Transfermarkt bleibt dennoch schwierig

Der Rubel rollt wie nie zuvor: BVB macht dritten Millionen-Deal in Serie perfekt

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Beim BVB sprudeln die Einnahmen. Die jüngsten Millionen-Deals entstanden durch einen strategischen Plan der Führungsriege um Hans-Joachim Watzke.

Dortmund – Auf dem Transfermarkt ist Borussia Dortmund im internationalen Vergleich ein kleiner Fisch. Die vereinsinterne Rekordsumme von um die 35 Millionen Euro Ablöse zahlen andere Klubs für Ergänzungsspieler und Wetten auf Potenzial. Die Verhältnisse sind ziemlich aus den Fugen geraten, wenn man bedenkt, wie erfolgreich Dortmund in der Champions League zuletzt eigentlich war.

Dabei rollt der Rubel beim BVB dieser Tage sogar unaufhörlich: Neben den Einnahmen aus der FIFA Klub-WM und dem Verkauf von Jamie Gittens an den FC Chelsea schlagen vor allem wichtige Sponsoringdeals zu Buche.

Diese sind kein Zufall, sondern Teil einer konzertierten Offensive, die den Klub auf drei Ebenen für die Zukunft wappnet: Ein Fundament aus Granit, ein Signal des Wandels und der Griff nach der digitalen Zukunft.

Zwei Publikumsmagneten feiern ihr Comeback - die 18 Fußballtempel der Bundesliga-Saison 2025/2026

