Katastrophales Ergebnis

YouTuber deckt Schwächen des kamerabasierten Tesla-Autopilot auf

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Tesla setzt bei seinem Autopiloten auf Kameras. Ein YouTuber demonstriert, wie erschreckend unzureichend diese Technologie im Vergleich zu einem lidarbasierten System ist.

Tesla und der „Autopilot“ – das ist eine lange Geschichte voller Missverständnisse. Allein der Name führt schon in die Irre: Denn es handelt sich mitnichten um ein System, das ein Fahrzeug vollautonom fahren lässt. Selbst in der höchsten Autopilot-Ausbaustufe namens Full Self-Driving (FSD) muss das System vom Fahrer aktiv überwacht werden, ist also nicht mehr als ein Fahrerassistenzsystem. Tatsächlich musste Tesla die FSD-Bezeichnung in den USA anpassen, damit auf diese notwendige Überwachung hingewiesen wird. Hochproblematisch auch: Während andere Hersteller zusätzlich weitere Sensorik wie Lidar-Technik verbauen, setzt Tesla auf ein kamerabasiertes System. Wieso das eine gefährliche Sparmaßnahme ist, zeigt das Video eines YouTubers.

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Was ist Lidar?

Lidar (Light Detection and Ranging) ist eine Technologie ähnlich dem Radar. Doch statt Radiowellen werden hier Laserstrahlen genutzt, um eine Art 3D-Karte der Umgebung zu erzeugen. Zum Beispiel setzt Mercedes diese Technik neben anderer Sensorik und Kameras für seinen Drive Pilot ein – damit dürfen Mercedes-Fahrzeuge auf deutschen Autobahnen bis zu einem Tempo von 95 km/h auf sogenanntem Level 3 fahren. Wenn das System im Einsatz ist, muss es nicht überwacht werden – der Fahrer darf sich anderen Tätigkeiten widmen: Also etwa Zeitung lesen oder Nachrichten auf dem Smartphone schreiben. Um auch anderen Verkehrsteilnehmern zu signalisieren, dass das Fahrzeug gerade vollautonom ist, erprobt der Stuttgarter Autobauer aktuell eine neue Lichtfarbe.

Für sein Autopilot-System setzt Tesla auf Kameras ohne Lidar-Unterstützung – ein YouTube zeigt nun die Schwächen auf. (Symbolbild)

YouTuber lässt Lidar-Lexus gegen Kamera-Tesla antreten

Bei Tesla hingegen muss der Fahrer das System permanent überwachen – und im Ernstfall eingreifen. Warum das auch dringend nötig ist, zeigt nun der Test des Youtubers Mark Rober. Er ließ in einem Vergleich ein Model Y mit kamerabasierter Autopilot-Technologie in mehreren Runden gegen einen Lexus-Prototypen mit Lidar-Technik antreten (Video weiter unten zu finden). Dabei zeigte sich: Die ersten beiden Versuche meisterten beide Fahrzeuge. Beide erkannten eine Kinderpuppe auf der Straße: Einmal stehend, einmal laufend – und bremsten rechtzeitig.

Tesla patzt bei Nebel- und Regensimulation – und fährt durch Styroporwand

Anders bei der Simulation von Nebel und starkem Regen: In beiden Situationen erkannte der Tesla die Puppe nicht und fuhr in sie hinein. Das Lidar-Fahrzeug hingegen hatte damit keine Probleme und kam jeweils rechtzeitig zum Stehen. Der wohl spektakulärste Teil des Tests: Die Fahrzeuge fahren auf eine Styropor-Mauer zu, die sich quer über die Fahrbahn erstreckt. Allerdings ist darauf ein Bild der echten Straße aufgedruckt. Während der mit Lidar ausgestattete Lexus die Wand erkennt und stehenbleibt, gelingt dies dem Tesla nicht – er fährt im Autopilot-Modus einfach hindurch. Teslas Autopilot steht schon lange in der Kritik – unter anderem hat kürzlich das Kraftfahrt-Bundesamt wegen sogenannter Phantombremsungen bei den Fahrzeugen Untersuchungen eingeleitet.

