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Online-Psychotherapie: Nicht nur günstiger, sondern auch wirksam

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Wer nicht monatelang auf einen Therapieplatz warten kann oder möchte, kann eine Online-Psychotherapie machen. Diese scheint hilfreich bei Ängsten und Depressionen.

Online-Therapie statt Termin beim Psychotherapeuten? Was für viele Patienten während der Corona-Pandemie Realität wurde, könnte in Zukunft zur Normalität in der Psychotherapie werden. Einfach und flexibel von zu Hause mit dem Therapeuten der Wahl sprechen – klingt nicht nur sehr bequem, sondern scheint tatsächlich auch für Patienten von Vorteil zu sein. Online-Therapien haben laut britischen Forschern ein sehr gutes Nutzen-Kosten-Profil. Der neue Therapie-Ansatz könnte zudem Versorgungsengpässe bei Therapieplätzen verringern. Welche Vorteile eine Online-Therapie bietet und welche Limitationen Experten in internetbasierten Anwendungen sehen, erfahren Sie hier. 

Online-Verhaltenstherapie ist ähnlich wirksam wie eine Standardtherapie

Ganz einfach von zu Hause: Bei einer Online-Therapie bekommen Betroffene schnelle Hilfe.

Der Bedarf für psychotherapeutische Behandlungen in Deutschland hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Viele Praxen sind bereits seit einiger Zeit an ihrer Belastungsgrenze. Internetbasierte psychotherapeutische Behandlungsmethoden könnten den Druck auf Institutionen verringern und betroffenen Menschen zudem eine schnellere und flexiblere Hilfe bieten.

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Eine Frau sitzt und schreibt in ein Notizbuch.
Schreiben Sie Tagebuch: Wer seine Gedanken und Gefühle aufschreibt, sieht viele Dinge meist klarer. Egal ob es sich um Wünsche, Träume oder Erinnerungen handelt - Schreiben Sie auf, was Ihnen durch den Kopf geht. Schreiben hilft, die eigenen Gedanken zu reflektieren und Erlebnisse von einem anderen Sichtpunkt wahrzunehmen.  © Tanya Yatsenko/Imago
Creative Highlights Symbolbilder Artist hands covered in paint. Young painter. Art concept. Las Palmas de Gran Canaria,
Nehmen Sie sich Zeit kreativ zu sein: Egal ob Musik, Tanz oder Kunst - Wer kreativ ist, vergisst für einen Moment alles um sich herum. Ängste und Sorgen treten in den Hintergrund. Dafür müssen Sie keinesfalls ein großer Künstler sein. © Cavan Images via www.imago-images.de
Eine Mädchen-Hand greift nach einer Blume.
Verbringen Sie Zeit in der Natur: Körperliche Bewegung in der Natur hat einen positiven Effekt auf das seelische Wohlbefinden. Sport, aber auch schon ein Spaziergang helfen das Stresshormon Cortisol abzubauen und sorgen dafür, dass das Gelückshormon Serotonin vermehrt ausgeschüttet wird. Bewusst Zeit in der Natur zu verbringen, hilft außerdem das Gedankenkarussell im Kopf zu stoppen.  © Imago
Eine junge Frau im Regenmantel breitet ihre Arme in der Natur aus.
Üben Sie Selbstakzeptanz: Wer sich selber so akzeptiert - mit allen Schwächen und Stärken -, zeigt auch mehr Verständnis für andere. Statt sich ständig innerlich zu kritisieren, hilft es aufbauend und tröstend mit sich selber zu sprechen. Dabei kann es helfen den eigenen Dialogue so aufzubauen, als ob man mit einem geliebten Menschen sprechen würde.  © Cavan Images/Imago
Jemand hält ein Geschenk in den Händen.
Machen Sie sich selber ein Geschenk: Niemand anders als Sie selbst ist dafür verantwortlich, dass es Ihnen gut geht. Wer sich hin und wieder selbst belohnt, steigert sein Wohlbefinden und damit auch sein Selbstwertgefühl.  © nndanko / Imago
Ein Kind läuft durch den Sand.
Seien Sie achtsam: Wer seinen Alltag achtsam gestaltet, ist laut Studien besser in der Lage mit Rückschlägen und Problemen umzugehen. Entspannungsübungen und Meditationen helfen Stress und negative Emotionen besser zu verarbeiten.  © Hodei Unzueta/Imago
IMAGO Nature: Unsere Erde, Umweltprobleme, Überbevölkerung From above unrecognizable people walking on zebra crossing o
Reduzieren Sie Stress: Wer von einem Termin zum nächsten hetzt, tut Körper und Seele keinen Gefallen. Dauerstress macht nachweislich krank. Planen Sie bewusst Ruhephasen ein und lassen Sie ausreichend Platz zwischen Terminen. Jeder braucht auch mal Zeit zum Durchatmen.  © IMAGO/Mikel Ponce
Eine Frau schaut mit traurigem Blick aus dem Fenster.
Fühlen Sie alle Emotionen: Statt Trauer oder Ärger zu verdrängen - und diesen Gefühle damit noch mehr Kraft zu geben - kann es helfen, sich klar zu machen, dass auch diese Emotionen zum Leben gehören. Misserfolge, Fehler und Enttäuschungen sind Teil der menschlichen Erfahrung und bringen uns weiter.  © Alberto Menendez/Imago
Frau im Rollstuhl hält Hand einer Pflegerin.
Helfen Sie anderen Menschen: Wie gut es tut, anderen zu helfen, haben viele Menschen verlernt. Wer keine Zeit hat direkt ein Ehrenamt zu übernehmen, kann beispielsweise damit anfangen, seinen Liebsten Unterstützung anzubieten. © ALFO/Imago
Vier Freunde, die gemeinsam in einem Innenhof essen und gerade anstoßen. (Symbolbild)
Pflegen Sie Ihre Freundschaften: Nehmen Sie sich Zeit Beziehungen zu Ihren Mitmenschen, Freunden und Familie zu pflegen. Es hilft zudem über Dinge, die einen belasten mit anderen zu teilen und sich einer nahestehenden Person anzuvertrauen.  © Philipp Dimitri/Imago

