USA-Abenteuer endet gegen Real Madrid

BVB nach Klub-WM mit vielen Millionen und vielen Sorgen in neue Saison

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Bei der FIFA Klub-WM unterlag der BVB Real Madrid. Mit circa 50 Millionen Euro Prämien kehrt er zurück, wobei in den USA auch Probleme erkennbar wurden.

Dortmund – Das Abenteuer FIFA Klub-WM ist für Borussia Dortmund beendet. Nach dem 2:3 gegen Real Madrid im Viertelfinale ist der BVB mit rund 50 Millionen Euro Prämien im Gepäck zurück nach Deutschland geflogen.

Während Geschäftsführer Lars Ricken und Sportdirektor Sebastian Kehl die positiven Aspekte betonen, offenbart ein nüchterner Blick auf die drei Wochen in den USA auch beunruhigende Erkenntnisse.

Was von diesem Turnier wirklich bleibt, sind nicht nur Millionen-Einnahmen, sondern auch ernste Fragen zur Leistungsfähigkeit – und mögliche Probleme für die kommende Saison.

Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund

Gregor Kobel
Stammtorhüter Gregor Kobel hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und bleibt bis 2028 gesetzt. © IMAGO/Madeleine Fantini
Patrick Drewes
Patrick Drewes unterschrieb am 26. Juni 2025 seinen Vertrag beim BVB bis 2027 – als neue Nummer 3 hinter Gregor Kobel und Alexander Meyer. © IMAGO/RHR-FOTO
Silas Ostrzinski
Auch Silas Ostrzinski hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ist als zukünftige Nummer eins bei der U23 fest eingeplant. Sein Vertrag läuft bis 2027. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Alexander Meyer
Ersatztorwart Alexander Meyer steht seit 2022 beim BVB unter Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft am 30.06.2027 aus.  © IMAGO/Jess Stiles
Yan Couto
Der Brasilianer Yan Couto kam zunächst als Leihe vom Manchester City, ehe Dortmund frühzeitig die Kaufpflicht zog – sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2030. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Waldemar Anton
Waldemar Anton wechselte im Sommer 2024 von VfB Stuttgart zum BVB – Vertrag bis zum 30.06.2028. © IMAGO/Marco Bader
Nico Schlotterbeck
Abwehrchef Nico Schlotterbeck ist seit Sommer 2022 gesetzt in Dortmund – sein aktueller Vertrag läuft bis 2027, doch der BVB plant bereits eine vorzeitige Verlängerung bis 2030 inklusive einer Gehaltsverdopplung. © IMAGO/Revierfoto
Ramy Bensebaini
Der algerische Außenverteidiger Ramy Bensebaini kam 2023 ablösefrei und unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Niklas Süle
Niklas Süles Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026. Im März gab der Verein bekannt, dass sich die Wege im Sommer trennen werden.  © IMAGO/Marco Bader
Julian Ryerson
Der Norweger Julian Ryerson verlängerte ebenfalls vorzeitig seinen Vertrag bis 2028 und hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft etabliert. © IMAGO/Marco Bader
Almugera Kabar
Das BVB-Talent Almugera Kabar erhielt im Februar 2025 seinen ersten Profivertrag bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Filippo Mane
Der italienische Innenverteidiger Filippo Mane hat ebenfalls Anfang 2025, seinen ersten Profivertrag bis 2028 unterschrieben. © IMAGO/Katie Stratman
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat einen bis 2027 gültigen Kontrakt.
