Tierischer Schatten

Warum Katzen uns stets verfolgen – sogar bis ins Badezimmer

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Das Verfolgen des Menschen durch die Wohnung – bis hin ins Bad – ist bei Katzen ein häufig beobachtetes Verhalten.
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Kaum steht man auf, ist die Katze schon zur Stelle. Sie folgt uns sogar bis ins Badezimmer, während wir auf der Toilette sind. Hinter dem Verhalten steckt viel mehr als reine Neugier.

Wer eine Katze hat, kennt es wahrscheinlich: Kaum steht man auf, ist sie schon zur Stelle. Sie folgt einem durch die Wohnung, wartet vor verschlossenen Türen – und begleitet einen sogar bis aufs Klo. Aber warum machen Katzen das eigentlich? Ganz so seltsam, wie es auf den ersten Blick wirkt, ist dieses Verhalten nicht. Tatsächlich steckt dahinter eine Mischung aus Zuneigung, Neugier und ganz typischem Katzenverhalten.

Katze verfolgt Herrchen bis auf die Toilette

Als Beispiel dient ein älteres TikTok-Video von „winstonandspooky“, das auch heute noch die Aufmerksamkeit zahlreicher Nutzer erregt. Dazu schreibt der junge Mann: „Die meisten Katzen: Unabhängig und brauchen nicht viel Aufmerksamkeit“. Diese Aussage spielt auf das weit verbreitete Klischee an, dass Katzen Einzelgänger sind und keine Beziehung aufbauen, doch das trifft auf Winston nicht zu. Denn er folgt seinem Menschen von Raum zu Raum – bis aufs Klo. 

@winstonandspooky Winston is not like most cats #catsoftiktiok #cattok #catdad ♬ Dog Days Are Over - Florence + The Machine

„Du kannst dich glücklich schätzen. Deine Katze liebt dich“, lautet der Tenor vieler Kommentare. Und ein weiterer Nutzer ergänzt: „Ich habe auch so ein Klebewesen“.

Warum verfolgen uns Katzen eigentlich?

Hinter dieser Eigenart steckt mehr als nur reine Neugier. Aus verhaltensbiologischer Sicht lassen sich mehrere plausible Gründe für das „Verfolgungsverhalten“ erklären.

1. Katzen bauen enge Bindungen auf

Auch wenn Katzen oft als Einzelgänger gelten, stimmt das nicht so ganz. Viele Stubentiger entwickeln eine sehr enge Beziehung zu ihrem Menschen. Wenn sie einem überall hin folgen, ist das ein Zeichen von Vertrauen und sozialer Bindung. Sie möchten einfach in Ihrer Nähe sein – ganz egal, was Sie gerade machen.

2. Geschlossene Türen sind verdächtig

Katzen sind sehr territoriale Tiere. Sie wollen wissen, was in ihrem Zuhause vor sich geht – und dazu gehört eben auch zu wissen, wo Sie gerade sind. Wenn Sie die Badezimmertür schließen, weckt das bei vielen Katzen erst recht das Interesse: „Was passiert da drin, und warum darf ich nicht dabei sein?“ Aus Sicht der Katze macht das keinen Sinn.

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Goldige Samtpfoten: Diese 12 Katzenrassen bringen jedes Herz zum Schnurren

