Nach Fehlstart

Flammendes Plädoyer: Eintracht-Star Theate verteidigt Sorgenkind Wahi

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Eintracht Frankfurt hofft auf den Durchbruch von Stürmer Elye Wahi. Arthur Theate stimmt nicht in den Chor der Kritiker ein.

Louisville – Eintracht Frankfurt bereitet sich in den USA auf die kommende Saison vor. Arthur Theate nahm sich nach der ersten Trainingseinheit Zeit und stellte sich bei einer digitalen Pressekonferenz aus Louisville in Kentucky den Fragen der Journalisten.

Eintracht-Verteidiger Theate schützt Wahi

Der Belgier wurde vor allem bei dem Thema nach der Integration von Elye Wahi deutlich. Er hielt ein flammendes Plädoyer: „Ich würde den Aussagen, dass er noch nicht richtig integriert ist, nicht zustimmen. Jeder Spieler hat eine andere Persönlichkeit.“ Die Einbindung eines Spielers ins Teamgefüge laufe nicht immer gleichermaßen ab.

Von „Glatze gnadenlos“ bis „Imperator“: Das sind die bekanntesten Fußball-Schiedsrichter der Welt

Pierluigi Collina bei der Europameisterschaft 2004 beim Halbfinale Griechenland gegen Tschechien im Einsatz.
Pierluigi Collina: Der Italiener ist wohl einer der berühmtesten Schiedsrichter überhaupt. Collina beendete 2005 nach 28 Dienstjahren seine Karriere als Referee, in der er unter anderem das Champions-League-Finale 1999 zwischen Bayern und Manchester United sowie das WM-Finale 2002 zwischen Brasilien und Deutschland gepfiffen hatte. Auf und neben dem Rasen soll er auch „Glatze gnadenlos“ genannt worden sein. © Ulmer / IMAGO
Viktor Kassai bei einem Freundschaftsspiel zwischen Belgien und Portugal.
Viktor Kassai: Der Ungar pfiff unter anderem das Champions-League-Finale 2011 zwischen dem FC Barcelona und Manchester United. Zudem leitete er zahlreiche Spiele bei WM- und EM-Turnieren. Kassai wurde 2011 zum Welt-Schiedsrichter gewählt. ©  ANP / IMAGO
Howard Webb 2014 bei einem Einsatz in der Premier League im Spiel zwischen Crystal Palace und Manchester City.
Howard Webb: Der ehemalige Star-Schiedsrichter war 25 Jahre als Unparteiischer tätig. 2010 und 2013 wurde er Weltschiedsrichter und pfiff unter anderem das Champions-League-Finale 2009 sowie das WM-Finale 2010. © Shutterstock / IMAGO
Deniz Aytekin beim Bundesliga-Duell zwischen Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund.
Deniz Aytekin: Der gebürtige Nürnberger zählt zu den bekanntesten Unparteiischen Deutschlands. Aytekin wurde bereits dreimal DFB-Schiedsrichter des Jahres. 2017 leitete er zum Beispiel das DFB-Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt. © Maximilian Koch/IMAGO
Björn Kuipers 2021 beim Finale der Europameisterschaft zwischen Italien und England.
Björn Kuipers: Der Niederländer leitete unter anderem das EM-Finale 2021 zwischen Italien und England sowie das Champions-League-Endspiel 2014 zwischen Real Madrid und Atlético Madrid. © Gribaudi/ImagePhoto / IMAGO
Knut Kircher beim Bundesliga-Spiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FC Bayern München.
Knut Kircher: Der gebürtige Tübinger pfiff beispielsweise 2008 das Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. 2012 wurde er zudem zum DFB-Schiedsrichter des Jahres gewählt. © Eibner / IMAGO
Cüneyt Cakir beim Playoff-Duell zur Europa League zwischen RB Leipzig und Real Sociedad.
Cüneyt Cakir: Der türkische Schiedsrichter leitete unter anderem das Champions-League-Finale 2015 zwischen Juventus Turin und dem FC Barcelona und 2012 das Endspiel der Klub-WM in Japan zwischen Corinthians São Paulo und dem FC Chelsea. © Picture Point LE / IMAGO
Dr. Markus Merk beim Freundschaftsspiel zwischen England und Brasilien.
