Betrügerische Anrufe

Dreiste Lotto-Abzocke macht die Runde – woran Sie den Betrug erkennen

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Kriminelle Telefonbetrüger geben sich derzeit als Mitarbeiter der Lottogesellschaft aus. Was Sie niemals tun sollten und wie Sie sich am besten davor schützen können.

Chemnitz – Betrugsversuche über das Telefon werden nicht weniger. Im Gegenteil: Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) nehmen die telefonischen Betrugsmaschen sogar stetig zu. Zwar ist die Art der Abzocke nicht neu, für Kriminelle aber weiterhin sehr lukrativ. So wurde ein älteres Ehepaar Opfer eines Telefonbetrugs, bei dem die Betrüger über 35.000 Euro erbeuteten.

Die Betrugsfälle werden dabei immer dreister und gefährlicher. Und für die Betroffenen immer schwieriger zu erkennen. Eine besonders perfide Masche ist der Enkeltrick oder Schockanruf, mit dem insbesondere Senioren ins Visier genommen werden. Wenn jedoch bestimmte Tipps und Regeln befolgt werden, fallen Sie nicht auf die fiese Masche rein. Aktuell werden Lotto-Spieler von Betrügern ins Visier genommen.

Achtung Lotto-Betrug: Woran Sie unseriöse Anrufe erkennen

Vorsicht Lotto-Abzocke: Diese Hinweise sollten Sie am Telefon beachten

Wie die Sächsische Lotto-GmbH in einer Pressemitteilung am Freitag (26. Januar) mitteilte, sind „vermehrt betrügerische Anrufe aufgetreten“. „Besonders im Regierungsbezirk Chemnitz seien viele unseriöse Anrufe gemeldet worden“, heißt es weiter. Demnach geben sich die Betrüger als Mitarbeiter der Lottogesellschaft aus und versuchen unter einem Vorwand an sensible Daten wie die Bankdaten ihrer Opfer zu gelangen.

Die Lotteriegesellschaft warnte eindringlich vor der neuen Betrugsmasche und bat Verbraucher ausdrücklich folgende Hinweise zu beachten:

  • Unaufgeforderte Anrufe: Mitarbeiter von Sachsenlotto rufen niemals ungebeten an.
  • Abgleich von Bankdaten: Niemals werden Bankdaten telefonisch von Mitarbeitern abgeglichen.
  • Persönliche Informationen: Geben Sie persönliche Daten nicht preis. Die Lotteriegesellschaft bittet Sie nie telefonisch darum.
  • Bei Zweifel direkt auflegen: Zweifeln Sie an der Seriosität des Anrufs, beenden Sie umgehend das Telefonat und kontaktieren Sie den Kundenservice der Sächsischen Lotto-GmbH. Die Rufnummer ist kostenlos.
  • Werbeanrufe: Verbraucherschützer empfehlen grundsätzlich bei unerlaubten Werbeanrufen einfach aufzulegen und keinesfalls Daten wie Namen, Adressen, Kontodaten oder andere Kontaktinformationen preiszugeben.

Leider scheuen Kriminelle keine Mühen und Aufwand. Sie sind hochprofessionell und gehen meist raffiniert vor. Für ihre Betrügereien wird mittlerweile vermehrt auch Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt, was die Gefahr für Rentner noch deutlich vergrößert.

Lotto-Telefonbetrug: Viele Verträge sind nur mit schriftlicher Zusammenfassung gültig

Telefonbetrug kann auch zu unberechtigten Forderungen führen. Wie die Verbraucherzentrale informiert, werden Angerufene auch häufig dazu gedrängt, „Ja“ zu sagen. Kurze Zeit später erhalten die Betroffenen dann Rechnungen, obwohl sie nichts bestellt haben oder einem Vertragsabschluss zugestimmt haben.

Verbraucherschützer geben aber Entwarnung. Ist Ihnen ein solcher Fall passiert, müssen Sie die Rechnung nicht zahlen. Allerdings sollten schriftliche Aufforderungen nicht ignoriert, sondern schriftlich gewehrt werden. Laut Verbraucherzentrale schreibt der Gesetzgeber bei vielen Verträgen mit Laufzeit vor, sodass diese erst mit der Zustimmung zu einer schriftlichen Zusammenfassung beginnen dürfen. Das betrifft insbesondere:

  • Viele Energielieferverträge (zum Beispiel Strom und Gas)
  • Verträge über Internet-, Telefon- und Mobilfunkanschlüsse
  • Verträge über die Teilnahme an Gewinnspielen
  • Verträge mit Lotterien

Die Verbraucherzentrale hat zudem die wichtigsten Informationen über seriöse und unseriöse Inkassounternehmen zusammenstellt.

Lotto-Betrug: Auch Spam-Anrufe und E-Mail-Spams nehmen zu

Auch der Massenversand nicht angeforderter Werbe-E-Mails kann nervig sein und das Mail-Postfach unnötig verstopfen. Doch häufig beanspruchen sie nicht nur enormen Speicherplatz, sondern können im schlimmsten Fall auch Phishing-Versuche sein. Es gibt aber hilfreiche Tipps, wie Sie E-Mail-Spam verhindern können.

Experten empfehlen jedoch Spam-Mails nicht einfach zu löschen. Viel wichtiger noch sollten E-Mail-Anhänge BKA zufolge auf keinen Fall geöffnet werden. Auch Spam-Anrufe häufen sich und können mit einfachen Handgriffen blockiert werden. (vw)

Rubriklistenbild: © Andrey Popov/ Imago

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