VonStella Henrichschließen
Bei Rewe gibt es keine Werbeprospekte mehr. Der Lebensmittelkonzern bewirbt seine Produkte nur noch digital. Welche Wege schlagen Aldi, Lidl, Kaufland und Netto ein?
München ‒ Einkaufen ist keine Freizeitbeschäftigung - für die meisten jedenfalls. Viele Verbraucher machen die Befüllung des Kühlschranks sogar nur notgedrungen. Andere haben Freude einzukaufen und erstellen einen Einkaufsplan mit den besten Schnäppchen der Woche. Sie blättern sich durch die bunten Prospekte von Rewe, Edeka, Penny, Lidl und Aldi, um am Ende auch ein paar Euro zu sparen.
Doch für Kunden von Rewe ist seit Anfang des Monats Schluss damit. Der Kölner Lebensmittelriese hat die gedruckten Werbezettel aus seinen Filialen verbannt. Angebote und Serviceinformationen gibt es nur noch digital für die Kunden des Lebensmittelhändlers. Mit einem Klick auf einen Button, den Kunden per WhatsApp auf ihr Handy erhalten, können sie sich anschließend durch das Waren-Angebot von Rewe klicken.
Aus für Rewe-Prospekte: Das machen die Wettbewerber Aldi, Lidl und Co
Während Rewe seine Werbeprospekte öffentlichkeitswirksam verbannt hat, halten viele Wettbewerber am Markt noch an der Papierform des Produktflyers fest.
Das machen die Konkurrenten:
- Lidl: Die gedruckten Lidl-Prospekte mit Sonderangeboten bleiben bestehen. Sie sind ein zentrales Medium der Marketingaktivitäten, um Kunden über kommende Angebote zu informieren. „Grundsätzlich bleiben wir am Puls der Zeit und orientieren uns an der Mediennutzung sowie den Wünschen unserer Kunden“, teilt der Discounter auf Anfrage von merkur.de von IPPEN.MEDIA mit. Aber auch der digitale Handzettel nehme immer mehr an Bedeutung zu, daher informiert Lidl seine Kund:innen über die kommenden Angebote ebenfalls digital unter anderem auf der Lidl-Website, über die eigene App sowie via Newsletter.
- Aldi Nord: Aldi hält weiterhin an seinen bekannten Werbeprospekten fest. Das Aldi Magazin sei ein wichtiger und fester Bestandteil der Einkaufsplanung, heißt es vonseiten des Essener Discounters auf Anfrage. Dabei setzt Aldi Nord auch verstärkt auf digitale Prospekte, die eigene Webseite sowie die Kunden-App. Dort finden sich digitale Versionen des Magazins. Zusätzlich können sich Kunden kostenlos per WhatsApp über das wöchentliche Angebotssortiment informieren lassen. Digital-affine Kunden werden nach Angaben des Lebensmittelhändlers über Prospektportale angesprochen.
- Dabei seien Formatanpassungen ein gangbarer Weg, um auf die steigenden Papierpreise zu reagieren. Sonderausgaben veröffentlicht der Discounter übrigens häufig nur noch online - „aus Nachhaltigkeitsgründen“, heißt es.
- Edeka: hält an Werbung über gedrucktes Papier fest, weist aber in einer Anfrage von merkur.de von IPPEN.MEDIA darauf hin, dass der Supermarkt seine Angebotswerbung seit Längerem verstärkt von Print auf digitale Kanäle verlagert. Wie auch die Wettbewerber am Markt nutzt Edeka dazu die eigene Website, die App und Angebotsportale.
- Kaufland bewirbt seine Waren auch weiter via Papierform. „Unser Kundenprospekt ist für uns ein wichtiger Teil unseres Werbemixes“, teilt ein Supermarkt-Sprecher auf Anfrage von merkur.de von IPPEN.MEDIA mit. Dieses wird es auch weiterhin in Printform geben, aber auch die Webseite und die App können Kunden von Kaufland nutzen, um sich über das Warenangebot zu informieren.
- Netto setzt weiterhin auch auf Print in Kombination mit einem digitalen Prospekt, in dem Kunden der Edeka-Tochter mit Hauptsitz im bayerischen Maxhütte-Haidhof bereits eine Woche im Voraus im Angebotssortiment stöbern können. Voraussetzung natürlich, sie haben einen Zugang zum Internet. Auf der firmeneigenen Webseite findet sich auch - ganz versteckt am Ende der Seite - der Hinweis auf die Netto-App und den Newsletter. Gleichwohl betont Netto den Weg in eine nachhaltige Zukunft gehen zu wollen und holte ich dazu Partner wie die Umweltschutzorganisation WMF mit ins Boot.
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Rewe verbannt Werbeprospekt aus Papier: Deutsche Umwelthilfe begrüßt den Vorstoß
Werbung mittels gedruckter Zettel schade der Umwelt und sei nicht mehr zeitgemäß, lautet die Kritik der Deutschen Umwelthilfe. Sie begrüßt daher den Schritt der Supermarktkette Rewe ganz auf Papier zu verzichten, berichtete die Wirtschaftswoche. Mit dem Verzicht auf Papierwerbung spart das Unternehmen pro Jahr über 73.000 Tonnen Papier ein.
Grundsätzlich prüfen wir immer, wo wir unser Engagement für mehr Nachhaltigkeit noch weiter ausbauen können, da wir uns zum Ziel gesetzt haben, den ökologischen Fußabdruck des EDEKA-Verbunds kontinuierlich zu reduzieren.
Edeka teilte auf Anfrage mit: „Für unsere Prospekte setzen wir zum großen Teil nachhaltigeres Material wie Recyclingpapier oder FSC-zertifiziertes Papier“. Dieser Anteil werde kontinuierlich ausgebaut. Darüber hinaus optimiert der Supermarktverbund die Verteilgebiete permanent, „um die Auflagen so gering wie möglich zu halten“, so eine Edeka-Sprecherin. „Grundsätzlich prüfen wir immer, wo wir unser Engagement für mehr Nachhaltigkeit noch weiter ausbauen können.“
Rubriklistenbild: © Hanno Bode/imago