Eine Ragdoll Katze schaut nach oben.
Ragdoll-Kitten kommen weiß zur Welt und entwickeln einige Tage später zunächst im Gesicht die typischen Pointzeichnungen. Zeichnungen an den Beinen und am Schwanz folgen. Im Alter zwischen drei und vier Jahren ist die Farbentwicklung abgeschlossen. Erst dann gelten Ragdolls als erwachsen. Übrigens: Die Ragdoll ist wohl die einzige Katzenrasse, auf die ein Patent angemeldet wurde. © Design Pics/Imago
Somali Katze
Die neugierige und anhängliche Somali ist eine plüschige Variante ihrer Schwesterrasse, der Abessinierkatze. Ihr anmutiges Erscheinungsbild beruht auf langen Beinen, einem athletischen Körperbau und dem eleganten Hals. Große Augen und Ohren verleihen ihr einen aufmerksamen Ausdruck. Die Somalikatzen sind wie die Abessinier bekannt für ihren markanten dunklen Farbstreifen. Dieser zieht sich zwischen den Schultern über den Rücken entlang zur Schwanzspitze. Der Sohlstreifen verläuft über die Hinterbeine bis zur Ferse. Auch das Ticking, die Färbung einzelner Haare in zwei oder mehr Farben, ist für die Somali typisch. © Depositphotos/Imago
Bengal-Katze sitzt auf dem Boden.
Bengalkatzen sind das Ergebnis der Kreuzung zwischen einer zahmen, schwarzen Hauskatze und einer wilden Asiatischen Leopardkatze. Bei einer direkten Kreuzung spricht man von sogenannten F1-Tieren. Kreuzt man ein F1-Tier mit einer Hauskatze, ist das Ergebnis ein F2-Tier. Während Katzen der F1- und F2-Generation oft das wilde Verhalten von Wildkatzen zeigen, ähnelt das Verhalten weiterer Generationen schon dem von Hauskatzen. Nur sehr erfahrene Katzenhalter sollten sich Bengalkatze der ersten beiden Generationen zulegen. © Zoonar/Imago
Eine junge Britisch Kurzhaar Katze blickt mit großen Augen direkt in die Kameralinse.
Katzen der Rasse Britisch Kurzhaar gelten als unkompliziert. Sie sind besonders anpassungsfähig, sanftmütig und geduldig. Sowohl für Singles als auch für Familien sind sie daher ein perfektes Haustier. In der Regel vertragen sie sich mit Hunden und verhalten sich tendenziell rücksichtsvoll und ruhig. Auch als einzeln gehaltene Katze kommt die BKH problemlos zurecht – über einen Artgenossen freut sie sich natürlich genauso. Betagte oder übergewichtige Britisch-Kurzhaar-Katzen sind nicht gerade leicht zu motivieren, doch die Besitzer sollten sich Mühe geben: Bei unzureichender Beschäftigung kann diese Rasse nicht nur schnell seelische Narben davontragen. Auch auf ihren Hüften setzt sich schnell das ein oder andere Pölsterchen fest. © Panthermedia/Imago
Eine Norwegische Waldkatze hat sich auf den Rücken gerollt und blickt verschmust in die Kamera.
Die Norwegische Waldkatze liebt die Gesellschaft von Menschen. Sie hat ein großes Kommunikationsbedürfnis und teilt sich ihren Menschen gerne über gutmütige Gurrlaute mit. Die Katzenrasse gilt als besonders temperamentvoll und bleibt auch hochbetagt sehr verspielt. Zwar sind diese Katzen auch für Haushalte mit Kindern geeignet, einzeln sollten sie jedoch nicht gehalten werden. Ihre Freiheitsliebe bei jeder Wetterlage sollten Norwegische Waldkatzen zumindest auf einem katzensicheren Balkon, im Optimalfall jedoch mit Zugang zur freien Natur ausleben dürfen. Dort zeigt sie ihr wahres Ich: Als Meisterin der Kletterkunst erklimmt sie sogar Felsen. Sie ist die einzige zahme Katze, die Bäume mit dem Kopf nach unten hinunterklettern kann. © agefotostock/Imago
Eine Siamkatze sitzt mit einem goldenen Glöcken um den Hals auf dem Boden.
Siamkatzen sind intelligent, charmant und besonders anhänglich. Ihre geschmeidige, muskulöse Erscheinung mit den charakteristischen blauen Augen und dem seidig glänzenden Fell bedeuten für viele Halter Liebe auf den ersten Blick. Die fordert sie mit ihrem starken Willen und einem hohen Durchsetzungsvermögen ein – denn teilen möchte sie ihren Menschen mit niemandem. Geschwister-Tiere sind bei der Siamkatze nicht erwünscht. Ihre Meinung hat im Haushalt außerdem einen hohen Stellenwert: Sie wird jederzeit und laut geäußert. © blickwinkel/Imago
Bombay Katze
Panther in Miniaturausgabe: Die Bombay-Katze hat ein seidiges schwarzes Fell ohne Flecken. Gemäß der Cat Fancier’s Association gelten auch große, runde, kupferfarbene Augen als Rassestandard. Verblasst die in der Züchtung nur schwer zu erzielende Augenfarbe im Alter, gilt die Katze nicht als Bombay. Die Samtpfoten haben einige erstaunliche Eigenschaften: Neben ihrer Gesprächigkeit (ihr Miauen gleicht eher einem Trällern), zeichnen sie sich durch eine hohe Intelligenz und Verträglichkeit mit Hunden aus. © Anka Agency International/Imago
Main-Coon-Katze auf der Straße
Sie gelten als die größten Hauskatzen der Welt und wirken entsprechend respekteinflößend. Doch Maine Coons sind besonders anhänglich und lieben es, zu kuscheln. Ihr ruhiges Gemüt steht dabei im Kontrast zur wild anmutenden Erscheinung. Für ihr herzerwärmendes Miauen sind sie sogar berühmt. © Wirestock/Imago
Katze Russisch-Blau
Auch die Russisch Blau zählt zu den schönsten Katzenrassen. Mit ihrer anmutigen Erscheinung, dem seidig weichen Fell und ihren leuchtend smaragdfarbenen Augen zieht sie Menschen in den Bann. Ihr ausgeprägtes Schnurrhaarkissen verleiht ihr das charakteristische Aussehen. Gut zu wissen: Die Russisch-Blau-Katze besitzt ein weltweit einzigartiges Doppelfell: Deckhaar und Unterwolle sind gleich lang, sodass ein plüschiges Fellkleid entsteht. © Shotshop/Imago
Eine Perserkatze liegt auf einem Baumstumpf im Garten. (Symbolbild)
Diese Rasse ist mit ihrem langen Fell, der dichten Unterwolle und dem buschigen Schwanz unverkennbar. Von der niedlichen Optik darf man sich allerdings nicht täuschen lassen: Perserkatzen haben einen starken Charakter und wissen sehr genau, was sie wollen – ihre Intelligenz kann auch mal in Dickköpfigkeit umschlagen. Dennoch wird ihre Persönlichkeit meist als ruhig, freundlich und zutraulich beschrieben. Die Perser weiß es jedoch zu schätzen, einen Kreis aus engsten Vertrauten um sich zu haben. Ihre gemütliche Ader kann sie auch als reine Wohnungskatze ausleben. Am glücklichsten ist eine Perserkatze mit ihrem eigenen Schlafplatz und endlosen Streicheleinheiten. © Blickwinkel/IMAGO
Türkisch Van
Ein weißes Fell mit roter Zeichnung – das ist typisch für die Katzenrasse Türkisch Van, auch als Türkische Wasserkatze oder Schwimmkatze bekannt. Diesem Namen macht sie alle Ehre. Denn im Gegensatz zu anderen Katzen kann die Türkisch Van schwimmen und tut das auch mit Vorliebe. Zum Glück ist ihr Fell wasserabweisend. Ihre besondere Zeichnung an Kopf und Schwanz wird Vanzeichnung genannt. © Ardea/imago
Die Farben von Katzenaugen haben besondere Bedeutungen
Odd-Eyed-Katzen sind zwar keine eigenständige Rasse, dennoch faszinieren sie durch ihre außergewöhnliche Schönheit. Mit ihren verschiedenfarbigen Augen strahlen sie eine geheimnisvolle Schönheit aus, von der man seinen Blick so schnell nicht mehr abwenden kann. Bei Katzen mit weißem oder weiß geschecktem Fell lässt sich das farbenfrohe Phänomen häufiger beobachten. Aber auch bei anderen Fellfarben und -mustern kann es vorkommen, dass die Augen unterschiedlich gefärbt sind. Die Kombination ist immer ein blaues mit einem andersfarbigen Auge. Das andersfarbige Auge entspricht übrigens der ursprünglichen Augenfarbe, während das blaue das Ergebnis einer Genmutation ist. © Imago