Die Allianz Arena beim Bundesliga-Heimspiel des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach.
In der Allianz Arena trägt der Rekordmeister FC Bayern München seine Heimspiele aus. © ActionPictures/IMAGO
Die Allianz Arena vor einem Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach.
75.024 Zuschauer können bei nationalen Spielen in der Allianz Arena Platz nehmen. © Bernd Feil/M.i.S./IMAGO
Die BayArena beim Bundesliga-Spiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund.
Die Heimat der „Werkself“: die BayArena. © Moritz Mueller/IMAGO
Die BayArena beim Bundesliga-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach.
30.210 Zuschauer passen in die Leverkusener BayArena. © nordphoto GmbH / Meuter/IMAGO
Der Deutsche Bank Park beim Bundesliga-Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund.
Stimmungsvolles Stadion: Im Deutsche Bank Park spielt Eintracht Frankfurt seine Heimspiele. © Philipp Kresnik / SPP/IMAGO
Der Deutsche Bank Park rund um ein Bundesliga-Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld.
Der Deutsche Bank Park hat eine Kapazität von 60.000 Zuschauern. © Jan Huebner/Voigt via www.imago-images.de
Der Innenraum des Signal Iduna Parks beim Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und Holstein Kiel.
Der Signal Iduna Park ist das Wohnzimmer von Borussia Dortmund. © Hesham Elsherif/IMAGO
Der Signal Iduna Park rund um ein Spiel der zweiten Mannschaft in der 3. Liga.
Der Signal Iduna Park kann 81.365 Zuschauer beherbergen. © Fabian Kleer/IMAGO
Choreo im Europa-Park Stadion des SC Freiburg beim Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Heidenheim.
Das Wohnzimmer des SC Freiburg: das Europa-Park Stadion. © Eibner-Pressefoto/Memmler/IMAGO
Das Europa-Park Stadion vor dem Bundesliga-Duell zwischen dem SC Freiburg und Eintracht Frankfurt.
34.700 Zuschauer passen in das Freiburger Europa-Park Stadion. © BEAUTIFUL SPORTS/Bosco/IMAGO
Die Mainzer MEWA Arena beim Bundesliga-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt.
In der MEWA Arena kämpft der 1. FSV Mainz 05 um Punkte. © Eibner-Pressefoto/Florian Wiegand/IMAGO
Die Mainzer MEWA Arena vor dem Bundesliga-Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen.
Die Mainzer MEWA ARENA bietet Platz für 33.305 Fans. © Vitali Kliuiev/IMAGO
Die Red Bull Arena beim Bundesliga-Duell zwischen RB Leipzig und dem VfB Stuttgart.
In der Red Bull Arena bestreitet RB Leipzig seine Heimspiele. © motivio/IMAGO
Die Zuschauer auf dem Weg in die Red Bull Arena zum Bundesliga-Spiel zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund.
Bis zu 47.800 Zuschauer können in der Red Bull Arena ein Spiel verfolgen. © motivio/IMAGO
Das Bremer Weserstadion beim Heimspiel in der Bundesliga gegen RB Leipzig.
Im Weserstadion ist der SV Werder Bremen zuhause. © Dennis Ewert/RHR-FOTO/IMAGO
Das Bremer Weserstadion vor einem Bundesligaspiel gegen Frankfurt.
Das Bremer Weserstadion hat eine Kapazität von 42.100 Plätzen. © nordphoto GmbH / Teresa Kroeger/IMAGO
Die MHP Arena des VfB Stuttgart beim Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg.
Das Wohnzimmer des VfB Stuttgart mit einfallender Sonne: die MHP Arena. © Michael Weber IMAGEPOWER/IMAGO
Die MHP Arena vor einem DFB-Pokalspiel zwischen dem VfB Stuttgart und RB Leipzig.
In der MHP Arena finden maximal 60.058 Zuschauer Platz. © Roger Petzsche/IMAGO
Der Borussia-Park beim 4:4 gegen die TSG Hoffenheim.
Hier kämpft Borussia Mönchengladbach um Zählbares: der Borussia-Park. © Werner OTTO/IMAGO
Der Borussia-Park vor einem Bundesliga-Spiel gegen den SV Werder Bremen.
54.042 Zuschauer können im Borussia-Park Platz nehmen. © nordphoto GmbH / Christian Schulze/IMAGO
Die Volkswagen Arena beim Bundesliga-Spiel zwischen Wolfsburg und Freiburg.
Die Heimat des VfL Wolfsburg: die Volkswagen Arena. © Arne Amberg/IMAGO
Das Stadion des VfL Wolfsburg: die Volkswagen Arena.
Die Zuschauerkapazität der Wolfsburger Volkswagen Arena beträgt 28.917. © Schoening/IMAGO
Die WWK Arena von innen beim Bundesliga-Spiel FC Augsburg gegen Holstein Kiel.
In der WWK Arena trägt der FC Augsburg seine Heimduelle aus. © kolbert-press/Martin Agüera/IMAGO
Die WWK Arena rund um ein Bundesliga-Spiel des FC Augsburg gegen den 1. FSV Mainz 05.
Die WWK Arena fasst 30.660 Zuschauer. © Ulrich Wagner/IMAGO
Das Stadion An der Alten Försterei beim Bundesliga-Heimspiel des 1. FC Union Berlin gegen Holstein Kiel.
Das Stadion An der Alten Försterei: Hier spielt der 1. FC Union Berlin seine Heimspiele. © nordphoto GmbH / Engler/IMAGO
Das Stadion An der Alten Försterei rund um das Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und Holstein Kiel.
Im Stadion An der Alten Försterei finden 22.012 Zuschauer Platz. © Herbertz / Nico Herbertz/IMAGO
Das Millerntor-Stadion beim Heimspiel zwischen dem FC St. Pauli und dem VfB Stuttgart.
Der FC St. Pauli empfängt seine Gegner im Millerntor-Stadion. © Julia Rahn/IMAGO
Das Millerntor-Stadion vor dem Bundesliga-Spiel zwischen dem FC St. Pauli und dem VfB Stuttgart.
Das Millerntor-Stadion auf St. Pauli hat 29.546 Plätze. © Julia Rahn/IMAGO
Die PreZero Arena von innen beim Bundesliga-Heimspiel zwischen der TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund.
Die Heimspielstätte der TSG Hoffenheim: die PreZero Arena. © Eibner-Pressefoto/Wolfgang Frank/IMAGO
Die PreZero Arena der TSG Hoffenheim.
30.150 Zuschauer passen in die PreZero Arena. © Silas Stein/IMAGO
Die Voith-Arena beim Play-off-Duell in der Conference League zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem FC Kopenhagen.
Die Voith-Arena ist die Heimstätte des 1. FC Heidenheim. © Eibner-Pressefoto/Memmler/IMAGO
Die Heidenheimer Voith-Arena von außen.
15.000 Zuschauer passen in die Heidenheimer Voith-Arena. © H. Langer via www.imago-images.de
Die Südkurve des Rheinenergiestadions beim Zweitliga-Heimspiel des 1. FC Köln gegen den 1. FC Kaiserslautern.
Stadion mit Bundesliga-Stimmung: das Kölner Rheinenergiestadion. © Eibner-Pressefoto/Justin Deronde/IMAGO
Das Kölner Rheinenergiestadion vor einem Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig.
50.000 Zuschauer können sich im Rheinenergiestadion die Heimspiele des 1. FC Köln ansehen. © Mika Volkmann/IMAGO
Das Hamburger Volksparkstadion beim Zweitliga-Duell zwischen dem Hamburger SV und dem SSV Ulm.
Im Volksparkstadion gibt es für die HSV-Fans ab der Saison 2025/26 endlich wieder Bundesliga-Fußball zu sehen. © Philipp Szyza/IMAGO
Das Volksparkstadion vor dem Zweitligaderby gegen den FC St. Pauli.
Das Volksparkstadion verfügt über 57.000 Plätze. © Philipp Szyza/IMAGO