Von der Bildfläche verschwunden: Zehn große Automarken, die es nicht mehr gibt

Ein Simca 1100 GLS Baujahr 1972 auf einer Oldtimermesse
Simca – Die Geschichte von Simca (Société Industrielle de Mécanique et Carrosserie Automobile) begann 1934 als Lizenzfertiger von Fiat-Fahrzeugen in Frankreich. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden auch eigene Modelle produziert. Im Jahr 1978 wurde der Autobauer von Peugeot übernommen und die Marke Simca aufgegeben. Die noch existierenden Modellreihen wurden bis 1986 unter dem Markennamen Talbot verkauft. © Sebastian Geisler/Imago
Ein Oldsmobile Vista Cruiser
Oldsmobile – Hierzulande weitgehend unbekannt, gehörte Oldsmobile in den USA vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren zu den erfolgreichsten Marken. Ein bekanntes Modell war beispielsweise der Vista Cruiser (Foto): Ein markant gestalteter Kombi, von dem zwischen 1964 bis 1977 mehr als 360.000 Exemplare gebaut wurden. Anfang der 2000er-Jahre gingen die Verkäufe stark zurück, sodass die Mutter General Motors im Jahr 2004 die Produktion von Fahrzeugen der Marke komplett einstellte. © Pond5 Images/Imago
Ein NSU Prinz auf einem Oldtimer-Treffen
NSU Motorenwerke – Die Geschichte des Unternehmens begann in den 1870er-Jahren als Hersteller von Strickmaschinen. Später produzierte das Unternehmen Fahr- und Motorräder. Erst Ende 1958 kam mit dem Prinz das erste Automodell des Herstellers auf den Markt – es wurde in mehreren Generationen bis 1973 produziert. Bereits 1969 fusionierten NSU und Auto Union zur Audi NSU Auto Union AG, die 1985 wiederum in Audi umfirmierte – mit diesem Schritt verschwand auch der Name NSU. © CEPix/Imago
Ein Plymouth Superbird in einem Museum
Plymouth – Einst gehörte Plymouth zu den erfolgreichsten Automobilmarken der USA und war in den 1940er-Jahren sogar der zweitgrößte US-Hersteller – noch vor Ford. Anfang der 1960er-Jahre verlor die Marke jedoch rapide Marktanteile, bevor man ab 1965 mit Muscle-Car-Modellen wie dem Barracuda oder Road Runner kurzfristig wieder Boden gut machen konnte. Eines der bis heute legendärsten Modelle war der Plymouth Superbird (Foto): eine stark modifizierte Version des Road Runner. Das Modell mit dem gigantischen Spoiler fand jedoch Anfang der 1970er-Jahre kaum Kunden, weshalb weniger als 2.000 Exemplare gebaut wurden. Nach und nach verlor die Marke immer mehr ihre Identität. 2001 entschied die Mutter DaimlerChrysler schließlich, die Marke Plymouth einzustellen. © Pond5 Images/Imago
Eine Borgward Isabella auf einer Messe
Borgward – Zu den größten Verkaufserfolgen des Bremer Autobauers Borgward zählte die von 1954 bis 1962 gebaute Isabella (Foto). Doch bereits ab Mitte der 1950er-Jahren ging es mit dem Unternehmen wirtschaftlich bergab. Anfang der 1960er-Jahre führten die Probleme schließlich zum Untergang. Mitte der 2010er-Jahre wurden die Markenrechte nach China verkauft. Mit SUV-Modellen wurde schließlich ein Comeback-Versuch gestartet, der aber nach kurzer Zeit im Sande verlief. © Pond5 Images/Imago
Ein Daewoo Matiz auf einer Automesse
