Erinnerungslücken

Vergesslichkeit oder schon Anzeichen von Demenz? Diese ersten Warnsignale sollten Sie im Blick haben

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Mit dem Alter ein wenig vergesslich zu werden, ist völlig normal. Aber wie erkennt man, ob es sich um krankhafte Zeichen handelt, die auf eine Demenz hindeuten könnten?

Schlüssel verlegt, Termin vergessen, Name entfallen: Gedächtnisprobleme sind eine normale Begleiterscheinung des Alterns. Plötzlich kann man sich partout nicht mehr daran erinnern, wo man das Auto geparkt hat oder die Brille hingelegt hat. Bei Betroffenen schrillen die Alarmglocken: Ist das noch normale Vergesslichkeit oder handelt es sich um die ersten Anzeichen einer Demenz? So lassen sich harmlose Gedächtnisprobleme von der unheilbaren Gehirnerkrankung abtrennen.

Vergesslichkeit im Alter bedeutet nicht automatisch Demenz

Mit zunehmendem Alter kommt es vor, dass einem das Gedächtnis immer mehr im Stich lässt. Laut der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) haben Menschen ab 65 zunehmend Probleme, sich neue Informationen zu merken und mehrere Dinge gleichzeitig zu verarbeiten.

Bei einer Demenz nimmt die Leistungsfähigkeit des Gehirns immer mehr ab.

Außerdem finden sie es schwieriger, sich an Namen zu erinnern und daran, wo sie Dinge hingelegt haben. Altersbedingte Gedächtnisstörungen sind jedoch nicht krankhaft und schränken den Alltag, wenn überhaupt, nur geringfügig ein, heißt es laut Informationen des AFI.

Demenz führt im fortgeschrittenen Stadium zur Pflegebedürftigkeit

Im Gegensatz dazu gestaltet sich eine selbständige Lebensführung für Demenz-Patienten schwierig. Die Gedächtnisprobleme zwingen Betroffene in einen ernsthaften Krankheitszustand, so das AFI. Das geht so weit, dass sie vollständig auf die Hilfe anderer angewiesen sind und pflegebedürftig werden. Schwer Betroffene erkennen ihre Angehörigen nicht mehr und wissen nicht, in welcher Zeit sie leben.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Erkrankung. Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) leiden etwa 1,4 Prozent der 65- bis 69-jährigen Menschen in Deutschland an einer Demenz. Bei den 75- bis 79-Jährigen beträgt der Anteil 6,4 Prozent, während bei den 85- bis 89-Jährigen sogar 21,9 Prozent betroffen sind. Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Form der Demenz. Dabei sterben nach und nach Nervenzellen im Gehirn ab, was einen kontinuierlichen Verlust der kognitiven Fähigkeiten zur Folge hat.

Depression ist mehr als nur traurig sein – welche Symptome auf die psychische Erkrankung hindeuten

Frau mit starrem Blick
Sich wie versteinert fühlen – so beschreiben Menschen mit einer Depression häufig ihren psychischen und körperlichen Zustand, laut der „Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention“. Häufig sind Depressionen von einer sehr gedrückten, niedergeschlagenen Stimmung begleitet, was als ein Hauptsymptom gilt. Einige Betroffene beschreiben auch ein Gefühl der inneren Leere und die Unfähigkeit, ihre eigenen Emotionen, einschließlich negativer Gefühle, wahrzunehmen. © BDS/Imago
Mann am Fenster
Personen, die an Depressionen leiden, verlieren das Interesse an früher bedeutsamen Aktivitäten und Dingen. Hobbys, berufliche Tätigkeiten, Freizeitbeschäftigungen oder soziale Unternehmungen mit Familie und Freunden bereiten ihnen keine Freude mehr. Durch die „innere Leere“, wie es Betroffene häufig beschreiben, geht das Interesse an bisher wichtigen Dingen verloren. Freudlosigkeit und allgemeines Desinteresse sind das zweite mögliche Hauptsymptom einer Depression. © ArtmannWitte/Imago
Frau blickt in Spiegel
Ein vermindertes Selbstwertgefühl, wenig Selbstvertrauen, gepaart mit Gedanken wie „Ich bin schuld an allem“, macht sich bei vielen an einer Depression erkrankten Menschen bemerkbar. Betroffene wenden sich nicht selten von ihrem Umfeld ab, da sie annehmen, Familienmitgliedern, Freunden oder Kollegen zur Last zu fallen. © Ute Grabowsky/photothek.net/Imago
Mann, der müde und erschöpft ist
Erschöpfung und Müdigkeit bestimmen zunehmend den Alltag. Während einer Depression fühlen sich Betroffene häufig im wahrsten Sinne antriebslos, was es ihnen schwer macht, sich zu motivieren. Gewohnte Tätigkeiten wie im Beruf und selbst einfache Alltagsaufgaben, beispielsweise Einkaufen oder Aufräumen können zur großen Herausforderung werden, schnell erschöpfen und manchmal sogar unerledigt bleiben. Auch das Treffen von Entscheidungen fällt schwer: Betroffene haben nicht mehr das Gefühl, das Richtige zu tun. © nitor/Imago
Frau mit Gehirnnebel am Arbeitsplatz.
Konzentrationsschwierigkeiten und verminderte Aufmerksamkeit können auch auf eine Depression hindeuten. Betroffene können ihre Umgebung nicht mehr richtig wahrnehmen, vergessen kürzlich Gesagtes oder Geschehens, sodass nicht selten sie selbst oder das nähere Umfeld zunächst eine Alzheimer-Demenz in Betracht ziehen. © Zoonar.com/Yuri Arcurs/Imago
Frau sitzt vor Suppenteller
Ältere Menschen können ebenfalls eine Depression entwickeln. Gründe und Ursachen sind auch hier vielfältig. So zeigt sich durch alle Altersgruppen, dass der Appetit und das Hungergefühl von Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, sich verändert. Die Freude am Essen geht im wahrsten Sinne verloren. Die Folge ist dann nicht selten Gewichtsverlust. Es kann aber auch das Gegenteil eintreten und Betroffene entwickeln Heißhungerattacken. © Photographee.eu/Imago
Frau liegt wach im Bett
Schlafstörungen können verschiedene Ursachen haben und sind nicht selten auch eine typische Begleiterscheinung von Depressionen. Menschen mit dieser psychischen Erkrankung finden häufig nicht in den Schlaf, können nicht durchschlafen oder wachen früh auf – hinzukommt dann in vielen Fällen eine Spirale aus negativen Gedanken und Sorgen. © Zoonar/IMAGO
Frau, die verzweifelt weint
Menschen, die an einer Depression erkranken, durchlaufen Phasen der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, insbesondere in Bezug auf ihre Zukunft. Die psychische Erkrankung wird zunehmend von dem starken Gefühl begleitet, aus der Situation nicht mehr herauszukommen. © HalfPoint Images/Imago
Mann fasst sich an die Stirn
Während einer Depression können Betroffene auch unter ausgeprägter innerer Unruhe leiden, wodurch es ihnen schwerfällt, sich zu entspannen. Sie fühlen sich getrieben und zeigen möglicherweise hyperaktive Verhaltensweisen wie ständiges Hin- und Hergehen. Andererseits kann es auch zu einer Verlangsamung von Bewegungen oder in der Sprache kommen. © Science Photo Library/Imago
Mann blickt aus dem Fenster
„Was wäre, wenn ich einfach nicht mehr da wäre“ – solche oder ähnliche Gedanken holen Menschen mit einer Depression, gerade wenn sie schon ausgeprägt ist, immer wieder ein. Der Wunsch, einer als aussichtslos und ausweglos empfundenen Situation zu entkommen, bis hin zu Überlegungen, sich selbst Schaden zuzufügen, kommt mehr und mehr auf. © Alberto Menendez/Imago