Fundament aus Granit: Puma-Deal bis 2034 als Anker der BVB-Stabilität

Das Fundament dieser Strategie ist die vorzeitige Verlängerung der Partnerschaft mit Ausrüster Puma. Der neue Vertrag mit einer außergewöhnlichen Laufzeit bis 2034 sichert dem BVB laut Medienberichten ein Gesamtvolumen von über 300 Millionen Euro. Dieser Fokus auf garantierte, langfristige Einnahmen ist ein strategischer Schlüssel.

Er macht den Klub unabhängiger von den beiden großen, aber unberechenbaren Geldquellen im modernen Fußball: den TV-Geldern, deren Höhe direkt vom sportlich nicht garantierbaren Erfolg wie der Champions-League-Qualifikation abhängt, und den Transfererlösen, die von Marktschwankungen und bisweilen zufälligen Gelegenheiten geprägt sind.

Die Partnerschaft geht jedoch tiefer, was die extreme Laufzeit erklärt. Puma ist nicht nur Ausrüster, sondern mit rund fünf Prozent der Anteile auch Aktionär beim BVB. „Unsere Partnerschaft ist gewachsen und geht weit über eine normale Geschäftsbeziehung hinaus“, betonte Hans-Watzke zur Vertragsunterschrift. Diese Verflechtung schafft eine strategische Allianz, die für beide Seiten von Vorteil ist.

Gleichzeitig sorgt der Deal an der Fan-Basis für Diskussionen. Während die Vereinsführung den finanziellen Segen feiert, hält sich die Kritik vieler BVB-Anhänger an den als zu modern und wenig traditionell empfundenen Trikot-Designs von Puma hartnäckig. Die langfristige Bindung bedeutet aus Fansicht auch, sich auf viele weitere Jahre mit einer Designsprache einzustellen, die nicht immer auf Gegenliebe stößt – ein bewusster Spagat zwischen wirtschaftlicher Vernunft und emotionaler Akzeptanz.

Die BVB-Profis um Waldemar Anton spielen in Puma-Trikots mit Vodafone-Werbung. Und sind bald wieder bei Konami auszuwählen.

Signal des Wandels: Mit Vodafone will der BVB in die globale Tech-Liga

Auf diesem stabilen Fundament baut der zweite Pfeiler der Offensive auf: die Neuausrichtung des Trikotsponsorings. Ab der Saison 2025/26 ist Vodafone der alleinige Hauptsponsor auf der Brust der BVB-Trikots. Dieser Deal, der dem Klub garantierte 30 Millionen Euro pro Jahr bis 2030 einbringen soll, beendet das innovative Modell mit 1&1 in der Bundesliga und Evonik in den Pokalwettbewerben. Auch hier wird ein potenziell höherer, aber an sportlichen Erfolg geknüpfter Erlös gegen einen garantierten und langfristigen Geldfluss getauscht.

Wichtiger noch scheint jedoch der symbolische Wandel. Der Wechsel vom Chemiekonzern Evonik und der nur in Deutschland relevanten Marke 1&1 zum globalen Technologie-Riesen Vodafone ist eine bewusste Neupositionierung der Marke BVB. Es ist auch ein Schritt weg vom Industrie-Charme des Ruhrgebiets hin zu einem modernen, digitalen und global vernetzten Konzern in einer immer wichtigeren Branche. BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer betonte, Vodafone sei ein „Global Player mit starker Innovationskraft“, dessen Werte sich in der Allianz widerspiegeln werden.

