Katzenverhalten erklärt

Warum Katzen uns immer den Sitzplatz klauen – und was es in Wirklichkeit bedeutet

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Jeder, der mit einer Katze lebt, weiß, wie das ist: Man steht kurz auf, um sich einen Snack zu holen – und schon hat die Katze den Platz eingenommen, auf dem man gerade noch saß. Warum lieben sie das so sehr?

Viele Katzenhalter kennen das: Kaum hat man den Sitzplatz auf dem Sofa oder am Schreibtisch für einen kurzen Moment verlassen, schon hat sich die Katze dort niedergelassen. Dieses scheinbar diebische Verhalten lässt sich durch eine Kombination aus sozialem Bindungsverhalten und territorialem Anspruch erklären.

Was steckt hinter dem Platzklau?

Kaum steht man auf, liegt die Katze auf dem Platz.

Katzen sind territorial veranlagte Tiere, deren Verhalten stark durch Geruchssignale geprägt ist. Der Mensch hinterlässt auf jedem Platz, den er nutzt, unbewusst eine Vielzahl an Geruchsspuren – vor allem über Haut, Haare und Kleidung. Für die feine Katzennase sind diese Duftmarken ein starkes Indiz dafür, dass es sich um einen sicheren und vertrauten Ort handelt. Indem die Katze sich auf diesen Platz legt, nutzt sie die Vertrautheit des Geruchs als Orientierung und Wohlfühlfaktor. Darüber hinaus nimmt sie den Platz selbst symbolisch in Besitz, was Teil ihres natürlichen Revierverhaltens ist.

Soziale Bindung zum Menschen

Obwohl Katzen lange als Einzelgänger galten, zeigen neuere Studien, dass sie durchaus soziale Bindungen zu ihren Bezugspersonen aufbauen können – vergleichbar mit denen von Hunden oder Kleinkindern. Das Aufsuchen des vom Menschen verlassenen Sitzplatzes kann somit als Ausdruck sozialer Nähe interpretiert werden. Der Platz symbolisiert nicht nur Nähe, sondern auch emotionale Verbundenheit: Die Katze zeigt damit, dass sie in der Nähe ihres Menschen sein möchte – selbst wenn dieser gerade nicht anwesend ist.

Katzen mögen es warm und kuschelig

Ein weiterer zentraler Faktor ist die Vorliebe von Katzen für warme Umgebungen. Aufgrund ihres ursprünglichen Lebensraums in warmen Klimazonen bevorzugen Katzen höhere Umgebungstemperaturen als Menschen. Körperwarme Oberflächen wie ein frisch verlassener Stuhl oder ein Sofa bieten ideale Bedingungen für Ruhephasen, da sie weniger Energie zur Wärmeregulation aufwenden müssen. Das Verhalten lässt sich somit auch aus energetischer Sicht erklären: Katzen handeln effizient und wählen gezielt warme Liegeplätze, um ihren Wärmehaushalt zu optimieren.

Katzen sind von Natur aus neugierig

Katzen verfügen über ein ausgeprägtes Erkundungsverhalten. Veränderungen in ihrer Umwelt – so klein sie auch erscheinen mögen – ziehen ihre Aufmerksamkeit auf sich. Ein gerade freigewordener Sitzplatz ist für die Katze ein interessantes Ziel: Er riecht anders, hat eine veränderte Temperatur und bietet möglicherweise eine neue Perspektive auf den Raum.

Zehn No-Gos von Katzen: auf dem Arm getragen werden, laute Geräusche & Co.

