Bayern-Coach wollte Dortmund-Kandidaten

Bayern-Trainer Kompany ist großer Fan: BVB hat Gittens-Ersatz im Blick

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Nach dem FIFA-Klub-WM-Aus widmet sich der BVB den Transfer-Plänen. Für Jamie Gittens wird ein Ersatz benötigt. Einen aussichtsreichen Kandidaten gibt es.

Dortmund – Seit Samstag ist die Saison 2024/25 für Borussia Dortmund endgültig vorbei. Mit dem Aus bei der FIFA Klub-WM gegen Real Madrid gehen die Profis spät in den wohlverdienten Sommerurlaub. Einer gehört schon nicht mehr dazu: Ebenfalls seit Samstag steht der Abschied von Jamie Gittens zum FC Chelsea endgültig fest.

Die durch den Abgang entstandene Lücke auf dem Flügel soll schnellstmöglich geschlossen werden. In den Fokus rückt dabei immer stärker ein Name: Johan Bakayoko. Der pfeilschnelle belgische Nationalspieler von der PSV Eindhoven gilt derzeit laut Medienberichten als heißester Anwärter und Wunschkandidat der Dortmunder.

Dabei spielt Bakayoko meistens über rechts, während Gittens vor allem von links gefährlich wurde. Das Profil ähnelt sich davon ab aber deutlich.

Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund

Gregor Kobel
Stammtorhüter Gregor Kobel hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und bleibt bis 2028 gesetzt. © IMAGO/Madeleine Fantini
Patrick Drewes
Patrick Drewes unterschrieb am 26. Juni 2025 seinen Vertrag beim BVB bis 2027 – als neue Nummer 3 hinter Gregor Kobel und Alexander Meyer. © IMAGO/RHR-FOTO
Silas Ostrzinski
Auch Silas Ostrzinski hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ist als zukünftige Nummer eins bei der U23 fest eingeplant. Sein Vertrag läuft bis 2027. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Alexander Meyer
Ersatztorwart Alexander Meyer steht seit 2022 beim BVB unter Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft am 30.06.2027 aus.  © IMAGO/Jess Stiles
Yan Couto
Der Brasilianer Yan Couto kam zunächst als Leihe vom Manchester City, ehe Dortmund frühzeitig die Kaufpflicht zog – sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2030. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Waldemar Anton
Waldemar Anton wechselte im Sommer 2024 von VfB Stuttgart zum BVB – Vertrag bis zum 30.06.2028. © IMAGO/Marco Bader
Nico Schlotterbeck
Abwehrchef Nico Schlotterbeck ist seit Sommer 2022 gesetzt in Dortmund – sein aktueller Vertrag läuft bis 2027, doch der BVB plant bereits eine vorzeitige Verlängerung bis 2030 inklusive einer Gehaltsverdopplung. © IMAGO/Revierfoto
Ramy Bensebaini
Der algerische Außenverteidiger Ramy Bensebaini kam 2023 ablösefrei und unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Niklas Süle
Niklas Süles Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026. Im März gab der Verein bekannt, dass sich die Wege im Sommer trennen werden.  © IMAGO/Marco Bader
Julian Ryerson
Der Norweger Julian Ryerson verlängerte ebenfalls vorzeitig seinen Vertrag bis 2028 und hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft etabliert. © IMAGO/Marco Bader
Almugera Kabar
Das BVB-Talent Almugera Kabar erhielt im Februar 2025 seinen ersten Profivertrag bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Filippo Mane
Der italienische Innenverteidiger Filippo Mane hat ebenfalls Anfang 2025, seinen ersten Profivertrag bis 2028 unterschrieben. © IMAGO/Katie Stratman
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat einen bis 2027 gültigen Kontrakt.
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat seinen bis 2027 gültigen Kontrakt langfristig verlängert. Über die genaue Laufzeit ist nichts bekannt. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO
Daniel Svensson
Der zunächst ausgeliehene Daniel Svensson kam Anfang Februar 2025 vom FC Nordsjælland – Dortmund zog frühzeitig die Kaufoption, sein Vertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2029. © IMAGO/Katie Stratman
Salih Özcan
Salih Özcan unterschrieb 2022 seinen Vierjahresvertrag bis 2026. Dieser wird nicht verlängert, sodass der türkische Nationalspieler den BVB im Sommer verlässt. © IMAGO/Hesham Elsherif
Felix Nmecha
Der Mittelfeldspieler Felix Nmecha kam 2023 für knapp 30 Mio.€ vom VfL Wolfsburg. Im März 2026 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2030. ©  IMAGO / Nicolo Campo
Julian Brandt
Julian Brandts Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026 – dann endet nach sieben Jahren seine Zeit beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Carney Chukwuemeka
Der Engländer Carney Chukwuemeka unterschrieb nach seiner Leihe vom FC Chelsea fest beim BVB. Er ist noch bis 2030 gebunden. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer wechselte 2023 vom FC Bayern nach Dortmund – sein Vertrag läuft regulär bis 2027, der BVB hat wohl vorerst keine Vertragsverlängerung geplant. © IMAGO/Marco Bader
Emre Can
Der Vertrag des Kapitäns läuft nach der Saison 2025/26 aus. Berichten zufolge verlängert er nach seiner schweren Kreuzbandverletzung allerdings um ein weiteres Jahr.  © IMAGO/Madeleine Fantini
Kjell Wätjen
Das Dortmunder Talent unterschrieb 2024 seinen ersten Profivertrag – für die Saison 2025/2026 wird der 19-Jährige, für die Spielpraxis an den VfL Bochum ausgeliehen. Sein BVB-Kontrakt läuft noch bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Jobe Bellingham
Der 19-jährige Jobe Bellingham unterzeichnete im Juni 2025 einen Fünfjahresvertrag bis 2030 und bereitet sich momentan bei der Klub-WM auf die Bundesliga-Saison 2025/26 vor. © IMAGO / Nicolo Campo
Karim Adeyemi
Karim Adeyemi wechselte im Sommer 2022 von RB Salzburg zum BVB – sein Vertrag läuft noch bis 2027. Immer wieder rankten sich Abgangsgerüchte um den Flügelspieler. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Maximilian Beier
Der 21-jährige Maximilian Beier wechselte im August 2024 von Hoffenheim zum BVB, nachdem er dort mit 16 Bundesligatoren glänzte – sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2029. © IMAGO/Marco Bader
Verlässt Serhou Guirassy den BVB?
Torjäger Serhou Guirassy kam im Juli 2024 vom VfB Stuttgart und lieferte seitdem bei den Borussen ab – sein Vertrag läuft noch bis 2028. ©  IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto
Julien Duranville
Julien Duranville ist noch bis 2028 an Dortmund gebunden. In der Rückrunde der Saison 2025/26 spielt er auf Leihbasis beim FC Basel. © IMAGO/Madeleine Fantini
Cole Campbell
Cole Campbell unterschrieb 2024 einen Profivertrag in Dortmund – sein Vertrag läuft noch bis 2028. Auch er ist 2025/26 ausgeliehen und verbringt die Rückrunde bei der TSG Hoffenheim. © IMAGO/Katie Stratman
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030.
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030. © IMAGO/Jordi Mergen