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat seinen bis 2027 gültigen Kontrakt langfristig verlängert. Über die genaue Laufzeit ist nichts bekannt. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO
Daniel Svensson
Der zunächst ausgeliehene Daniel Svensson kam Anfang Februar 2025 vom FC Nordsjælland – Dortmund zog frühzeitig die Kaufoption, sein Vertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2029. © IMAGO/Katie Stratman
Salih Özcan
Salih Özcan unterschrieb 2022 seinen Vierjahresvertrag bis 2026. Dieser wird nicht verlängert, sodass der türkische Nationalspieler den BVB im Sommer verlässt. © IMAGO/Hesham Elsherif
Felix Nmecha
Der Mittelfeldspieler Felix Nmecha kam 2023 für knapp 30 Mio.€ vom VfL Wolfsburg. Im März 2026 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2030. ©  IMAGO / Nicolo Campo
Julian Brandt
Julian Brandts Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026 – dann endet nach sieben Jahren seine Zeit beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Carney Chukwuemeka
Der Engländer Carney Chukwuemeka unterschrieb nach seiner Leihe vom FC Chelsea fest beim BVB. Er ist noch bis 2030 gebunden. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer wechselte 2023 vom FC Bayern nach Dortmund – sein Vertrag läuft regulär bis 2027, der BVB hat wohl vorerst keine Vertragsverlängerung geplant. © IMAGO/Marco Bader
Emre Can
Der Vertrag des Kapitäns läuft nach der Saison 2025/26 aus. Berichten zufolge verlängert er nach seiner schweren Kreuzbandverletzung allerdings um ein weiteres Jahr.  © IMAGO/Madeleine Fantini
Kjell Wätjen
Das Dortmunder Talent unterschrieb 2024 seinen ersten Profivertrag – für die Saison 2025/2026 wird der 19-Jährige, für die Spielpraxis an den VfL Bochum ausgeliehen. Sein BVB-Kontrakt läuft noch bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Jobe Bellingham
Der 19-jährige Jobe Bellingham unterzeichnete im Juni 2025 einen Fünfjahresvertrag bis 2030 und bereitet sich momentan bei der Klub-WM auf die Bundesliga-Saison 2025/26 vor. © IMAGO / Nicolo Campo
Karim Adeyemi
Karim Adeyemi wechselte im Sommer 2022 von RB Salzburg zum BVB – sein Vertrag läuft noch bis 2027. Immer wieder rankten sich Abgangsgerüchte um den Flügelspieler. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Maximilian Beier
Der 21-jährige Maximilian Beier wechselte im August 2024 von Hoffenheim zum BVB, nachdem er dort mit 16 Bundesligatoren glänzte – sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2029. © IMAGO/Marco Bader
Verlässt Serhou Guirassy den BVB?
Torjäger Serhou Guirassy kam im Juli 2024 vom VfB Stuttgart und lieferte seitdem bei den Borussen ab – sein Vertrag läuft noch bis 2028. ©  IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto
Julien Duranville
Julien Duranville ist noch bis 2028 an Dortmund gebunden. In der Rückrunde der Saison 2025/26 spielt er auf Leihbasis beim FC Basel. © IMAGO/Madeleine Fantini
Cole Campbell
Cole Campbell unterschrieb 2024 einen Profivertrag in Dortmund – sein Vertrag läuft noch bis 2028. Auch er ist 2025/26 ausgeliehen und verbringt die Rückrunde bei der TSG Hoffenheim. © IMAGO/Katie Stratman
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030.
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030. © IMAGO/Jordi Mergen