Eine schlafende Katze.
Auch wenn sie dabei besonders niedlich und hübsch aussehen, hassen es Katzen, beim Schlafen gestört zu werden. Sie benötigen täglich ausreichend Schlaf, um mit ihrer Energie zu haushalten sowie zur Kontrolle des Stoffwechsels. Genauso wenig schätzen die Stubentiger es im Übrigen, wenn man sie beim Fressen stört. © VWPics/Imago
Eine Katze – man sieht nur ihre Beine – sitzt vor zwei aufeinandergestapelten Mandarinen.
Katzen haben ein feines Näschen und können manche beißenden oder stechenden Gerüche nicht ausstehen. Dazu gehören ätherische Öle, der Geruch bestimmter Lebensmittel oder manche Küchendüfte. Zitrusaromen, Kaffeesatz, Bananenschalen, Zwiebeln, Knoblauch und Essig schlagen manche Katzen direkt in die Flucht. Auch einige Zimmerpflanzen, Blumen oder die ätherischen Düfte von Tannennadeln empfinden Katzen als extrem unangenehm. Der Vorteil: Die meisten der verhassten Pflanzen könnten bei Verzehr giftig sein. Menschengemachte Gerüche wie Haushaltsreiniger und Parfums sind für Katzen überwiegend zu stark und werden daher als störend empfunden. © Pond5 Images/Imago
Ein Babykätzchen versteckt sich.
Neben ihrem feinen Näschen besitzen Katzen auch ein extrem empfindliches Gehör. Damit reagieren sie auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Wird es um sie herum plötzlich laut, können sie nicht zuordnen, weshalb das passiert. Aus diesem Grund ertragen sie keine lauten Geräusche – sogar Streit kann für sie zur Belastung werden. © Panthermedia/Imago
Eine Katze kuschelt sich an eine Frau, die gerade Yoga macht.
Streicheln, kuscheln, anfassen – für Katzen ist das nicht immer ein Genuss. Erfahrene Katzenbesitzer wissen, dass die Stubentiger hin und wieder empfindlich auf Berührungen reagieren können. Lassen Sie die Mieze ihre eigenen Regeln machen und warten Sie am besten darauf, dass sie zu Ihnen kommt. Streicht sie um Ihre Beine oder stupst Sie mit dem Näschen an, möchte sie gestreichelt werden. © Zoonar/Imago
Eine Katze sitzt vor einer geschlossenen Holztüre.
Katzen mögen keine Frustration. Dazu gehören nicht nur verschlossene Türen, sondern auch Spiele, bei denen sie nicht gewinnen können. Bleibt die Belohnung aus oder wird der Jagdtrieb nicht befriedigt, ist es mit der guten Laune vorbei. Verschlossene Türen hingegen widersprechen der neugierigen Natur von Katzen. Hören sie dann auch noch Geräusche dahinter, wie beispielsweise von ihren Besitzern, kann der Katzenjammer schnell groß werden. © Danita Delimont/Imago
Ein Katzenbaby und ein Entenbaby beschnuppern sich.
Die meisten Katzenbesitzer meinen es gut, wenn sie ihren Tieren tief in die Augen blicken. Was sie dabei nicht wissen, ist, dass Katzen das Angestarrt werden als Bedrohung wahrnehmen. Aus Sicht einer Katze ist es höflich, sie nur kurz anzuschauen. Geheimtipp: Möchten Sie Ihrem Liebling sagen, dass Sie ihn lieben, blinzeln Sie ihn langsam, aber kurz an. © Image Source/Imago
Zwei schwarze Katzen beäugen einen Saugroboter misstrauisch.
Katzen können Staubsauger nicht ausstehen. Sie empfinden ihn nicht nur als zu laut, sondern auch als unberechenbar. Kein Wunder: Er bewegt sich durch das ganze Haus und damit, ohne zu fragen, durch ihr Revier. Er reinigt ihre Lieblingsplätze, aus ihrer Sicht, ohne Grund. Nur wirklich gelassene Artgenossen ertragen den saugenden Mitbewohner. © Westend61/Imago
Eine Katze sitzt mit großen Augen auf einem Menschenarm.
Eine Sache, die fast alle Katzenbesitzer tun, die jedoch für die meisten Katzen ein Graus ist: Die geliebten Haustiere hochheben und sie auf dem Arm tragen. Die gelassenen Exemplare lassen die Tortur über sich ergehen, viele wehren sich jedoch vehement dagegen. Der Grund ist eigentlich offensichtlich. Oftmals werden Katzen in dieser Position dazu gezwungen, ihren empfindlichen Bauch zu präsentieren. Sie sind dann verletzlich und empfinden das Getragen werden als unangenehm. © blickwinkel/Imago
Einer Katze wird ein Duschkopf über ihren Kopf gehalten.
Es stimmt, dass viele Katzen wasserscheu sind. Baden ist für diese Tiere aber nicht nur eine reine Qual, sondern in den meisten Fällen auch unnötig. Genauso verhält es sich, wenn ein verärgerter Nachbar den Wasserschlauch auf die Stubentiger hält. Allerdings ist es möglich, junge Kätzchen frühzeitig an Wasser zu gewöhnen. Ob Baden dann notwendig ist, sollten sich Katzenhalter dennoch gut überlegen, denn für gewöhnlich halten sich die Tiere selbst am besten sauber. In Ausnahmefällen wie Verletzungen oder Alterserscheinungen kann ein Bad jedoch eine sinnvolle Ausnahme darstellen. © YAY Images/Imago
Eine Katze leckt ihre Pfoten mit der Zunge.
Katzen sind sehr reinlich und mögen es auch in ihrer Umgebung am liebsten sauber und gepflegt. Altes Futter oder ein schmutziges Katzenklo können die Samtpfoten daher gar nicht leiden. Taucht in der Katzentoilette also ein Häufchen auf, entfernen Sie es besser und stellen damit sicher, dass Ihre Katze auch beim nächsten Bedürfnis ihr Klo und keinen anderen Ort in der Wohnung wählt. © YAY Images/Imago

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Wie kann ich verhindern, dass die Katze den Sitzplatz klaut?

Wenn der Wunsch besteht, den eigenen Sitzplatz für sich zu behalten, sollten alternative Liegeplätze geschaffen werden, die sowohl Wärme als auch vertraute Gerüche bieten. Kissen oder Decken, die regelmäßig in der Nähe des Menschen genutzt werden, können helfen, die Katze umzulenken, ohne ihr Nähebedürfnis zu ignorieren. Wichtig ist dabei, dass der Katze positive Alternativen angeboten werden, statt das Verhalten mit Ablehnung zu bestrafen.

Das Verhalten, dass Katzen sich auf den Sitzplatz ihres Menschen legen, ist keineswegs ein zufälliger oder allein verspielter Akt. Es handelt sich vielmehr um ein vielschichtiges Zusammenspiel aus Instinkt, Bindung und Komfortsuche. Wer dieses Verhalten versteht, erkennt darin nicht nur ein Stück tierischer Persönlichkeit, sondern auch einen Ausdruck tiefer Verbundenheit.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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