Markus Merk: Der in Kaiserslautern geborene Markus Merk ist dreifacher Welt-Schiedsrichter und siebenfacher DFB-Schiedsrichter des Jahres. 2003 pfiff er das Finale der Königsklasse zwischen Juventus Turin und AC Mailand sowie 2004 das EM-Finale zwischen Portugal und Griechenland. © Allstar/IMAGO
Nicola Rizzoli beim Champions-League-Viertelfinale zwischen Bayern München und Real Madrid.
Nicola Rizzoli: Der Italiener wurde in seinem Heimatland siebenmal zum Schiedsrichter des Jahres gekürt. Unter anderem pfiff er das WM-Finale 2014 zwischen Deutschland und Italien. © Bernd Müller / IMAGO
Felix Zwayer pfeift das Europa-League-Finale zwischen Tottenham und Manchester United.
Felix Zwayer: In Deutschland gilt der DFB- und FIFA-Schiedsrichter zu den Besten seiner Zunft. Neben zahlreichen Bundesliga-Einsätzen pfiff er unter anderem im Jahr 2024 das Halbfinale der Europameisterschaft zwischen der Niederlande und England. Dennoch haftet Zwayer ein Makel an: Das DFB-Sportgericht sperrte Zwayer einst für sechs Monate, weil er die Spielmanipulation des früheren Schiedsrichters Robert Hoyzer aus dem Jahr 2005 erst verspätet anzeigte. © Gonzales Photo/Frederikke Jensen/IMAGO
Herbert Fandel beim Viertelfinale der Europameisterschaft zwischen Spanien und Italien.
Herbert Fandel: Der gebürtige Bitburger zählt ebenfalls zu den renommiertesten Schiedsrichtern, die in und außerhalb von Deutschland je gepfiffen haben. 2004 und 2006 leitete er unter anderem jeweils das DFB-Pokalfinale sowie 2007 das Champions-League-Endspiel. © Bernd König / IMAGO
Urs Meier beim Viertelfinale der Europameisterschaft zwischen Portugal und England im Einsatz.
Urs Meier: Der Schweizer leitete unter anderem das WM-Halbfinale 2002 zwischen Südkorea und Deutschland sowie im selben Jahr das Champions-League-Endspiel zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen. © PICS UNITED/IMAGO
Marco Antonio Rodríguez Moreno beim WM-Halbfinale 2014 zwischen Brasilien und Deutschland.
Marco Antonio Rodríguez Moreno: Der Mexikaner pfiff unter anderem das WM-Halbfinale 2014 zwischen Brasilien und Deutschland (1:7) und trug aufgrund seiner Frisur den Spitznamen Chiquidrácula (Deutsch: Klein-Dracula).  © PICS UNITED/BOB VAN DEN CRUIJSEM/IMAGO
Felix Brych beim Bundesliga-Spiel zwischen dem FC Augsburg und Union Berlin am 34. Spieltag.
Felix Brych: Der 49-Jährige beendete seine Karriere nach der Saison 2024/25 mit dem Bundesliga-Spiel zwischen Augsburg und Union Berlin. Brych leitete 359 Bundesliga-Spiele, pfiff bei WM- und EM-Turnieren und war obendrein zweimal Welt-Schiedsrichter. Mit 359 Einsätzen ist Brych Bundesliga-Rekordschiedsrichter (Stand 2. Juli, 2025). © Klaus Rainer Krieger/IMAGO
Ex-Schiedsrichter Thomas Metzen bei einem Spiel in der 2. Bundesliga zwischen Mainz 05 und dem FC St. Pauli.
Thomas Metzen: Der Deutsche wurde durch sein Doppel-Gelb 2008 berühmt. „Das war ein Fehler von mir, ich habe mich dazu hinreißen lassen“, sagte Metzen anschließend. © Alfred Harder/IMAGO
Michael Oliver beim Achtelfinale der FIFA Klub-WM zwischen Flamengo und Bayern.
Michael Oliver: Der Engländer gilt als einer der besten Schiedsrichter Europas. Seit 2012 ist er zudem FIFA-Schiedsrichter. Bei der FIFA Klub-WM pfiff Oliver unter anderem die Bayern im Achtelfinale gegen Flamengo. © Allstar Picture Library Ltd/IMAGO
Daniele Orsato beim EM-Viertelfinale 2024 zwischen England und der Schweiz in Düsseldorf.
Daniele Orsato: Der Italiener pfiff neben zahlreichen Serie-A-Spielen unter anderem das Finale der UEFA Champions League 2020 zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain. Nach dem EM-Viertelfinale 2024 zwischen England und Schweiz beendete Orsato seine Karriere. © Pro Shots/IMAGO
