Ein Trick mit einem Papier-Knäuel soll Wespen in die Flucht schlagen. Was ist da dran? Und welche Methoden gegen die lästigen Besucher gibt es noch?
Auch wenn Wespen an sich nützliche Tiere sind, vergeht selbst Tierfreunden schnell die gute Laune, wenn die Insekten im Garten oder auf dem Balkon hartnäckig um Getränke und Teller schwirren. Hier kommt ein raffinierter und doch ganz einfacher Trick mit einer zerknüllten Papiertüte ins Spiel, die den Wespen vorgaukeln soll, dass ein feindliches Nest in der Nähe ist – woraufhin sie die Flucht ergreifen.
Trick mit Papiertüte ist nicht sinnvoll, um Wespen zu bekämpfen
Da Wespen als Nützlinge pflanzenfressende Insekten wie Blattläuse jagen und sogar wie Bienen als Bestäuber wirken, sollte man sie nur vertreiben und nicht töten, zumal dies unter Strafe verboten ist. Für die Papierknäuel-Methode zerknüllt man eine Papiertüte und hängt sie über die Balkontür oder im Garten in einen Baum – idealerweise in der Nähe des Tischs, an dem man sich aufhält. Da diese Attrappe einem Wespennest ähnelt, sollen vermeintliche Artgenossen den Wespen vorgaukeln, dass der Platz schon besetzt ist.
Experten halten von diesem Trick nicht viel: Sonja Dölfel vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) erklärt gegenüber Bayern 1, dass damit aber nicht die richtigen Arten vertrieben werden sollen. Denn die für den Menschen lästige Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe nisten in Erdlöchern oder Baumhöhlen. Die Imkerin Melanie von Orlow vom Naturschutzbund Deutschland ergänzt im Tagesspiegel, dass sich Wespen anders orientieren als Menschen, nämlich am Geruch. Da die Papierattrappe nicht nach Wespennest riecht, hilft das Aussehen nichts.
Alternative Maßnahmen, Wespen zu vertreiben
Stattdessen sollte man auf andere sanfte Methoden setzen, beispielsweise indem man die Wespen mit einer Ablenkfütterung weglockt, indem man einen Teller mit Trauben oder anderen reifen Früchten etwas abseits aufstellt. Oder indem man die Tiere mithilfe einer Sprühflasche mit Wasser einnebelt. Auch eine feuerfeste Schale mit Kaffeepulver und einem glimmenden Streichholz soll abschreckend wirken. Ein Ventilator erzeugt einen für die Insekten lästigen Gegenwind – anpusten sollte man sie hingegen nicht, da die Tiere darauf aggressiv reagieren.
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