BVB-Transferziel Bakayoko: Was ihn so begehrt macht

Dass der 22-Jährige ein Spieler von internationalem Format ist, zeigt das Interesse eines prominenten Bewunderers. Niemand Geringeres als Bayern-Trainer Vincent Kompany gilt als großer Fan von Bakayoko und wollte ihn dem Vernehmen nach schon zu seiner Zeit als Coach des FC Burnley verpflichten. Auch beim FC Bayern gab es im Vorjahr Gerüchte um den Flügelspieler.

Doch was für einen Spielertyp würde sich der BVB mit dem Belgier ins Haus holen? Die Analyse seiner Fähigkeiten offenbart das Profil eines spektakulären Spielers, dessen Verpflichtung für Dortmund aber Chance und erhebliches Risiko zugleich wäre.

Explosive Dribblings, hohe Torgefahr: Das würde Bakayoko dem BVB bringen

Fans von Borussia Dortmund könnten sich auf einen echten Unterschiedsspieler freuen. Bakayokos größte Stärke ist seine Fähigkeit, mit schierer Geschwindigkeit und technischer Finesse Chaos in gegnerischen Abwehrreihen zu stiften. Er sucht instinktiv das Eins-gegen-Eins und ist dank seiner explosiven Beschleunigung auf den ersten Metern kaum zu halten.

Dabei ist er kein klassischer Vorbereiter, sondern wird vor allem selbst torgefährlich. Sein Markenzeichen: der inverse Lauf vom rechten Flügel ins Zentrum, um mit seinem starken linken Fuß abzuschließen. Die Zahlen sind durchaus beachtlich.

In 131 Profi-Einsätzen für die PSV sammelte er bereits 55 Scorerpunkte (33 Tore, 22 Vorlagen) – eine bemerkenswerte Quote für einen Spieler, der in dieser Zeit vom Talent zum absoluten Leistungsträger reifte. Seine Schusstechnik ist so herausragend, dass er statistisch gesehen mehr Tore erzielt, als es die Qualität seiner Chancen erwarten ließe – ein Wert, den Experten „Expected Goals“ (xG) nennen.

