„Es wird Härtefälle geben“

Verkaufskandidat? Tuchel berät mit Bayern-Bossen über Müller-Zukunft

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Beim FC Bayern steht alles auf dem Prüfstand. Auch über die Zukunft von Thomas Müller unter dem neuen Trainer Thomas Tuchel wird diskutiert.

München – Der FC Bayern München hat mit dem DFB-Pokal und der Champions League bereits zwei Titel in dieser Saison verspielt, auch die Deutsche Meisterschaft ist in akuter Gefahr. Die Krise wird an der Säbener Straße Konsequenzen haben. Neben der Chefetage um die Vorstände Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic müssen auch einige Spieler um ihren Job bangen. Darunter sind prominente Namen wie Sadio Mané und Serge Gnabry – und selbst Vereinsikone Thomas Müller muss sich offenbar Sorgen um seine Zukunft machen.

Thomas Müller
Geboren:13. September 1989 in Weilheim
Beim FC Bayern seit:Juli 2000
Pflichtspiele für den FC Bayern:661 (234 Tore, 255 Vorlagen)
Länderspiele:121 (44 Tore)

Müller-Verkauf beim FC Bayern? Tuchel entscheidet über „Härtefälle“

Der neue Cheftrainer Thomas Tuchel kündigte bereits kurz nach seiner Amtsübernahme an, dass er nach dem Mainz-Spiel eine erste Kaderanalyse für die kommende Saison mit den Bossen vornehmen möchte. Denn erstmals seit Wochen hat der FC Bayern keine Englische Woche, sprich nicht alle drei Tage ein Spiel vor der Brust. Trotz der Negativ-Serie gab Tuchel seinen Sieglos-Bayern sogar mehrere Tage frei, erst am Mittwoch traf sich die Mannschaft wieder auf dem Trainingsplatz.

„Es wird Härtefälle geben, vor allem auf der Abgangsseite“, sagte Sky-Transfer-Experte Florian Plettenberg. „Wir reden jetzt schon über einen Sadio Mané, wir werden sprechen über einen Serge Gnabry.“ Die beiden Offensiv-Stars präsentieren sich seit Monaten von der Rolle und lassen vor dem Tor die gewünschte Effizienz vermissen. Neben Mané und Gnabry glaubt Plettenberg jedoch auch, „dass das Thema Thomas Müller ein sehr, sehr heißes wird im Sommer“.

Thomas Müller ist unter Thomas Tuchel nicht mehr gesetzt.

Verkaufskandidat? Tuchel berät mit Bayern-Bossen über Müller-Zukunft

Der Ur-Bayer und zweite Kapitän hinter dem verletzten Manuel Neuer scheint nicht mehr unantastbar zu sein. Die Zeiten, in denen das Credo „Müller spielt immer“ galt, sind ohnehin schon lange vorbei. Tuchel setzte den Anführer in beiden Viertelfinal-Duellen in der Champions League gegen Manchester City auf die Bank.

Seine einfache Erklärung: „Ich hatte das Gefühl, gegen ManCity ist es kein Thomas-Müller-Spiel“. Doch wie viele „Thomas-Müller-Spiele“ wird es in Zukunft noch geben? In Mainz stand der 33-Jährige zwar wieder in der Startelf, erwischte wie seine Mitspieler aber keinen guten Tag. Mehr noch: Müller war das Sinnbild der Bayern-Krise.

