Riechen statt schauen

Verwechslung von Bärlauch endet tödlich – einfacher Trick rettet Leben

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Aus Bärlauch lässt sich eine Suppe kochen. Doch Sie sollten sich beim Pflanzensammeln nicht vergreifen. Wie unterscheidet man Bärlauch von Giftpflanzen?

Hamm - Die Natur ist manchmal gemein. Gehen wir durch den Wald, um Pflanzen zu sammeln, steht nirgendwo ein Schild mit dem praktischen Warnhinweis „Vorsicht, giftig“. Und dass einige ungefährliche Pflanzen dann noch Giftpflanzen zum Verwechseln ähnlich sehen, macht die Suche nach geeigneten Zutaten für das selbst gekochte Essen nicht gerade ungefährlicher. Beispielsweise kann Bärlauch sehr leicht mit Maiglöckchen und Herbstzeitlose verwechselt werden. Wie kann man die Doppelgänger voneinander unterscheiden?

Suche nach Bärlauch endet tödlich: So vermeiden Sie Verwechslung mit Giftpflanzen

Dass eine Verwechslung sogar tödlich enden kann, zeigt ein aktueller Fall aus Österreich. Wie unter anderem bild.de berichtet, hatte ein Ehepaar mit selbst im Wald gesammeltem „Bärlauch“ eine Suppe gekocht. Am 11. März 2024 wurden beide mit Anzeichen einer Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Wenige Tage später waren sie tot. Ein Unglücksfall: Statt Bärlauch haben die Frau und ihr Mann die giftige Herbstzeitlose erwischt.

Tatsächlich ist es auf den ersten Blick schwierig, Bärlauch und die giftigen Pflanzen Maiglöckchen und Herbstzeitlose auseinanderzuhalten. Aber es gibt Wege. Dabei sollte man aber weniger seinen Augen und mehr seiner Nase vertrauen. „Optisch ist Bärlauch für Normalsterbliche kaum von Maiglöckchen und Herbstzeitlose zu unterscheiden“, erklärt Klaus Fischer. Stattdessen solle man an den Pflanzen riechen, sagt der Gartenexperte. Denn Bärlauch hat ein sehr auffälliges Merkmal: Er riecht nach Knoblauch.

Zwar gebe es auch andere Anhaltspunkte wie das Aussehen der Blüten, um Bärlauch von Herbstlose und Maiglöckchen zu unterscheiden. Allerdings ist der Geruchstest die einfachste und deutlichste Methode. An der Pflanze zu riechen, sollte ausreichen. Ansonsten kann man auch die Blätter zwischen den Fingern reiben und dann an der Hand riechen.

Bärlauch mit der Nase erkennen: So verhindern Sie eine Verwechslung mit Giftpflanzen

Aber auch hier gibt es eine Warnung von Klaus Fischer: „Sollte Ihre Hand danach nicht nach Knoblauch riechen: unbedingt Händewaschen!“ Sonst könne es sein, dass Rückstände einer giftigen Pflanze an den Händen bleiben. Darüber hinaus hat der Gartenexperte aber noch einen anderer wichtigen Hinweis: „Bärlauch steht unter Schutz“, macht Fischer klar. „Er darf für den Eigenbedarf gesammelt werden, allerdings nur in kleinen Mengen.“

Gut merken: So sieht Bärlauch aus. Diese Info kann Ihr Leben retten.

Die Verlockung ist ebenfalls groß, bei einem Spaziergang ein paar Frühlingsblumen mit nach Hause zu nehmen. Doch dann droht keine Vergiftung, sondern ein saftiges Bußgeld. Denn viele Frühlingsblumen stehen unter Artenschutz. Auch beim Bärlauchpflücken im Wald droht ein Bußgeld. Und apropos Frühling: Die Gartensaison hat wieder begonnen. Die ersten Pflanzen können auf Terrasse und Balkon gestellt werden, doch nicht jede Blume verträgt die letzten niedrigen Temperaturen in der Nacht.

Rubriklistenbild: © Sebastian Willnow / dpa

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