Führte Dortmund in die Champions League

BVB-Experte war Kovač-Skeptiker – doch jetzt hat er „absolute Hochachtung“

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Der BVB hat dank Niko Kovač doch noch die Champions League erreicht. DAZN-Experte Sebastian Kneißl bekennt: Er hatte große Zweifel an diesem Erfolg.

Dortmund – Ein fulminanter Endspurt hat Borussia Dortmund doch noch zu Tabellenplatz vier in der Bundesliga verholfen. Das Schreckensszenario, die Champions League und erhebliche Einnahmen aus den Fleischtöpfen der UEFA-Vermarktung zu verpassen, hat der BVB auf den letzten Drücker abgewendet.

Im Nachhinein lässt sich wohl festhalten, dass der Klub gerade noch rechtzeitig das Trainerexperiment mit Nuri Şahin beendet und die Mannschaft in die vertrauensvollen Hände von Niko Kovač übergeben hat. Dessen Ankunft beim BVB wurde freilich von vielen Fans und auch Experten skeptisch betrachtet – und die Zweifler erhielten in den ersten Wochen durchaus Nahrung.

Die Wende gelang Kovač erst nach einem Tiefpunkt im März, als der BVB auf Tabellenplatz elf abrutschte und denkbar weit entfernt von der Champions League schien. Nach der Länderspielpause holte das Team plötzlich 22 von 24 möglichen Punkten. Die Zweifel sind fürs Erste beiseite gelegt. Auch bei DAZN-Experte Sebastian Kneißl.

DAZN-Experte Kneißl lobt BVB-Trainer Niko Kovač: „Sensationell“

„Ich mag diese Entwicklung des BVB wirklich. Als Niko Kovač kam, war ich am Anfang auch einer der Kritiker, der sich gefragt hat, ob das wirklich passt. Doch jetzt habe ich absoluten Respekt, absolute Hochachtung vor dem, was er geleistet hat“, erklärt der Ex-Profi im Gespräch mit Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports.

„Die Aufgabe war, die Mannschaft zu stabilisieren, das hat er sensationell hingebracht. Die Mannschaft steht hinter seinem Führungsstil“, lobt Kneißl. Zuletzt betonten Führungsspieler wie Julian Brandt und Emre Can, wie wichtig die Erfahrung und Detailversessenheit von Kovač für eine in dieser Saison lange verunsicherte BVB-Truppe waren.

Niko Kovač hat Borussia Dortmund rechtzeitig zurück in die Erfolgsspur geführt.

„Kovač hat das gemacht, was ein Trainer machen muss“

Mit einer Besinnung auf fußballerische Grundtugenden wie Disziplin, Laufbereitschaft und Geschlossenheit hat Dortmund die Kurve gekriegt. „Kovač hat das gemacht, was ein Trainer machen muss: Er hat geschaut, welche Mannschaft ihm zur Verfügung steht, was ihre Stärken sind und wie er diese bestmöglich auf den Platz bekommt“, urteilt Kneißl.

Vorgänger Şahin schien das Team hingegen mit seinen taktischen Ideen zu überfrachten und bekam die Probleme nicht mehr in den Griff, als sich der BVB in einem Negativstrudel befand. „Ich glaube, er würde das in zehn Jahren auch ein bisschen anders lösen“, deutet Kneißl an, dass der Trainerjob in einem hektischen Umfeld, wie es in Dortmund herrscht, für Şahin schlichtweg zu früh kam.

Sebastian Kneißl: DAZN-Experte und Leadership-Coach für Pro-Spieler

Sebastian Kneißl stand bei Vereinen wie dem FC Chelsea, Wacker Burghausen und Fortuna Düsseldorf unter Vertrag, in seiner Jugend spielte er für Eintracht Frankfurt. Heute ist Kneißl Kommentator und Experte für den Streaminganbieter DAZN, dazu Mental-Coach und Motivationstrainer.

Kovač hat dem BVB die „Überzeugung“ zurückgegeben

Kovač konnte im Gegensatz dazu aus seinem Erfahrungsschatz zehren, von Höhen und Tiefen einer Trainerkarriere, die ihn schon zu Eintracht Frankfurt, dem FC Bayern, zur AS Monaco, dem VfL Wolfsburg und zur kroatischen Nationalmannschaft geführt hat.

„In letzter Zeit stand wieder ein BVB auf dem Platz, der mich deutlich mehr überzeugt hat. Das resultiert einzig und allein daraus, dass sie es etwas einfacher gestaltet haben, mehr mit ihren Stärken spielen – und dann stehst du auch mit deutlich mehr Überzeugung auf dem Platz“, betont Kneißl, der neben seiner Expertentätigkeit bei DAZN auch als Mental-Coach und Motivationstrainer fungiert.

Sebastian Kneißl begleitet für den Streamingdienst DAZN auch den BVB sehr eng.

BVB „auf einer Euphorie-Welle“ zur Klub-WM

Die große Frage lautet nun, wie nachhaltig der Erfolg unter Kovač ist. Der BVB muss die gesamte Saison analysieren und darf sich nicht von den letzten Wochen blenden lassen. Den Beweis, eine langfristige Spielidee entwickeln zu können, muss der Trainer noch liefern. Zunächst aber gibt es noch ein großes Ziel im Sommer: Bei der FIFA Klub-WM kann Dortmund massive Einnahmen generieren.

Neben einem beträchtlichen Startgeld gibt es hohe Prämien für Siege und jede K.-o.-Runde, die erreicht wird. Der BVB ist in einer Gruppe mit Fluminense (Brasilien), den Mamelodi Sundowns (Südafrika) und Ulsan HD (Südkorea) Favorit aufs Achtelfinale.

Kneißl sieht da aber noch nicht das Ende der Fahnenstange: „Sie schwimmen auf einer Euphorie-Welle, weil sie mit der Champions-League-Qualifikation erreicht haben, womit eigentlich gar keiner mehr gerechnet hat. Deshalb traue ich auch dem BVB eine sehr gute Klub-WM zu.“

DAZN zeigt alle Spiele der Klub-WM kostenlos, die Spiele der deutschen Teilnehmer sind zudem bei SAT.1 zu sehen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Kirchner-Media/Thomas Haesler

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