BVB zeigt schwache Leistungen gegen vermeintlich einfache Gegner

Die Zahlen sprechen zunächst für den BVB: „Wir sind unter den top Acht im europäischen Ranking, standen im Viertelfinale der Champions League und sind nun unter den besten Acht der Welt. Das kann sich sehen lassen. International war in den vergangenen beiden Jahren keine deutsche Mannschaft besser als wir“, betonte Lars Ricken selbstbewusst.

Doch die Resultate täuschen durchaus über die tatsächlichen Leistungen hinweg. Gegen die schwächeren Gegner Fluminense, Mamelodi Sundowns, Ulsan HD und CF Monterrey hat sich der BVB keineswegs mit Ruhm bekleckert. Beim ersten wirklich starken Gegner Real Madrid wurden die Defizite dafür schonungslos offengelegt. Gerade in der ersten Halbzeit wurde ein Klassenunterschied deutlich.

Spielerisch wusste die Mannschaft in den USA nur in Ansätzen zu überzeugen. Besonders alarmierend aber: Defensiv war das Team in jeder Partie anfällig. Dass Gregor Kobel zum klar besten Dortmunder des Turniers avancierte, spricht Bände: Der Torhüter durfte sich auszeichnen, weil er stark gefordert war.

Kovač muss sich beim BVB neu beweisen

Trainer Niko Kovač fiel in den USA mit seiner Milde gegenüber dem eigenen Team auf. „Unter diesen Bedingungen kann man keinen hochintensiven Fußball spielen. Das geht nicht. Dadurch geht das verloren, was den Fußball ausmacht: die Intensität, die Aggressivität, das Hin und Her“, sagte Kovač bei DAZN nach dem Aus gegen Real.

Dennoch stellt sich infolge des Auftritts bei der Klub-WM unweigerlich die Frage: War der starke Endspurt in der Bundesliga-Saison unter Kovač nur ein Formlauf? Durch die Pause nach dem 34. Spieltag wurde der Run unterbrochen. In den USA stimmten zwar die Resultate weitgehend, aber keineswegs die Leistungen.

Die BVB-Profis um Marcel Sabitzer konnten bei der FIFA Klub-WM in den USA nur phasenweise überzeugen.

Natürlich ist der Hinweis auf die Belastung gerechtfertigt. Kapitän Julian Brandt sprach nach dem Spiel gegen Real Klartext. „Ich sage ganz ehrlich: Es gibt bei uns einige Spieler, die froh sind, dass es jetzt ein bisschen Ruhe gibt. Im Grunde stehen wir schon vor den nächsten zwölf Monaten.“

Daraus resultiert die nächste Sorge für BVB-Fans. Die Folgen der Klub-WM dürften sich in der neuen Saison bemerkbar machen.

BVB nimmt Rückstand in die neue Saison

Die Erfahrung lehrt Vorsicht. Der BVB hat sich in den vergangenen Jahren regelmäßig eine Herbstkrise gegönnt, die dann im zweiten Halbjahr mühsam korrigiert werden musste. Dieses Spiel mit dem Feuer wird irgendwann nicht mehr gut gehen. Und jetzt sind die Vorzeichen besonders kritisch.

Während andere Bundesligisten bereits die Vorbereitung zur neuen Saison aufgenommen haben, geht der BVB jetzt erst in den späten Sommerurlaub. Am 26. Juli startet die Vorbereitung auf die kommende Spielzeit. Keiner weiß, welche Folgen es für Dortmund haben wird, bis Anfang Juli im Spielbetrieb gewesen zu sein.

„Ich hoffe, dass die Zeit hier in den USA unsere Mannschaft zusammengeschweißt hat“, sagt Ricken optimistisch. „Es war sehr lehrreich und interessant. Ich habe bei der Abreise ein positives Gefühl, was die neue Saison angeht“, erklärte auch Pascal Groß.

BVB beginnt mit einem Lackmustest im DFB-Pokal

Das erste Pflichtspiel Mitte August im DFB-Pokal gegen RW Essen wird zum frühen Lackmustest. Ein schweres Los: Der Lokalrivale aus der dritten Liga wird mutmaßlich mit einem Fitness-Vorsprung in das Duell gehen. Für den BVB könnte es zum Stolperstein werden, wenn die Klub-WM-Strapazen nachwirken.

Parallel dominiert jetzt der Blick auf das Transfergeschehen. Neben Zugängen stehen weitere Abgänge zu erwarten. Giovanni Reyna, Sébastien Haller und Salih Özcan sind nur drei Namen auf der Liste.

Sebastian Kehl verspricht Investitionen: „Wir werden uns mit den Einnahmen, die wir generiert haben, Gedanken machen, wie wir sie investieren.“ Der BVB werde „sicher noch etwas tun“ und die Mannschaft „besser machen als im vergangenen Jahr“.

Die rund 50 Millionen Euro Klub-WM-Prämien, kombiniert mit den Verkäufen von Jamie Gittens (65 Mio. Euro), Youssoufa Moukoko (5 Mio. Euro) und dem bevorstehenden Wechsel von Soumaïla Coulibaly (7,5 Mio. Euro), verschaffen dem Klub Spielraum, den Ricken allerdings bereits vorsorglich eingeschränkt hat.

Wie viel Geld von der Klub-WM wirklich in die Mannschaft investiert werden kann, bleibt abzuwarten. Ebenso offen, wie Dortmund das Abenteuer in den USA verkraftet.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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