VonAdrian Kilbschließen
Ab Dezember 2025 entfällt ein Zuschlag, wodurch sich die monatliche Rente erhöht. Welche Folgen hat das ab Juli 2026 für rund drei Millionen Menschen?
Rund drei Millionen Rentner können sich darüber freuen, dass ihre Rente im Dezember 2025 deutlich höher ausfallen wird als normalerweise. Der Grund ist ein integrierter Rentenzuschlag. Dieser wird zum Stichtag 1. Dezember 2025 wirksam. Bei vielen Bürgern, die eine Erwerbsminderungsrente oder eine direkt darin übergehende Altersrente empfangen, ist der Zuschlag kurz vor dem Jahreswechsel auf dem Bankkonto sichtbar.
Das sorgt in Zukunft für eine bessere Übersicht auf dem Kontoauszug, weil nur noch eine Gesamtsumme statt zwei getrennter Zahlungen aufgeführt sind. Was hat das für Folgen auf die Rentenanpassung im Sommer 2026 und mit welchem Geld können Betroffene rechnen?
Das ändert sich durch integrierten Rentenzuschlag bei Rentenanpassung im Sommer 2026
Von Juli 2024 bis November 2025 wird der Zuschlag als eigenständige Zahlung zur regulären Rente überwiesen. 7,5 Prozent auf ihre EM- oder Altersrente obendrauf bekommen diejenigen mit Rentenbeginn zwischen dem 1. Januar 2001 und 30. Juni 2014. Wer seine Rente zwischen dem 1. Juli 2014 und 31. Dezember 2018 angetreten hat, kann sich immerhin noch über 4,5 Prozent mehr Geld freuen.
Das Extra-Money geht auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages am 25. April 2024 zurück, um eine Ungleichbehandlung im Rentengesetz zu beheben. Verbesserungen bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente, wie die Erhöhung der Zurechnungszeit, kamen Neurentnern zugute, Bestandsrentner hatten finanziell das Nachsehen.
Dafür erwartet diese oftmals sozial schwache und von chronischer Krankheit oder einem Unfall heimgesuchten Gruppe, die auf unbestimmte Zeit nur eingeschränkt auf dem Arbeitsmarkt tätig sein kann, gleich mehrere Zahltage. Zum einen hält ein Tag Ende November beziehungsweise Ende Dezember für hunderttausende von ihnen eine Rückzahlung für bis zu 17 Kalendermonate bereit, die sich dadurch erklärt, dass sie nach der Berechnung plötzlich finanziell besser dastehen würden. Zum anderen spült die jährliche Rentenerhöhung ein weiteres Plus in ihren Geldbeutel – das durch den Zuschlag wie bereits in den beiden Vorjahren wieder höher ausfällt.
Wie hoch fällt die Rentenerhöhung im Juli 2026 aus? Erste Prognosen
Bereits in der Vergangenheit fiel nicht nur die reguläre Rente durch die turnusmäßige Anpassung im Sommer höher aus, sondern auch der Zuschlag. Im Juli 2026 soll es 3,73 Prozent mehr Geld für Ruheständler geben, erste Rentenprognosen wurden sogar leicht übertroffen. Damit würde sich die Erhöhung weiterhin auf einem soliden Niveau bewegen, wie das Vermögenszentrum schreibt. Demnach kämen EM-Rentner und solche, eine zusätzliche Witwenrente beziehen, bei einer angenommenen Rentenhöhe von 1300 Euro auf diese Summe:
4,5 Prozent Zuschlag = 58,50 Euro.
Alte Berechnung: (1300 x 1,0337) + (58,50 Euro x 1,0337) = 1404,28 Euro.
Neue Berechnung: (1300 + 58,50) x 1,0337 = 1404,28 Euro.
7,5 Prozent Zuschlag = 97,50 Euro.
Alte Berechnung: (1300 x 1,0337) + (97,50 Euro x 1,0337) = 1444,60 Euro.
Neue Berechnung (1300 + 97,50 Euro) x 1,0337 = 1444,60 Euro.
Für Erwerbsminderungsrentner sind kommenden Sommer, wenn sich die Entwicklung der Wirtschaft und der Bruttolöhne wie zuletzt fortsetzt, bei Bezügen von 1300 rund 100 Euro beziehungsweise knapp 150 Euro, je nach Renteneintritt, mehr drin. Durch die neue Berechnung verändert sich für sie hier nichts. Zum 1. Juli 2025 passte die Rentenversicherung die Bezüge noch um 3,74 Prozent nach oben an. Die endgültige Bestätigung erfolgt im Frühjahr 2026 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, wenn die Lohnstatistiken des Jahres 2025, die Grundlage der Berechnung sind, vollständig vorliegen.
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