Könnte es Demenz sein? Diese acht Warnzeichen deuten auf die Erkrankung hin

Bei den folgenden acht Symptomen kann es sich um frühe Anzeichen einer Alzheimer-Demenz handeln.

1. Kurzzeitgedächtnis stark beeinträchtigt

Das Kurzzeitgedächtnis hilft uns dabei, Informationen für eine kurze Zeit zwischenzuspeichern. Demenz-Betroffenen fällt es sehr schwer, Neues im Kopf zu behalten. Sie stellen oft die gleichen Fragen, selbst wenn diese schon mehrmals beantwortet wurden.

2. Alltagsaufgaben bereiten Probleme

Dass man im Alter gelegentlich Hilfe bei anspruchsvolleren Tätigkeiten braucht, ist ganz normal. Wenn alltägliche Aufgaben wie das Kochen oder Anziehen zunehmend Probleme bereiten, könnte dies ein Anzeichen für Demenz sein. Betroffene Menschen bringen die Reihenfolgen der Arbeitsschritte durcheinander oder lassen einzelne Schritte aus.

3. Orientierungslosigkeit

Fehlende Orientierung ist ein typisches Merkmal von Demenz-Betroffenen. Die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. schreibt dazu auf ihrer Website: „Normal Vergessliche verlieren nie die Fähigkeit, sich selbst zu orientieren. Auch in einer fremden Umgebung finden sie Anhaltspunkte, um sich zurechtzufinden.“ Menschen mit Demenz haben außerdem Probleme, sich zeitlich zu orientieren.  

4. Ständige Wiederholungen

Im Alter kommt es vor, dass man vergisst, welche Geschichte man bereits erzählt hat. Bei Demenz-Patienten nehmen diese Wiederholungen allerdings extreme Ausmaße an: Sie erzählen möglicherweise derselben Person innerhalb eines kurzen Zeitraums mehrfach die gleiche Geschichte.

5. Antriebslosigkeit

Apathie und Lustlosigkeit gehören zu den typischen Symptomen einer Demenz. Betroffene ziehen sich zurück, verlieren das Interesse an Hobbys und vermeiden gesellschaftliche Aktivitäten. Nicht selten sitzen sie stundenlang teilnahmslos vor dem Fernseher. Laut dem Informationsportal wegweiser-demenz.de des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ist das Risiko für depressive Störungen bei Menschen mit Demenz deutlich erhöht. Umgekehrt erhöhen auch Depressionen das Risiko für Demenzen – und zwar um das bis zu Sechsfache.

6. Stimmungsschwankungen

Selbst ausgeglichene Menschen können bei einer Demenz launisch und aufbrausend werden. Die starken Stimmungsschwankungen sind unvorhersehbar und stellen vor allem für Angehörige eine echte Belastungsprobe dar. Plötzliche Verhaltensänderungen sind ein Warnsignal, das man bei einem Verdacht auf Demenz nicht ignorieren sollte.

7. Sprachstörungen

Betroffene haben oft Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, und verlieren den Faden. Sie erinnern sich nicht an einfache Ausdrücke und verwenden stattdessen unpassende Füllwörter. Ihre kommunikative Fähigkeit wird eingeschränkt.  

8. Urteilsvermögen beeinträchtigt

Menschen mit Demenz fällt es zunehmend schwer, überlegte Entscheidungen zu treffen und Situationen logisch zu beurteilen. Beispielsweise ziehen sie Winterkleidung im Sommer an oder können nicht mehr mit Geld umgehen. In fortgeschrittenen Stadien der Demenz sollten sich Kinder nicht unbeaufsichtigt in ihrer Obhut befinden.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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