Untersuchungen ergeben

Verrückte Diagnose: Ski-Star fuhr zwei Jahre ohne Kreuzbänder in beiden Knien im Weltcup

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  • Luca Hartmann
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Ski-Star Joana Hählen riss sich das rechte Kreuzband. Allerdings nicht erst kürzlich, sondern bereits vor mehr als zwei Jahren.

Update vom 5. Februar, 10.35 Uhr: Vor etwas mehr als einer Woche musste Ski-Star Joana Hählen die Abfahrt in Cortina d‘Ampezzo mit Schmerzen im Knie abbrechen. Die vermeintlich bittere Diagnose: Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie. Es ist bereits der vierte Kreuzbandriss in der Karriere der Schweizerin!

Am Sonntag teilte Hählen allerdings via Instagram mit, dass sie sich vor einer Woche „nur“ eine Knochenprellung und eine Verrenkung des rechten Knies zugezogen hat. Demnach haben Untersuchungen gezeigt, dass sich die Schweizerin sich ihr rechtes Kreuzband bereits im Dezember 2021 riss! „Es scheint, als wäre ich zwei Jahre lang ohne ein rechtes Kreuzband Ski gefahren“, kommentiert Hählen den Befund.

Damit ist auch klar: Die Speed-Spezialistin fuhr seit Ende 2021 ohne vorderes Kreuzband im rechten sowie im linken Knie! Denn Hählen hatte sich 2018 nach ihrem letzten Kreuzbandriss im linken Knie dazu entschieden, auf eine Operation zu verzichten. Seitdem fuhr die Schweizerin ohne linkes vorderes Kreuzband. Und seit 2021 auch noch ohne ein rechtes! Auch jetzt will Hählen wieder auf einen chirurgischen Eingriff verzichten. „Da ich ohne Probleme wie zuvor Ski fahren konnte, macht es Sinn, so weiterzumachen“, schrieb die Schweizerin. Die Saison ist für Hählen trotzdem beendet.

Erstmeldung vom 2. Februar: Cortina/Zürich – Der Ski-Weltcup wird in dieser Saison von ungewöhnlich vielen schweren Stürzen und Verletzungen überschattet. Einige Weltklasse-Athletinnen und Athleten, wie beispielsweise der Norweger Aleksander Aamodt Kilde oder Slalom-Ass Petra Vlhova mussten deshalb vorzeitig die Saison beenden.

Ein gleiches Schicksal drohte auch der Schweizer Top-Fahrerin Joana Hählen. Doch trotz eines Kreuzbandrisses könnte die 32-Jährige früher als erwartet auf die Piste zurückkehren.

Hählen erleidet Kreuzbandriss in Cortina d’Ampezzo

Beim Weltcup im italienischen Cortina d’Ampezzo reihte sich Hählen in der Abfahrt zunächst in die lange Sturz- und Verletztenliste dieses Winters ein. Nach einem weiten Sprung landete Hählen unglücklich auf dem rechten Bein. Einen Sturz konnte sie zwar verhindern, doch nach einigen Sekunden brach sie ihre Fahrt ab und blieb mit Schmerzen auf der Piste liegen. In Cortina stürzt auch Ski-Star Mikaela Shiffrin schwer, und auch Valerie Grenier zog sich bei ihrem Sturz schwere Verletzungen zu.

Hählen kann zwar noch selbst ins Ziel fahren, doch schon nach den ersten Untersuchungen vor Ort sieht die Prognose nicht gut aus. In ihrer Schweizer Heimat bewahrheiteten sich dann die Befürchtungen: Die 32-Jährige hat sich das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen. Das ganze nur einen Tag nachdem sich in Cortina ihre Teamkollegin Corinne Suter ebenfalls das Kreuzband gerissen hatte.

Trotz eines erneuten Kreuzbandrisses hofft Joana Hählen (Archivfoto) auf ein schnelles Comeback.