Obwohl sich das Angebot von Online-Anwendungen in Deutschland noch in einem frühen Stadium befindet, wächst die Anzahl der zugelassenen Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs). „Die schnellere Verfügbarkeit von Therapie durch Online-Angebote kann durchaus relevant sein, besonders für Menschen, die dringend Unterstützung benötigen. Insgesamt kann eine schnellere Versorgung in der psychischen Gesundheitsversorgung dazu beitragen, den Verlauf von psychischen Erkrankungen zu mildern und die Lebensqualität von Betroffenen zu verbessern“, erklärt Prof. Dr. Claudia Buntrock, Juniorprofessorin für Public Health und Versorgungsforschung am Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. 

Aktuelle Studie: Internetbasierte Anwendungen bieten schnellere Hilfe

Im Rahmen der aktuellen Studie untersuchte das britische Team die Daten von 27.540 Patienten. Alle Teilnehmer hatten im Vorfeld der Untersuchung entweder die Hauptdiagnose Depression oder Angststörung erhalten. Zudem hatten die Patienten entweder eine internetbasierte Anwendung oder eine andere Therapieform wahrgenommen. Auf Basis gesundheitsökonomischer Modelle berechneten die Forscher die Kosten im Zusammenhang mit den verschiedenen Schweregraden der Erkrankung. Zu den wichtigsten Kostenfaktoren zählen demnach die Zeit von der Überweisung bis zum Abschluss der Behandlung, die Wirksamkeit der Behandlung und die mit der Behandlung verbundenen Kosten. 

Das Ergebnis: Gerade eine internetbasierte Behandlung scheint aus verschiedenen Gründen vorteilhaft. Patienten haben schnelleren Zugang zu einer Online-Therapie. Dies wirkt sich auch positiv auf den gesamten Behandlungszeitraum aus – die Zeit von Überweisung bis zum Therapieerfolg war bei internetbasierten Anwendungen deutlich kürzer. Insbesondere bei schweren Fällen sei eine schnelle Behandlung zudem ausschlaggebend, wie die Experten schreiben. 

Schnelle und effektive Hilfe wichtig bei psychischen Erkrankungen

„Online-Angebote können dem Gesundheitssystem Vorteile wie Kosteneinsparungen durch eine effizientere Ressourcennutzung bieten. Durch Online-Therapien könnten Therapiekapazitäten besser verteilt und Engpässe reduziert werden, insbesondere durch verkürzte Wartezeiten und die Möglichkeit, mehr Patientinnen zu behandeln. Eine größere Reichweite solcher Angebote ermöglicht zudem eine bessere Versorgung von Patienten und Patientinnen in abgelegener Regionen. Allerdings erfordern Online-Angebote eine sorgfältige Qualitätssicherung“, so Prof. Dr. Claudia Buntrock, Juniorprofessorin für Public Health und Versorgungsforschung am Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, über die Vor- und Nachteile von Online-Therapien für das Gesundheitssystem. 

Die Studie zeigt auch, wie wichtig eine schnelle und effektive Behandlung für Menschen mit Depressionen und Angststörungen ist. „Vor allem bei schweren psychischen Störungen ist eine lange Wartezeit nicht nur individuell unzumutbar – in Summe ergeben sich gesellschaftliche und wirtschaftliche Kosten, die höher sein können als die einer gezielten Behandlung“, weiß Prof. Dr. Christine Knaevelsrud, Professorin für Klinisch-Psychologische Intervention an der Freien Universität Berlin.

Nicht nur Vorteile: Fehlender persönlicher Kontakt bei Online-Therapie

Internetbasierte Ansätze können hier der Expertin zu Folge unterstützen, da diese schneller verfügbar und zeitlich wie örtlich flexibler sind als Präsenspsychotherapie. Die Wirksamkeit diverser internetbasierter Behandlungen für verschiedene psychische Störungen sei mittlerweile zudem durch zahlreiche internationale und nationale Studien überzeugend belegt.

Während die Online-Angebote es praktisch allen Patienten ermöglichen, Zugang zu Behandlungen zu haben, gibt es auch Nachteile. Der fehlende persönliche Kontakt, fehlende technische Fähigkeiten und Infrastrukturen schließen vor allem ältere Menschen aus. 

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Artem Varnitsin/Imago

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