In einem Interview hat Bakayoko als Grund dafür einmal die Zusammenarbeit mit Ex-Weltklasse-Torjäger Ruud van Nistelrooy angegeben, der ihm einen „Killerinstinkt“ mitgegeben habe.

Johan Bakayoko wird beim BVB als potenzieller Neuzugang gehandelt.

Pressing-Monster: Warum Bakayoko zur BVB-DNA passen würde

Neben seinen Offensivqualitäten passt vor allem sein Spiel gegen den Ball zu den Ambitionen von Borussia Dortmund. Scouting-Berichte beschreiben ihn als aktiven und hartnäckigen Pressingspieler, der ideal für das aggressive und hohe Anlaufen geeignet ist, das den BVB wieder stärker auszeichnen soll.

Mit seiner Fähigkeit, Ballverluste tief in der gegnerischen Hälfte zu provozieren, würde er das Gegenpressing-System ideal ergänzen. Er könnte im besten Fall direkt gefährliche Gegenangriffe einleiten und für die schnellen Umschaltmomente sorgen, die gerade gegen starke Gegner eine wichtige Waffe sind.

Ein Transfer mit Risiko: Bakayokos eklatante Schwäche

Doch bei aller potenziellen Offensiv-Power gibt es eine andere Seite der Medaille, die den Fans von Dortmund Kopfzerbrechen bereiten könnte. Die größte und am häufigsten genannte Schwäche in Bakayokos Spiel ist seine mangelnde Bereitschaft, in der Defensive mitzuarbeiten.

Die Scouting-Berichte sind hier unmissverständlich: Während Bakayoko im Angriffspressing glänzt, zeigt er eine deutliche Unlust bei der Defensivarbeit in tieferen Zonen. In einem Interview gab er sogar offen zu, diese Aufgabe nicht zu mögen. Für den BVB, dessen System auf die Mitarbeit der Flügelstürmer angewiesen ist, wäre dies ein erhebliches taktisches Risiko.

Wiederholt sich der Fall Malen beim BVB?

Darüber hinaus gibt es weitere Entwicklungsfelder. Bakayoko neigt dazu, seine spektakulären Dribblings zu überziehen und verpasst so oft den besseren Moment für ein einfaches Abspiel. Zudem macht ihn seine extreme Abhängigkeit vom linken Fuß für Verteidiger auf Top-Niveau potenziell berechenbar.

Diese Mischung aus rohem Talent und taktischen Defiziten weckt bei vielen Fans Erinnerungen an eine vorangegangene Wette auf einen Star aus der Eredivisie. Die durchwachsenen Erfahrungen mit Donyell Malen, der ebenfalls als Top-Talent aus den Niederlanden kam, haben die Skepsis gegenüber teuren Transfers aus dieser Liga erhöht und steigern den Erwartungsdruck.

Eine Wette auf die Trainer-Kunst beim BVB

Johan Bakayoko ist zweifellos einer der aufregendsten jungen Flügelspieler in Europa. Sein Profil verspricht Spektakel, Torgefahr und genau die Art von Fähigkeiten, die dem BVB nach dem Abgang von Jamie Gittens fehlen.

Gleichzeitig ist er ein ungeschliffenes Juwel mit klaren Defiziten. Seine eklatante Schwäche in der Defensivarbeit und seine bisweilen ineffiziente Entscheidungsfindung sind signifikante Risikofaktoren, die durchaus für Frust bei den Fans sorgen könnten. Immerhin war schon bei Gittens der Unmut groß, wenn er nach drei gescheiterten Dribblings auch das vierte versuchte.

Der Erfolg eines solchen Transfers hängt letztlich maßgeblich vom Trainerstab ab. Gelingt es Niko Kovač, Bakayokos taktische Disziplin zu verbessern, ohne ihm seine offensive Genialität zu rauben, könnte sich der Mut für den BVB mehr als auszahlen.

Bekommt der BVB seinen Michael Olise?

Eine Verpflichtung von Bakayoko wäre daher eine klassische „High-Risk, High-Reward“-Investition. Borussia Dortmund würde keinen fertigen Star kaufen, sondern eine Wette auf das enorme Potenzial des Spielers und vor allem auf die eigene Entwicklungsarbeit abschließen.

Und wer weiß, vielleicht schließt sich am Ende sogar ein Kreis: Im Idealfall findet der BVB in Johan Bakayoko seinen eigenen Michael Olise – jenen Spieler, der unter dem bekennenden Bakayoko-Fan Kompany beim FC Bayern im ersten Jahr die Bundesliga erobert hat.

Rubriklistenbild: © IMAGO/PSV v Heracles Almelo - Eredivisie

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