Schiedsrichter Wolfgang Stark beim Bundesliga-Spiel zwischen Hannover 96 und dem VfB Stuttgart im Einsatz.
Wolfgang Stark: Neben hunderten Einsätzen in der 1. und 2. Bundesliga pfiff der Bayer zum Beispiel auch das Europa-League-Finale 2012 zwischen Atlético Madrid und Athletic Bilbao. Während seiner aktiven Zeit soll er nach SZ-Informationen von Spielern wegen seines harten Auftretens „Imperator“ getauft worden sein. © SIPPEL / Eibner-Pressefoto
Clément Turpin beim Achtelfinale der Europa League zwischen Athletic Bilbao und AS Rom.
Clément Turpin: Der Franzose leitete unter anderem das Finale der UEFA Champions League 2021/2022 zwischen Real Madrid und dem FC Liverpool sowie das EM-Eröffnungsspiel 2024 zwischen Deutschland und Schottland. © Ricardo Larreina/IMAGO
Antonio Miguel Mateu Lahoz beim WM-Viertelfinale 2022 zwischen den Niederlanden und Argentinien.
Antonio Miguel Mateu Lahoz: Der Spanier pfiff unter anderem das Champions-League-Finale 2021 zwischen Manchester City und dem FC Chelsea sowie das WM-Viertelfinale 2022 zwischen den Niederlanden und Argentinien, in dem er 15 Mal die Gelbe Karte zückte (Rekord). 2023 beendete Lahoz seine aktive Karriere. © Frank Hoermann/SVEN SIMON/IMAGO
Manuel Gräfe bei einem Bundesligaspiel in Düsseldorf gegen Ingolstadt.
Manuel Gräfe: Der in West-Berlin geborene Gräfe ist einer der bekanntesten deutschen Unparteiischen. 2013 pfiff er das DFB-Pokalfinale zwischen Bayern und Stuttgart. Zuletzt war er unter anderem als Schiedsrichter-Experte für das ZDF bei der EM 2024 im Einsatz. Gräfe verklagte den DFB, weil er seine Bundesligakarriere mit 47 Jahren nach 289 Einsätzen wegen der vom Verband festgelegten Altersbeschränkung beenden musste. Das Landgericht Frankfurt gab Gräfe Recht: Wegen festgestellter Altersdiskriminierung wurden ihm 48.500 Euro Entschädigung zugesprochen. © Michael Kolvenbach / IMAGO
Damir Skomina beim Champions-League-Finale 2019 zwischen den Tottenham Hotspur und dem FC Liverpool.
Damir Skomina: Zwei seiner Karriere-Höhepunkte erlebte der Slowene 2017 bei der Leitung des Europa-League-Finals zwischen Ajax Amsterdam und Manchester United sowie 2019 mit dem Champions-League-Endspiel zwischen den Tottenham Hotspur und dem FC Liverpool.  © BPI/Shutterstock/IMAGO
Kim Milton Nielsen 2005 beim Champions-League-Qualifikationsduell zwischen Werder Bremen und dem FC Basel.
Kim Milton Nielsen: Der Däne zählte zu den weltbesten FIFA-Schiedsrichtern. Die EM 1996 war Nielsens erstes großes Turnier. Bis zur EM 2004 verpasste er kein einziges UEFA- und FIFA-Turnier. 2005 folgte sein Karriereende. © Garcia / IMAGO
Pedro Proença beim Gruppenphasen-Duell 2014 zwischen Ajax Amsterdam und dem FC Barcelona.
Pedro Proença: Der Portugiese war der erste Schiedsrichter, der 2012 im selben Jahr sowohl das Finale der Königsklasse zwischen Spanien und Italien als auch der Europameisterschaft zwischen dem FC Bayern und FC Chelsea leitete. © Pro Shots / Stanley Gontha / IMAGO
Patrick Ittrich beim Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Bochum und 1. FC Heidenheim.
Patrick Ittrich: Neben etlichen Bundesliga-Spielen, Partien in der Qualifikation zur Champions League sowie in der Europa League ist Ittrich zweimal als Lebensretter bekannt geworden. 2011 leistete er gemeinsam mit den Assistenten Holger Hentschel und Frank Willenborg Erste Hilfe, als sich Hauptschiedsrichter Babak Rafati vor dem Bundesliga-Spiel zwischen Köln und Mainz das Leben nehmen wollte. 2024 rettete er Josuha Guilavogui beim Spiel Bayern gegen Mainz, in dem der Franzose seine Zunge verschluckte. Ittrich zog diese heraus und brachte Guilavogui in die stabile Seitenlage. © Malte Ossowski/Sven Simon/IMAGO

