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Ein Start von Thomas Dreßen bei der Abfahrt in Kitzbühel ist offen. Das deutsche Ski-Ass kämpft mit Knieproblemen. Das zweite Training ließ er aus.
Kitzbühel – Die Streif wartet! Am kommenden Wochenende (19. und 20. Januar, 11.30 Uhr) findet die berühmte Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel statt. Einer, der weiß, wie man sich auf der berühmtesten und wohl auch brutalsten Abfahrt im Skizirkus zum Sieger kürt, ist Thomas Dreßen: Deutschlands Ski-Superstar konnte die Streif im Jahr 2018 schon einmal gewinnen. Seit Jahren machen dem Garmischer Verletzungen zu schaffen, besonders das Knie wackelt – und auch eine Teilnahme am Hahnenkamm-Rennen?
Dreßen-Knie wackelt: Abfahrt in Kitzbühel gefährdet?
Am vergangenen Samstag war Dreßen den Tränen nahe, Deutschlands Ski-Ass kassierte einen herben Rückschlag. Der mit fünf Weltcup-Siegen erfolgreichste Abfahrer der deutschen Geschichte kam in Wengen als Letzter über die Ziellinie, sein Körper machte dem 30-Jährigen mal wieder einen Strich durch die Rechnung.
„Beschissen“ gehe es ihm, sagte Dreßen dem BR. „Man haut sich voll rein und ich probiere wirklich alles, aber es ist bitter, wenn halt einfach der Körper nicht mehr so mitspielt“, sagte Dreßen schwer atmend. „Wenn du in eine Kurve reinfährst und spürst mehr oder weniger deinen Haxen nicht, dann ist es halt scheiße.“ Schon bei einem Sprung im oberen Abschnitt habe er „gemerkt, dass das Knie wieder nachgibt“. Das einzig Positive: Dreßen überstand die Abfahrt unverletzt, im Gegensatz zu Aleksander Aamodt Kilde – der Ski-Star war in Wengen schwer gestürzt und wurde mit dem Heli abtransportiert.
Deutschlands bester Abfahrer Dreßen nach Knieproblemen für Streif zuversichtlich
Wieder mal das Knie! Im November 2018 zog sich Dreßen einen Kreuzbandriss zu, nach der Saison 2021 musste er sich erneut operieren lassen. Erst vor einem Jahr hatte Dreßen nach zwei Jahren Verletzungspause sein Comeback in Wengen gegeben. Sein Start in Kitzbühel ist ungewiss.
„Das erste Training gestern war solide. Das Knie hat sich gut angefühlt. Es war eine kontrollierte Fahrt von mir, ich habe mir das alles angeschaut und in der einen oder anderen Passage bewusst ein bisschen Luft gelassen“, wird Dreßen in einer Mitteilung vom Deutschen Ski-Verband zitiert. Dreßen fuhr am Dienstag im ersten Training für die Weltcup-Abfahrten auf der Streif im Feld der 71 Starter auf Rang 39. Am Mittwoch und Donnerstag finden in Kitzbühel noch zwei weitere Trainings statt.
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Deutscher Ski-Superstar fällt Knie-Entscheidung für Streif-Abfahrt in Kitzbühel
Dreßen wollte die nächsten Übungseinheiten abwarten – dann fällt die Knie-Entscheidung für die Streif-Abfahrt in Kitzbühel. „Jetzt schauen wir, wie sich das Knie bis morgen verhält. Heute werde ich es so machen wie gestern und nach dem Einfahren und der Besichtigung entscheiden, ob ich starte oder nicht“, kündigte der Zolloberwachtmeister an. Dreßen verzichtete anschließend aber auf das zweite Training am Mittwoch: „Ich möchte mein Knie schonen, ich habe mir gestern alles angeschaut und weiß, wo die Kriterien liegen.“
Die Verlockung eines Starts ist jedenfalls groß. Beim Hahnenkamm-Rennen wird eine Schallmauer durchbrochen: Ein Rekord-Preisgeld beim Ski-Klassiker in Kitzbühel winkt. Die Gesundheit steht für Dreßen aber natürlich trotzdem an erster Stelle. Und das aus gutem Grund: Im Juni verkündete Ski-Star Thomas Dreßen süße Baby-News, Tochter Elena kam auf die Welt.
Deutschlands Ski-Superstar Dreßen kritisiert FIS-Kalender
Das Verletzungs-Drama in Wengen, als der ZDF-Kommentator und Experte Büchel vor Wut tobten, dürfte auch bei Dreßen Spuren hinterlassen. „Ich glaube, dass man sich generell einmal überlegen muss, was überhaupt noch zielführend ist, wenn ich überlege, wie viele Rennen geplant sind“, sagte der Garmischer über die Belastung für die Athleten. Für den gestürzten Kilde ist die Saison beendet. (ck)
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