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Burger-King-Skandal nach Enthüllungs-Doku: Jetzt spricht Schichtleiterin aus Bayern und ordnet ein

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Eine RTL-Doku enthüllte dramatische Zustände in deutschen Burger-King-Filialen. Eine Schichtleiterin aus Bayern berichtet nun von ihrer Filiale. Mit Handschuhen werde auch dort nicht gearbeitet.

München - Die US-amerikanische Fast-Food-Kette Burger King stand zuletzt heftig in Kritik. RTL-Recherchen des „Team Wallraff“ deckten Anfang Oktober erhebliche Missstände in den Filialen auf. Eine Schichtleiterin des Unternehmens berichtete nun von den Zuständen in ihrer eigenen Niederlassung.

Burger-King-Skandal: Schichtleiterin im Interview

Die Vorwürfe gegen Burger King hatten es in sich: Mäusekot, unterbrochene Kühlketten, vermeintlich vegane Produkte, die nun ihr V-Label verlieren, Ausbeutung von Mitarbeitern. Das Unternehmen versprach jedoch Besserung - und schloss die betroffenen Filialen umgehend.

Eine Schichtleiterin des Schnellrestaurants war kurz nach Veröffentlichung der RTL-Doku beim YouTuber und Streamer zarbex zu Gast. Das Video des Streams postete zarbex anschließend auf seinem You-Tube-Kanal. Die 22-jährige Lina arbeitet in einer Filiale in Bayern und bezeichnet sich selbst als „Burger-King-Managerin“. Wenn man sich bemüht, sei es ihrer Aussage nach aber nicht „so schwer“ diesen Rang zu erreichen.

„Würde bei uns nie in Frage kommen“: 22-Jährige berichtet aus Filiale in Bayern

Ganz so dramatisch wie in den nun geschlossenen Filialen sei die Situation bei ihnen aber nicht: „Die Sachen, die ich da gesehen habe, würden bei uns niemals infrage kommen“, berichtet die Burger-King-Mitarbeiterin. Aber auch in ihrer Filiale werde nicht immer penibel nach Vorschrift gehandelt.

Beim Transport und der Lagerung von Lebensmitteln spielt die Temperatur eine wichtige Rolle. Das Gesundheitsamt Main-Kinzing-Kreis warnt diesbezüglich: „Mangelhafte Kühlung ist der Hauptgrund für Lebensmittelinfektionen.“ Die Schichtleiterin berichtete im Interview, Salat müsse theoretisch bereits nach vier Stunden Haltezeit weggeworfen werden.

Allerdings wolle man auch nicht unnötig Lebensmittel verschwenden - Die 22-Jährige erzählt aus ihrer Filiale: „Man guckt, ob das Essen noch gut ist und dann wird die Haltezeit gegebenenfalls verlängert.“ Dabei werde aber stets darauf geachtet, dass die Produkte gekühlt bleiben. Andernfalls hätte man eine „extreme Lebensmittelverschwendung“, so die Schichtleiterin.

„Von 11 Uhr bis 1 Uhr nachts“: Lange Arbeitszeiten wegen Personalmangel

Den Vorwurf, Arbeitszeitregelungen würden nicht eingehalten, kann Lina jedoch bestätigen. Die junge Frau berichtet, in ihrer eigenen Filiale arbeiten viele Leiharbeiter aus Albanien,, trotzdem herrsche akuter Arbeitskräftemangel. Die Leiharbeiter „arbeiten teilweise fast jeden Tag von 11 Uhr bis 1 Uhr nachts“, erzählt die Mitarbeiterin im Gespräch mit dem Streamer. Sie selbst sei davon bislang aber kaum betroffen.

Mitarbeiter tragen keine Handschuhe - „Das ist Standard“

„Team Wallraff“ offenbarte in der RTL-Doku unter anderem gravierende Hygienemängel in mehreren Burger-King-Filialen. Die Schichtleiterin aus Bayern gibt aber Entwarnung: Ratten und Mäuse hätte es in ihrer Filiale bislang noch nie gegeben. Die Tatsache, dass Mitarbeiter keine Handschuhe tragen, sei hingegen durchaus üblich. „Das ist Standard“, meint die Mitarbeiterin. Lebensmittel sollten jedoch immer mit einer Zange angefasst werden. - Nur beim Zusammenlegen der Burger dürfe mit den Fingern gearbeitet werden.

Bei Verstößen sei ihr Chef streng, meint die 22-Jährige. Eine Mitarbeiterin fasse regelmäßig Chicken-Nuggets mit den Fingern an. Diese Kollegin sei schon mehrfach darauf hingewiesen worden. Sollte sich ihr Verhalten nicht ändern, würde der Vorgesetzte nicht zögern, ihr zu kündigen, sagt die Schichtleiterin. Erst im Sommer hatte Burger King eine „pflanzenbasierte Revolution“ angekündigt - nun verlor das Unternehmen das V-Label, Kunden müssen auf die veganen Alternativen wohl vorerst verzichten. (mlh)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Gstettenbauer

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