Schweizer Ski-Star verzichtet auf Operation und träumt von Blitz-Comeback

Trotz der bitteren Diagnose wird Hählen auf eine Operation verzichten. Die Entscheidung traf sie gemeinsam mit dem Ärzte-Team der Schweizer Mannschaft. Es gibt sogar die Hoffnung, dass sie noch diesen Winter wieder an Rennen teilnehmen kann. „Bei einer solchen Verletzung ist der Rehabilitationsverlauf immer schwierig abzuschätzen. Es ist aber durchaus möglich, dass sie diese Saison nochmals ins Renngeschehen eingreifen kann“, wird Team-Arzt Walter O. Frey in einer Mitteilung des Verbandes zitiert.

„Ich schaue Tag für Tag und möchte nichts überstürzen“ erklärte Hählen selbst. „Der Heilungsverlauf hängt davon ab, wie sich die ausgeprägte Schwellung des Knies entwickelt. Ich werde nun viel Energie in die Rehabilitation investieren und hoffe, bald grünes Licht von den Ärzten und Trainern zu erhalten, um wieder auf den Skiern zu stehen.“ Für die Speed-Spezialistin ist es der nächste Rückschlag in einer von schweren Verletzungen geprägten Karriere.

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Biathlon: Johannes Kühn bei der Anprobe des Rennanzuges.
Biathlon: Johannes Kühn bei der Anprobe des Rennanzuges.  © dsv-#skideutschland
Skispringerin Katharina Schmid zeigt die gelbe Jacke.
Skispringerin Katharina Schmid zeigt die gelbe Jacke. © Ruf/chiemgau24.de
Biathleten, Langläufer und Kombinierer laufen im Winter 23/24 in schwarzem Anzug mit Elementen der deutschen Flagge.
Biathleten, Langläufer und Kombinierer laufen im Winter 23/24 in schwarzem Anzug mit Elementen der deutschen Flagge.  © dsv-#skideutschland
Biathleten, Langläufer und Kombinierer laufen im Winter 23/24 in schwarzem Anzug mit Elementen der deutschen Flagge.
Biathleten, Langläufer und Kombinierer laufen im Winter 23/24 in schwarzem Anzug mit Elementen der deutschen Flagge.  © dsv-#skideutschland
Biathlon: Unter den gelben Jacken tragen die Athleten, hier Anna Weidel, weinrote Shirts und dunkle Hosen.
Biathlon: Unter den gelben Jacken tragen die Athleten, hier Anna Weidel, weinrote Shirts und dunkle Hosen.  © dsv-#skideutschland
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Biathlon: Janina Hettich-Walz (links) und Lisa-Maria Spark präsentieren einen Teil der neuen Wintersport-Kollektion.  © DSV #SkiDeutschland 2023
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Biathlon: Johannes Kühn begutachtet den neuen Rennanzug. © dsv-#skideutschland
Ski alpin wagt sich an knallgrüne Jacken. Hier zeigen (von links) Christina Leitner, Benno Brandis und Jonas Witte das neue Outfit.
Ski alpin wagt sich an knallgrüne Jacken. Hier zeigen (von links) Christina Leitner, Benno Brandis und Jonas Witte das neue Outfit. © picture alliance/dpa | Peter Kneffel
Bei nicht ganz so niedrigen Temperaturen tragen die Alpinen um Thomas Dreßen schwarze Übergangsjacken.
Bei nicht ganz so niedrigen Temperaturen tragen die Alpinen um Thomas Dreßen schwarze Übergangsjacken. © picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Bereits vierter Kreuzbandriss für Hählen

Für viele unvorstellbar: Es ist bereits der vierte Kreuzbandriss, den Hählen erleidet. Nach dem letzten Riss im linken Knie 2018 verzichtete sie auch schon auf eine Operation und bezeichnete diesen Schritt als „die vielleicht beste Entscheidung meines Lebens“. Denn die anfänglichen Schmerzen durch Überbelastungen konnte sie schließlich durch gezieltes Training überwinden.

Auf ein ähnliches Szenario wird Hählen auch in diesem Fall hoffen. „Ich habe gute Knie, aber ich muss sie pflegen – man wird ja nicht jünger“, sagte sie noch im Herbst vor dem Saisonstart. Ihr rechtes Knie wird sie nun besonders gut schonen und pflegen müssen. Gelingt dies, ist tatsächlich eine Rückkehr auf die Piste in der laufenden Saison möglich.

Rubriklistenbild: © Montage: imago/joanahaehlen/instagram

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