Was wird aus Sane? Vertragslaufzeiten der Bayern-Stars

Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2025 den Kasten des Rekordmeisters hüten.
Manuel Neuer hat seinen Vertrag beim FC Bayern nun noch einmal verlängert und wird daher bis mindestens 2026 den Kasten des Rekordmeisters hüten. © IMAGO/Maik Hölter/TEAM2sportphoto
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029.
Jonas Urbig kam im Januar 2025 vom 1. FC Köln in die bayerische Landeshauptstadt, sein Vertrag läuft bis Sommer 2029. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sven Ulreich hat ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.
Auch Sven Ulreich hat inzwischen ein Arbeitspapier beim FC Bayern bis 2025.  © IMAGO/Wolfgang SCHNEBLE / SVEN SIMON
Daniel Peretz bei seiner Bayern-Vorstellung
Daniel Peretz (li.) kam im Sommer 2023 von Maccabi Tel Aviv nach München und unterschrieb bis 2028. © IMAGO/FC BAYERN MUENCHEN
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028.
Als erster externer Neuzugang wurde im Sommer 2024 Hiroki Ito präsentiert. Der Abwehrspieler kam vom VfB Stuttgart, soll rund 30 Millionen Euro gekostet haben und unterschrieb bis 2028. © Langer / Imago Images
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete.
Die einjährige Leihe zu Bayer Leverkusen erwies sich für Josip Stanisic als Erfolg. Zur Saison 24/25 verteidigt er wieder für den FC Bayern, der zudem eine Ausdehnung des Kontrakts bis 2029 verkündete. © Ulrich Wagner / Imago Images
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28.
Sacha Boey kam im Winter-Transferfenster 23/24 von Galatasaray, verbuchte aber in seinen ersten sechs Monaten in Deutschland kaum Einsatzzeit. Sein Kontrakt endet nach der Saison 27/28. © Revierfoto / Imago Images
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB 2023 Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028.
Für kolportierte 50 Millionen Euro lockte der FCB Kim Min-jae an die Isar, der Innenverteidiger unterzeichnete bis 2028. © IMAGO/Ulmer
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet.
Eric Dier schloss sich im Januar 2024 zunächst für ein halbes Jahr auf Leihbasis dem FCB an, Anfang März griff eine Klausel, die den Engländer bis 2025 an den deutschen Rekordmeister bindet. © ANP / Imago Images
Tarek Buchmann bei der Teamvorstellung des FC Bayern München
Der FC Bayern und Innenverteidiger-Talent Tarek Buchmann einigten sich beim ersten Profivertrag auf eine Laufzeit bis 2026. © IMAGO/Mladen Lackovic
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro 2023 ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister.
Vom Bundesliga-Konkurrenten Borussia Dortmund kam Raphael Guerreiro ablösefrei zum FCB und bindet sich bis 2026 an den Rekordmeister. © IMAGO/Revierfoto
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert.
Alphonso Davies hat seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2030 verlängert. © Boris Schumacher/imago
Das aktuelle Arbeitsverhältnis von Dayot Upamecano mit dem FC Bayern würde 2026 enden.
Die Vertragslaufzeit von Dayot Upamecano beträgt noch über drei Jahre. Das aktuelle Arbeitsverhältnis mit dem FC Bayern würde 2026 enden.  © Markus Fischer/imago
Nach der Vertragsverlängerung im Juni 2024 ist Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic bis 2029 gebunden.
Nur einen Monat nach Krätzig erhielt Aleksandar Pavlovic seinen ersten Profivertrag in München, auch er soll bis mindestens 2027 bleiben. © UWE KRAFT / Imago
Nach langem Hin und Her ist klar: Joshua Kimmich bleibt bis 2029 beim Rekordmeister.
Joshua Kimmich darf immer häufiger mit der Kapitänsbinde auflaufen. Das Arbeitspapier des Nationalspielers ist bis 2029 datiert.  © Imago
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028.
Für den Portugiesen Joao Palhinha griffen die Münchner tief in die Tasche, rund 50 Millionen Euro sollen auf das Konto des FC Fulham geflossen sein. Der defensive Mittelfeldspieler unterschrieb beim FCB bis 2028. © Lackovic / Imago Images
Der Vertrag von Konrad Laimer, ebenfalls 2023 ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit.
Der Vertrag von Konrad Laimer, ablösefrei von RB Leipzig nach München gekommen, hat bis 2027 Gültigkeit. © IMAGO/Markus Fischer
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.
Nationalspieler Leon Goretzka beackert das Bayern-Mittelfeld schon seit 2018. Der aktuelle Kontrakt läuft bis 2026.  © Danilo Di Giovanni/imago
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026.
Das Offensiv-Talent Gabriel Vidovic war bis Februar an Mainz 05 verliehen. Aufgrund der Personalbreite wurde der 21-Jährige zurückbeordert. Sein Vertrag gilt noch bis 2026. © IMAGO/Silas Schueller/DeFodi Images
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert.
Lange wurde es herbeigesehnt, Anfang Februar machte es der FC Bayern offiziell: Jamal Musiala hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert. © Mladen Lackovic/imago
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.
Leroy Sane steht noch bis 2025 beim FC Bayern München unter Vertrag.  © Frank Hoermann/Sven Simon
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch zwei Jahre länger gebunden – bis 2027.
Der „King“ Kingsley Coman ist sogar noch ein Jahr länger gebunden – bis 2027. © Memmler/imago
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029.
Mit Michael Olise verstärkt einer der Shootingstars der vergangenen Premier-League-Saison die Stürmer-Abteilung beim deutschen Rekordmeister. Über 50 Millionen Euro sollen an Crystal Palace geflossen sein, in München unterschrieb der Angreifer bis 2029. © Sebastian Frej / Imago Images
Harry Kane bei einem Spiel des FC Bayern München
Mit einer angeblichen Ablöse von rund 100 Millionen Euro plus möglichen Boni ist Harry Kane der teuerste FCB-Einkauf der Geschichte. Sein Kontrakt läuft bis 2027. © IMAGO/Ulmer
Thomas Müller bleibt Münchner. Im Dezember 2023 verlängerte das Urgestein und unterschrieb einen neuen Vertrag bis zum Ende der Saison 2024/25.
Bis 2025 ist ebenfalls der Ur-Bayer Thomas Müller an die Münchner gebunden.  © ULMER/imago
Stürmer Serge Gnabry ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.
Um Serge Gnabry gab es zuletzt immer wieder Wechsel-Gerüchte. Er ist vertraglich bis 2026 an die Bayern gebunden.  © Martin Hangen/imago