Daewoo – Mitte der 1990er-Jahre versuchte sich in Europa die koreanische Marke Daewoo zu etablieren – unter anderem mit dem Kleinstwagen Matiz (Foto). Allerdings war dem Hersteller kein Erfolg beschieden: Nachdem das Unternehm in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, wurde die Pkw-Sparte von einem Konsortium um General Motors übernommen. Ab 2005 wurden die Daewoo-Modelle (auch der Matiz) dann unter dem Namen Chevrolet verkauft.  © Papsch/Imago
Der 1.000.000 Trabant im Museum
Trabant – Obwohl der Trabant bereits in den 1960er-Jahren als veraltet galt, war er ein echter Verkaufsschlager – allerdings gab es in der ehemaligen DDR auch kaum Alternativen zu dem von Sachsenring produzierten Zweitakter. Geduld war nicht nur aufgrund der geringen Motorleistung, sondern auch wegen der durchschnittlichen Wartezeiten auf ein Fahrzeug von mehreren Jahren gefragt. Dennoch: Mehr als drei Millionen „Trabis“ liefen zwischen 1958 und 1991 vom Band. Das Foto zeigt das 1.000.000-ste Exemplar, das im November 1973 gebaut wurde. Mit dem Ende der DDR endete auch bald die Produktion des Trabis. © Eberhard Thonfeld/Imago
Ein Pontiac Firebird Trans Am, Baujahr 1984
Pontiac – Die US-Marke Pontiac war vor allem in den 1960er-Jahren sehr erfolgreich. Hierzulande kennen viele den Hersteller vor allem aus Serien und Filmen. Der schwarze Pontiac Firebird Trans Am (zweite Generation) mit dem riesigen Adler auf der Haube faszinierte die Zuschauer in „Smokey and the Bandit“ (1977). Die dritte Generation des Firebird (Foto) wurde in den 1980er-Jahren als Basis des Serien-Wunderautos K.I.T.T bekannt. Der große Erfolg früherer Jahre stellte sich dennoch nicht mehr ein: 2010 legte der General-Motors-Konzern die Marke Pontiac auf Eis. © Pond5 Images/Imago
Ein Saab 900 Cabrio Baujahr 1991
Saab – Das erste Pkw-Modell des Herstellers ging 1949 als Saab 92 in Serie. Wirklich große Stückzahlen produzierte der schwedische Autobauer zwar nie, dennoch gelten einige Baureihen wie der 900 (Foto zeigt die Cabrio-Version) als legendär. 1998 ging Saab eine Kooperation mit General Motors ein. Fortan wurden viele Gleichteile aus dem Konzernverbund eingesetzt, dennoch stellte sich auf lange Sicht kein wirtschaftlicher Erfolg ein. 2011 meldete Saab Insolvenz an.  © Sebastian Geisler/Imago
Ein Rover 75
Rover – Die Geschichte des englischen Automobilherstellers Rover geht bis ins Jahr 1896 zurück. Über viele Jahrzehnte konnten sich die Briten im Automobilgeschäft behaupten, bis das Unternehmen 1967 Teil der British Leyland Motor Cooperation wurde. Durch eklatante Fertigungs- und Qualitätsmängel ruinierte die Marke ihren Ruf – bis es Anfang der 1980er-Jahre durch eine Kooperation mit Honda wieder etwas bergauf ging. 1994 übernahm schließlich BMW die britische Marke – und versenkte dadurch Milliarden. 2000 zog der bayerische Autobauer die Reißleine und gliederte Rover wieder aus. 2005 folgte die Insolvenz. © Heritage Images/Imago

Auch wenn Lidar-Systeme zusätzliche Kosten verursachen und teils auf dem Autodach nicht unbedingt schön aussehen (wie etwa beim Sony E-Auto) – dieser Test zeigt, wie wichtig Redundanz ist, auf die viele andere Hersteller setzen. Die Ergänzung von Kameras durch zusätzliche Sensorik wie beispielsweise Lidar oder auch Radar machen autonome Fahrsysteme deutlich sicherer.

Rubriklistenbild: © Bihlmayerfotografie/Imago

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