Dieser Schritt ist gewissermaßen auch ein direkter Angriff auf den sportlichen Hauptkonkurrenten FC Bayern, dessen Brust seit vielen Jahren vom Vodafone-Rivalen Deutsche Telekom geziert wird. Der BVB und Vodafone schaffen eine neue Rivalität auf Sponsorenebene. Dass der Klub dabei auf die Fans hörte und durchsetzte, dass das rote Vodafone-Logo auf dem gelben Trikot in Schwarz erscheint, zeigt das Feingefühl, das nötig ist, um einen solchen Wandel zu moderieren.

Griff nach der Zukunft: Konami-Deal als Tor des BVB zur jungen Fan-Welt

Die dritte Säule der Offensive zielt auf die Zukunft der Fan-Kultur. Mit der Rückkehr zum japanischen Videospielentwickler Konami und dessen Fußballsimulation „eFootball“ investiert der BVB gezielt in die Ansprache jüngerer, globaler Zielgruppen. Finanziell ist der Deal, der laut den Ruhr Nachrichten bis 2028 läuft und dem BVB jährlich rund drei bis fünf Millionen Euro einbringen soll, nicht mit den Hauptpartnern vergleichbar. Strategisch ist er jedoch von immenser Bedeutung.

„Wir als BVB möchten da sein, wo unsere Fans sind“, erklärte Alexander Mühl, Direktor Marketing und Digitalisierung, gegenüber der Regionalzeitung. In einer Welt, in der der digitale Konsum von Fußball für die „Next Gen“ ebenso wichtig ist wie das reale Spiel, schafft der BVB digitale Berührungspunkte. Die Partnerschaft ermöglicht es, eine emotionale Bindung zu Fans aufzubauen, die den Klub vielleicht nie live im Stadion erleben können.

Die kommerzielle Lücke: Der BVB im Kampf gegen die Finanz-Giganten

Trotz dieser Erfolge offenbart der Blick auf die Zahlen die brutale Realität des europäischen Spitzenfußballs. Die neuen Deals sind ein notwendiger Schritt, um nicht den Anschluss zu verlieren, doch die Lücke zur absoluten Elite bleibt gewaltig. Die größte strukturelle Schwäche des BVB liegt laut Analyse des jährlichen Deloitte Football Money League Reports im kommerziellen Bereich, also bei den Sponsoring- und Merchandising-Einnahmen.

Der direkte Vergleich ist ernüchternd: Während der BVB hier im Geschäftsjahr 2023/24 rund 215 Millionen Euro erlöste, generierte der FC Bayern München im selben Zeitraum mit 421 Millionen Euro fast das Doppelte. Diese Kluft von rund 200 Millionen Euro pro Jahr ist das Ergebnis jahrzehntelanger, globaler Marketingarbeit und historisch gewachsener Sponsoring-Strukturen des Rekordmeisters.

Im Durchschnitt der 20 umsatzstärksten Klubs Europas liegt der BVB mit seinen kommerziellen Einnahmen noch unter dem Mittelwert. Dortmund befindet sich dabei im Kampf mit Vereinen, die von Staaten (Paris Saint-Germain, Manchester City) oder Milliardären (FC Chelsea, Manchester United) finanziert werden, in einem strategischen Defizit.

Die langfristigen Verträge mit Puma und Vodafone sind der Versuch, diese strukturelle Lücke langsam, aber stetig zu verkleinern.

Watzkes Vermächtnis beim BVB: Ein bestelltes Feld für die Zukunft

Zusammengenommen zementieren die drei Deals des Sommers die Position von Borussia Dortmund als klare Nummer zwei in Deutschland und vergrößern den wirtschaftlichen Abstand zum Rest der Bundesliga mutmaßlich weiter. Die Lücke zur absoluten Weltspitze und zum FC Bayern bleibt zwar bestehen, doch die strategische Ausrichtung sichert die Wettbewerbsfähigkeit auf höchstem nationalem und hohem internationalem Niveau.

Der BVB steht auf einem extrem soliden wirtschaftlichen Fundament. Hans-Joachim Watzke, der seinen Posten als Geschäftsführer Ende 2025 abgeben wird, hinterlässt sein Büro besenrein.

Dass es um seinen geplanten Wechsel auf das Amt des BVB-Präsidenten wegen der unverhofften Ambitionen von Reinhold Lunow, im Amt zu bleiben, zuletzt Misstöne gab, sollte den Blick auf sein Vermächtnis nicht trüben. Er übergibt einen Klub, der wirtschaftlich so stabil und zukunftssicher aufgestellt ist wie selten zuvor.

Rubriklistenbild: © Montage/IMAGO/NurPhoto/Dreamstime

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