Der Blue Monday soll das Tief nach den festlichen Feiertagen und dem Neujahrsbeginn symbolisieren.
Formel für die Traurigkeit
[W + (D-d)] x TQ / M x Na – Laut Dr. Arnall steht das W für „Wetter“ (weather), D für Finanzen oder Schulden (debt), welches als d das finanzielle Kontingent im Januar beeinträchtet. T ist die Zeit (time), die seit den in der Regel fröhlichen Feiertagen vergangenen sind und Q symbolisiert die guten Vorsätze, die Menschen als nicht haltbar oder erfüllbar empfinden. Das ganze steht im Konflikt mit der persönlichen Motivation M (motivation) und dem zunehmenden Bedürfnis, aktiv zu werden, was Arnall mit Na (need) aufgreift.
Eindeutige wissenschaftliche Belege gibt es für die Formel der Traurigkeit nicht, doch kann der „Blue Monday“ das Bewusstsein erweitern und dabei helfen, auf psychische Erkrankungen wie Depressionen im Allgemeinen aufmerksam zu machen. Es gibt verschiedene Ursachen und Auslöser, die Menschen belasten können – wichtig ist es, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen beziehungsweise anzunehmen.
Vielen Menschen klagen in den Wintermonaten über Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen. Wer dies jedoch regelmäßig und über den Winter hinaus an sich bemerkt, sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Im Winter erleben viele Menschen aus verschiedenen Gründen eine Zunahme von Traurigkeit und depressiven Gefühlen. Ursachen dafür sind beispielsweise:
Lichtmangel: Die Tage sind im Winter kürzer, und es gibt weniger natürliches Tageslicht. Dies kann den biologischen Rhythmus beeinflussen und zu einem Mangel an Serotonin, einem Neurotransmitter, führen, der die Stimmung beeinflusst.
Vitamin-D-Mangel: Weniger Sonnenlicht bedeutet auch weniger Produktion von Vitamin D im Körper, was mit einem niedrigen Energielevel und einer schlechten Stimmung in Verbindung gebracht werden kann.
Wetterbedingungen: Kaltes und unfreundliches Wetter kann Menschen dazu bringen, weniger Zeit im Freien zu verbringen, was zu einem Mangel an frischer Luft und Bewegung führen kann.
Feiertagsstress: Die festliche Jahreszeit zum Jahresende hin kann mit zusätzlichem Stress verbunden sein, sei es durch soziale Verpflichtungen, Einsamkeit, finanzielle Belastungen oder hohe Erwartungen.
Post-Urlaubs-Blues: Nach den festlichen Feiertagen kann eine gewisse Leere oder Enttäuschung eintreten, wenn die Routine wieder einsetzt und die Vorfreude vorbei ist.
TelefonSeelsorge Deutschland e. V. – Ökumenischer Verein für TelefonSeelsorge und Seelsorge Hotline
Über die folgenden Telefonnummern sowie per E-Mail und Chat unter der angegebenen Internetadresse erreichbar:
Sich bewusst kleine Freuden im Alltag zu gönnen, sei es die Lieblingsmusik hören, mit einem lieben Menschen sprechen oder ein aufbauendes Hobbie regelmäßig pfelgen
Lichttherapie kann gegen den Einfluss von Dunkelheit und kurzen Tagen helfen
Es ist wichtig zu betonen, dass ernsthafte depressive Zustände professioneller Hilfe bedürfen. Bei anhaltenden Symptomen sollte man sich an einen Arzt oder Psychologen wenden. In jedem Fall ist eine gesunde Selbstfürsorge und auch der Austausch mit Menschen, die einen unterstützen, entscheidend, um im Winter eine positive mentale Gesundheit aufrechtzuerhalten.
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Sie sind depressiv? Bei der Telefon-Seelsorge bekommen Sie rund um die Uhr Hilfe – an jedem Tag im Jahr: Rufen Sie 0800 1110111 oder 0800 1110222 an. Der Anruf ist kostenfrei. Ihre Telefonnummer wird nicht übertragen und Sie müssen Ihren Namen nicht sagen. Das Gespräch dauert so lange wie nötig.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.