Thomas Müller beim FC Bayern nicht mehr unantastbar

„Solange Thomas Müller beim FC Bayern unter Vertrag steht, wird es immer das Thema geben: Spielt er, spielt er nicht und warum spielt er nicht? Der einzige Grund, wieso momentan Ruhe herrscht, ist, weil Thomas Müller selbst ruhig ist“, meinte Plettenberg. „Es ist durchaus zu hören, dass Thomas Müller in der nächsten Saison nicht immer gesetzt sein wird. Das zeichnet sich jetzt schon ab.“

Die Bayern denken demnach offenbar über einen Verkauf nach, da das Thema Müller jedes Mal für Diskussionen sorgt, wenn der Offensivspieler nicht berücksichtigt wird. Tuchel äußerte sich öffentlich zwar als Müller-Fan, intern wird beim FC Bayern jedoch befürchtet, dass die Personalie auch weiterhin für Unruhe sorgen könnte.

Bayern-Trainer scheiterten immer wieder wegen Thomas Müller

Auf der anderen Seite ist Müller, der noch einen Vertrag bis 2024 hat, eng mit dem FC Bayern verbunden und gilt als gebürtiger Bayer als Aushängeschild des Klubs. Lothar Matthäus warnte Tuchel eindringlich davor, die Vereinslegende auszusortieren. „An Thomas Müller sind schon andere Trainer in München gescheitert“, erklärte der frühere FCB-Kapitän bei Bild.

Zur Erinnerung: Niko Kovac scheiterte beim FC Bayern auch wegen seines Umgangs mit dem Führungsspieler Müller. Auch Tuchel-Vorgänger Julian Nagelsmann traf unglückliche Entscheidungen, als er sogar ein Müller-Versprechen brach. Unter Ex-Coach Hansi Flick hingegen war Müller der unangefochtene Anführer, der Lohn waren sechs Titel in einem Jahr.

„Unter Tuchel wird Thomas Müller kein Bayern-Spieler mehr sein“: Hamann glaubt an Abgang

Dietmar Hamann geht im Vergleich zu seinen Vorrednern sogar noch einen Schritt weiter. „Unter Tuchel wird Thomas Müller nächste Saison kein Bayern-Spieler mehr sein“, schrieb der Ex-Bayern-Profi in seiner Sky-Kolumne. Dass das Urgestein von Tuchel gegen ManCity erst nach Sadio Mané eingewechselt wurde, „war für mich ein Schlag ins Gesicht von Thomas Müller“, erklärte Hamann. „Ein Spieler, der eine Woche zuvor einem anderen ins Gesicht geboxt hat, kommt vor dem Gesicht des FC Bayern ins Spiel.“

Bislang hat Müller seine kürzeren Einsatzzeiten unter Tuchel im Sinne des Mannschaftserfolgs ohne Murren hingenommen. Sein Anspruch ist aber ein anderer, das könnte über kurz oder lang zu Problemen führen. „Wenn er aber heute schon weiß, dass er in einem Jahr in solchen Spielen zuschauen muss, wird ihn das nicht befriedigen. Ohne Einsätze wird auch sein Einfluss in der Kabine kleiner“, glaubt Hamann. Außerhalb des Fußballrasens gab es zuletzt aber auch erfreuliche Nachrichten für den Nationalspieler: Thomas Müller wurde mit der Bayrischen Staatsmedaille ausgezeichnet. (ck)

Rubriklistenbild: © Imago

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