- VonFranziska Schlöglschließen
Der Johannistag stellt für Gärtner einen wichtigen Meilenstein dar, denn nun sind einige Tätigkeiten zu erledigen – vom Heckentrimmen bis zur Ernte.
Am Johannistag, dem 24. Juni, feiern Christen die Geburt von Johannes dem Täufer. Doch auch im Garten hat dieser Tag eine besondere Bedeutung: Er markiert das Ende der Spargel- und Rhabarberernte und ist ein wichtiger Zeitpunkt für den Rückschnitt von Hecken und Obstbäumen.
Der Ursprung des Johannistags
Der Johannistag geht auf eine Zeit zurück, in der die Menschen sich an der Natur orientierten. In diesem Abschnitt des Jahreslaufs ernteten die Bauern ihr Heu, Kräuterfrauen banden Johanniskränze, und mit Johannisfeuern sollten Dämonen und Hagel ferngehalten werden. Die Asche der Feuer galt als segensreich und wurde auf den Feldern für eine ertragreiche Ernte verteilt.
Um den 24. Juni reifen auch die Johannisbeeren, die deshalb ihren Namen tragen. Pflanzen wie die Johanniskerze, das Johanniskraut oder die Johannisblume Arnika blühen zu dieser Zeit. Auch heute noch ist die Zeit um Johanni eine wichtige Phase für die Gartenarbeit.
Wichtige Erntezeit rund um den Johannistag
Während viele Pflanzen im Juni erst kräftig wachsen, endet die Ernte von Spargel und Rhabarber traditionell am 24. Juni:
Spargel wird danach nicht mehr gestochen, damit die Pflanze genügend Zeit hat, Nährstoffe für das nächste Jahr zu speichern. Eine alte Bauernregel sagt: „Bis Johanni nicht vergessen, sieben Wochen Spargel essen.“
Rhabarber enthält Oxalsäure, die in großen Mengen giftig ist. Ab dem Sommer steigt ihr Gehalt im Rhabarber, was diesen nicht nur bitter, sondern auch unverträglich macht. Nach dem Johannistag sollte Rhabarber deshalb nicht mehr geerntet werden.
Holunderblüten werden um den Johannistag herum für Sirup oder Tee geerntet.
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Heckenschnitt und Sommerschnitt für Obstbäume
Der Zeitraum um den Johannistag ist ideal für den Rückschnitt vieler Hecken und Bäume:
Hecken haben bis dahin ihren ersten Austrieb abgeschlossen. Ein Pflegeschnitt sorgt dafür, dass sie bis zum Saisonende in Form bleiben. Der neue Austrieb wird Johannistrieb genannt. Gehen Sie beim Schneiden mit der Heckenschere (werblicher Link) behutsam vor. Radikale Rückschnitte sind laut Bundesnaturschutzgesetz nicht erlaubt, um brütende Vögel zu schützen. Achten Sie außerdem darauf, dass es an dem Tag nicht zu heiß ist. Die oberste Blattschicht kann sonst verbrennen.
Obstbäume wie Kirsche und Apfel stoßen im Juni schwache Früchte ab. Man spricht vom sogenannten Junifall. Ist er vorbei, können Sie unerwünschte Triebe entfernen. Reißen Sie Triebe, die steil nach oben oder ins Bauminnere wachsen, einfach ab.
Rückschnitt für Ziergehölze
Viele Ziergehölze profitieren ebenfalls von einem Rückschnitt um den Johannistag. Einige, wie die Weigelie, blühen danach sogar ein zweites Mal. Empfehlenswerte Kandidaten für einen Schnitt sind:
- Flieder
- Schneeball
- Spiere
- Weigelie
Frühjahrsblüher wie Forsythien, Deutzien oder Gartenjasmin sollten hingegen direkt nach der Blüte geschnitten werden, da sie ihre Knospen für das nächste Jahr früh ausbilden.
Müssen Sie sich strikt an den Johannistag halten?
Der Johannistag gibt eine Richtung vor. Doch oft macht die Natur ihre eigenen Regeln. Sie kann in warmen Jahren weiter sein oder sich in kühleren Regionen verzögern. Gärtner orientieren sich heute am phänologischen Kalender, der das Jahr nicht in feste Daten, sondern in zehn Jahreszeiten unterteilt – basierend auf dem Entwicklungsstand der Pflanzen.