YouTuber deckt Schwächen des kamerabasierten Tesla-Autopilot auf
VonSebastian Oppenheimer
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Tesla setzt bei seinem Autopiloten auf Kameras. Ein YouTuber demonstriert, wie erschreckend unzureichend diese Technologie im Vergleich zu einem lidarbasierten System ist.
Tesla und der „Autopilot“ – das ist eine lange Geschichte voller Missverständnisse. Allein der Name führt schon in die Irre: Denn es handelt sich mitnichten um ein System, das ein Fahrzeug vollautonom fahren lässt. Selbst in der höchsten Autopilot-Ausbaustufe namens Full Self-Driving (FSD) muss das System vom Fahrer aktiv überwacht werden, ist also nicht mehr als ein Fahrerassistenzsystem. Tatsächlich musste Tesla die FSD-Bezeichnung in den USA anpassen, damit auf diese notwendige Überwachung hingewiesen wird. Hochproblematisch auch: Während andere Hersteller zusätzlich weitere Sensorik wie Lidar-Technik verbauen, setzt Tesla auf ein kamerabasiertes System. Wieso das eine gefährliche Sparmaßnahme ist, zeigt das Video eines YouTubers.
YouTuber lässt Lidar-Lexus gegen Kamera-Tesla antreten
Bei Tesla hingegen muss der Fahrer das System permanent überwachen – und im Ernstfall eingreifen. Warum das auch dringend nötig ist, zeigt nun der Test des Youtubers Mark Rober. Er ließ in einem Vergleich ein Model Y mit kamerabasierter Autopilot-Technologie in mehreren Runden gegen einen Lexus-Prototypen mit Lidar-Technik antreten (Video weiter unten zu finden). Dabei zeigte sich: Die ersten beiden Versuche meisterten beide Fahrzeuge. Beide erkannten eine Kinderpuppe auf der Straße: Einmal stehend, einmal laufend – und bremsten rechtzeitig.
Tesla patzt bei Nebel- und Regensimulation – und fährt durch Styroporwand
Anders bei der Simulation von Nebel und starkem Regen: In beiden Situationen erkannte der Tesla die Puppe nicht und fuhr in sie hinein. Das Lidar-Fahrzeug hingegen hatte damit keine Probleme und kam jeweils rechtzeitig zum Stehen. Der wohl spektakulärste Teil des Tests: Die Fahrzeuge fahren auf eine Styropor-Mauer zu, die sich quer über die Fahrbahn erstreckt. Allerdings ist darauf ein Bild der echten Straße aufgedruckt. Während der mit Lidar ausgestattete Lexus die Wand erkennt und stehenbleibt, gelingt dies dem Tesla nicht – er fährt im Autopilot-Modus einfach hindurch. Teslas Autopilot steht schon lange in der Kritik – unter anderem hat kürzlich das Kraftfahrt-Bundesamt wegen sogenannter Phantombremsungen bei den Fahrzeugen Untersuchungen eingeleitet.
Von der Bildfläche verschwunden: Zehn große Automarken, die es nicht mehr gibt
Auch wenn Lidar-Systeme zusätzliche Kosten verursachen und teils auf dem Autodach nicht unbedingt schön aussehen (wie etwa beim Sony E-Auto) – dieser Test zeigt, wie wichtig Redundanz ist, auf die viele andere Hersteller setzen. Die Ergänzung von Kameras durch zusätzliche Sensorik wie beispielsweise Lidar oder auch Radar machen autonome Fahrsysteme deutlich sicherer.