Großer Deal am Deadline Day?

Eintracht Frankfurt meistert Spannungsfeld auf dem Transfermarkt

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Die Fans sehnen sich immer nach großen Namen bei Eintracht Frankfurt. Die Hessen aber müssen immer wieder sehr genau abwägen.

Frankfurt – Die Rufe im Umfeld von Eintracht Frankfurt nach weiteren Neuzugängen am Deadline Day? Sie sind teilweise lautstark. Neuer Stürmer, Super-Sechser, Ersatz in der Innen- und Außenverteidigung. Phasenweise könnte ein Außenstehender den Eindruck gewinnen, der Kader der Hessen sei eine einzige große Baustelle. Die Sorge: Reicht der Kader für die Herausforderung Champions League?

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche.

Vorstandssprecher Axel Hellmann saß am Sonntagabend bei Sky90. Er nahm etwas Wind aus den Segeln und stellte klar: „Wir sind gut gestartet in die Bundesliga. Unser Kader ist eigentlich ziemlich komplett.“ Im Laufe des Tages hatten sich einige der Gerüchte mehr und mehr als kalt herausgestellt: Raphael Onyedika (FC Brügge) etwa oder zuvor schon Juan Rodriguez (Penerol).

Eintracht war bislang gut vorbereitet auf dem Transfermarkt

Sportvorstand Markus Krösche sprach am Samstag nach dem 3:1-Erfolg in Hoffenheim davon, dass sich auf der Abgangsseite noch etwas tun könne. In Sachen Neuzugängen schloss der Eintracht-Boss zwar nichts aus. Doch die Sachlage ist eindeutig: Frankfurt wird den Kader nicht unnötig aufblähen. Im Schnitt entwickelt sich ein Stamm aus 15 bis 17 Akteuren, die 90 Prozent der Partien bestreiten.

Die bevorstehenden Abgänge von Junior Dina Ebimbe (Stade Brest) und Niels Nkounkou (FC Turin) sorgen für Platz im aktuell deutlich zu vollen Kader. Auch bei Hrvoje Smolcic und Aurelio Buta, den Trainer Dino Toppmöller grundsätzlich gerne behalten würde, könnte sich in den kommenden Wochen noch eine Tür öffnen. Die Märkte in Österreich, der Schweiz oder Türkei sind länger geöffnet.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Eintracht in diesem Sommer sehr gezielt gearbeitet hat. Der Abgang von Hugo Ekitiké wurde frühzeitig abgewickelt. Jonathan Burkardt wurde zuvor schon verpflichtet, Ritsu Doan kam kurze Zeit später. Auch die Torhüterrotation von Kevin Trapp zu Michael Zetterer ging blitzschnell über die Bühne. Krösche und sein Team zeigten sich gut vorbereitet.

Dennoch wandelt die Eintracht auf einem schmalen Grat. Das Geschäftsmodell sieht vor, dass junge Spieler wachsen und durch Verkäufe viel Geld in die Kasse spülen sollen. Es ist eine ständige Frage nach Aktualität und Zukunft. Wenn Krösche kurzfristig einen erfahrenen Sechser oder einen weiteren ambitionierten Abwehrmann holt, dann blockiert dies Entwicklungen von Farès Chaibi, Hugo Larsson, Can Uzun oder Nnamdi Collins.

Aber genau diese Akteure gehen jetzt in ihre zweite oder dritte Saison als Profis bei der Eintracht. Die Hessen bauen auf diese Talente, die jetzt bereit sind für den Sprung, der im letzten Schritt millionenschwer vergoldet wird. DAZN-Experte Sebastian Kneißl sprach nicht umsonst bei Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, vom „besten Sprungbrett in Europa“.

Wird die Eintracht am Deadline Day aktiv?

Was aber bedeutet das für den Deadline Day? Entweder es öffnet sich noch die Tür zu einem echten Upgrade. Auf welcher Position? Krösche lässt sich nicht in die Karten blicken. Oder die Eintracht findet noch ein Juwel der Marke Love Arrhov, das sie sich jetzt sichern und somit vom Markt herunternehmen kann. Im 20-Millionen-Segment wird sich ein Neuzugang höchstwahrscheinlich nicht mehr bewegen.

Aurèle Amenda, Elias Baum und auch Michy Batshuayi, um den es immer wieder lose Gerüchte gab, sollen bleiben. Durch den Tanz auf drei Hochzeiten in Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal wird es Rotation und somit Einsatzmöglichkeiten geben. Und sollten tatsächlich alle Stricke reißen, dann öffnet sich das Transferfenster am 1. Januar schon wieder.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jürgen Kessler

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