3. Katzen sind neugierig – und manchmal auch gelangweilt

Katzen lieben Routine, aber sie brauchen auch Abwechslung. Besonders Wohnungskatzen, die wenig Zugang zu neuen Reizen haben, suchen sich gern Beschäftigung. Wenn Sie durch die Wohnung wandern, ist das für die Katze ein kleines Abenteuer. Schließlich sind Sie ihre wichtigste Bezugsperson – und gleichzeitig ihre Hauptunterhaltung.

4. Das Ganze kann auch erlernt sein

Wenn Ihre Katze Sie begleitet und Sie sie dabei streicheln, mit ihr sprechen oder sie sogar ein Leckerli bekommt, lernt sie schnell: „Wenn ich mitgehe, passiert etwas Schönes.“ Dieses Verhalten verstärkt sich mit der Zeit von ganz allein – und schwupps, haben Sie einen kleinen Schatten, der Ihnen auf Schritt und Tritt folgt.

Wenn die Katze Sie also verfolgt, selbst bis ins Badezimmer, ist das in der Regel nichts, worüber Sie sich Sorgen machen müssen. Es zeigt, dass sie sich mit Ihnen verbunden fühlt, neugierig ist und Teil Ihres Alltags sein möchte. Natürlich: Wenn Sie mal einen Moment für sich brauchen, ist das auch okay. Viele Katzen gewöhnen sich mit der Zeit daran, dass bestimmte Türen gelegentlich mal zu sind – solange sie ansonsten genug Aufmerksamkeit, Spiel und Abwechslung bekommen.

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