Keine Trendwende

Sorgenkind E-Mobilität: Neuzulassungen von Elektroautos brechen im Mai deutlich ein

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Keine Trendwende in Sicht: Elektroautos sind in Deutschland aktuell alles andere als Verkaufsschlager. Im Mai brachen die Neuzulassungen massiv ein.

Seit Jahresbeginn verkaufen sich Elektroautos in Deutschland nur sehr schleppend. Hauptgrund dafür ist die im Dezember 2023 gestrichene Förderung durch die Umweltprämie – ohne den Zuschuss sind die Stromer für viele potenzielle Käufer einfach zu teuer. Im April blieben die E-Auto-Neuzulassungen zwar etwa auf Vorjahresniveau – doch andere Antriebsarten (Plug-in-Hybride, Diesel, Benziner) konnten stark zulegen. Die Zahlen für den Mai 2024 schauen noch düsterer aus: Es wurden deutlich weniger Elektroautos zugelassen als im Vorjahresmonat.

Seit der Streichung der Förderprämie im Dezember 2023 verkaufen sich Elektroautos in Deutschland nur schleppend. (Symbolbild)

Neuzulassungen im Sinkflug: E-Auto-Absatz bricht im Mai um 30 Prozent ein

Laut Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wurden im Mai 29.708 E-Autos neu zugelassen – im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang um 30,6 Prozent. Während Elektroautos auf einen Anteil von 12,6 Prozent der gesamten Neuzulassungen kamen, waren es bei den Benzinern 37,9 Prozent: 89.498 Autos (plus 2,1 Prozent) waren mit diesem Antrieb ausgestattet. Auch Diesel konnten mit 44.893 Neuzulassungen leicht zulegen (plus 3,2 Prozent), ihr Anteil lag bei 19 Prozent. Außerdem wurden 71.451 Fahrzeuge mit Hybridantrieb neu zugelassen (minus 0,3 Prozent), darunter 14.038 Plug-in-Hybride (plus 5,9 Prozent).

Top 10 Neuzulassungen: Die beliebtesten Elektroautos der Deutschen im Jahr 2023

Fahraufnahme eines Mini SE
Platz 10 – Mini Cooper E/SE: 13.953 Neuzulassungen im Jahr 2023 reichten Mini für den Einzug in die Stromer-Top-10. Der Cooper E/SE sicherte sich im Jahres-Ranking den zehnten Platz. © Mini
Ein BMW iX1
Platz 9 – BMW iX1: Die vollelektrische Version des BMW X1 wurde im vergangenen Jahr 14.694-mal neu zugelassen. Damit landet der iX1 auf dem neunten Rang im Jahres-Ranking 2023. © BMW
Ein Tesla Model 3
Platz 8 – Tesla Model 3: Der US-Hersteller Tesla sicherte sich mit seinem Model 3 den achten Platz im Ranking. Laut KBA kam der Stromer 2023 in Deutschland auf 15.865 Neuzulassungen. © Imagebroker/Imago
Fahraufnahme eines Cupra Born
Platz 7 – Cupra Born: Einst ein Seat-Ableger, inzwischen eine eigene Marke: Der vollelektrische Cupra Born wurde im vergangenen Jahr laut KBA 17.464-mal neu zugelassen – und landete damit auf Rang 7. © Cupra
Fahraufnahme eines Audi Q4 e-tron
Platz 6 – Audi Q4 e-tron: Laut KBA kam der Audi Q4 e-tron im Jahr 2023 auf 18.061 Neuzulassungen. Damit erreichte der Ingolstädter den sechsten Platz im Ranking. © Audi
Ein VW ID.3
Platz 5 – VW ID.3: Noch vor den zum Konzern gehörenden Marken konnte sich ein „eigenes“ VW-Produkt platzieren: Mit 22.270 Neuzulassungen im Jahr 2023 sicherte sich der VW ID.3 den fünften Rang. © VW
Fahraufnahme eines Fiat 500e
Platz 4 – Fiat 500e: Laut KBA wurde der Elektroflitzer Fiat 500e im Jahr 2023 in Deutschland 22.608-mal neu zugelassen – das reicht für den vierten Platz. © Fiat
Ein Skoda Enyaq
Platz 3 – Škoda Enyaq: Auch auf dem dritten Platz findet sich eine Marke aus dem VW-Reich: 23.498-mal wurde das E-SUV Škoda Enyaq im vergangenen Jahr neu zugelassen. © Škoda
Ein VW ID.4
Platz 2 – VW ID.4/ID.5: Für die erfolgsverwöhnten Wolfsburger reichte es nur für den Vize-Titel des Jahres 2023. 36.353 Neuzulassungen der E-Modelle ID.4 (Foto) und ID.5 zählte das KBA im vergangenen Jahr. © VW
Ein Tesla Model Y auf einer Messe
Platz 1 – Tesla Model Y: Eine Titelverteidigung ist nie einfach – doch Tesla hat es geschafft. Wie schon im Jahr 2022 konnte sich das Model Y auch im Jahr 2023 den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen (45.818) in Deutschland sichern.  © Pond5 Images/Imago

Mehrere Zehntausende Elektroautos als Ladenhüter – Rabatte könnten bald folgen

In Deutschland stehen inzwischen mehrere Zehntausend Elektroautos auf Halde – was Experten zufolge bald deutliche Rabatte zur Folge haben dürfte. Erschwingliche Stromer, wie beispielsweise der neue Citroën C3 sind bislang noch Mangelware.

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Längst nicht jeder Autobauer hat inzwischen den kompletten Fokus auf E-Fahrzeuge gelegt – einer Studie zufolge bremsen einige Hersteller den Umstieg auf E-Mobilität sogar aus. Speziell die japanischen Autobauer setzen sich demzufolge am härtesten dagegen ein. Nicht ohne Grund: Laut der Analyse sind sie am schlechtesten auf den Übergang zur E-Mobilität vorbereitet. Gerade erst kündigten Toyota, Mazda und Subaru die Entwicklung einer neuen Generation von Verbrennungsmotoren an. Aber auch Mercedes hat seine Elektro-Pläne eingedampft und verkündet, den Dieselmotor weiterentwickeln zu wollen.

Rubriklistenbild: © Robert Poorten/Imago

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