„Es ist nicht immer alles schwarz oder weiß“, betonte Theate, der Wahi dennoch in die Pflicht nahm: „Elye muss sein Potenzial zeigen. Wenn ein Stürmer ein-, zwei- oder dreimal trifft, dann wird er mit einer anderen Fröhlichkeit auftreten.“ Trainer Dino Toppmöller hatte nach dem 3:2-Erfolg im Testspiel beim FSV Frankfurt noch bemängelt, dass dem 22-Jährigen weiterhin die Bindung fehle.

Auch in den öffentlich zugänglichen Trainingseinheiten hinterließ der Angreifer einen unglücklichen Eindruck. Vor allem nach dem millionenschweren Abgang von Hugo Ekitiké in Richtung FC Liverpool stellt sich das Umfeld die Frage: Kann der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte noch durchstarten?

Eintacht-Stürmer Wahi fehlt das Selbstvertrauen

Wahi fehlt aktuell jegliches Selbstvertrauen. Der Franzose kommt aus einer für ihn sehr schwierigen Zeit. Er hatte innerhalb von 24 Monaten mit Montpellier, Lens, Marseille und Eintracht vier verschiedene Klubs. Wahi reiste im Winter mit einer Verletzung in Frankfurt an und zog sich nach wenigen Wochen die nächste Blessur zu.

Als Omar Marmoush im vergangenen Januar zu Manchester City wechselte, sollte Wahi dabei helfen, die gewaltige Lücke zu schließen. Ihm gelang das nicht, er blieb in 200 Einsatzminuten ohne jegliche Torbeteiligung. Das alles nagt an ihm. Vor allem Stürmer benötigen für ihren Abschluss die nötige Portion Selbstvertrauen. Dieses Selbstverständnis fehlt Wahi vollständig, daran hat auch die lange Sommerpause nichts geändert.

Bekommt er die Möglichkeit, daran zu arbeiten? Auch bei der Eintracht gibt es den Faktor Zeit nicht mehr in dem Umfang, wie noch vor einigen Jahren. Die Hessen wollen sich in der Bundesliga weiterhin im oberen Drittel etablieren und auch in der Champions League mehr als nur eine Touristen-Rolle einnehmen.

Wie fängt die Eintracht den Ekitiké-Verlust auf?

Dafür muss der Angriff nach dem Ekitiké-Verlust weiter funktionieren und die nötige Durchschlagskraft entwickeln. Für Jonathan Burkardt nahm Sportvorstand Markus Krösche deshalb auch einen Sockelbetrag von 21 Millionen Euro in die Hand und holte ihn aus Mainz. Doch reicht das Trio Burkardt, Wahi und Michy Batshuayi für den Tanz auf drei Hochzeiten in Bundesliga, DFB-Pokal und Königsklasse?

Arthur Theate (re.) hat Elye Wahi (li.) noch nicht abgeschrieben

Krösche wird den Markt im Blick behalten. Aktuell sind die Preise sehr hoch, es ist viel Dampf auf dem Transfermarkt-Kessel. Die Millionen für Ekitiké füllen die Kasse, sie sollen aber nicht verschwendet werden. Ritsu Doan vom SC Freiburg soll ein Teil der Lösung werden bei der Zusammenstellung der Offensive. Auch für den Japaner könnten im Gesamtpaket bis zu 20 Millionen Euro fällig werden.

Diese Summen zeigen, in welchen Teichen die Eintracht inzwischen fischt. Auch die Hessen können sich der Dynamik bei der Preisentwicklung auf dem Transfermarkt nicht entziehen. Ein starker Wahi-Auftritt im Testkick gegen Aston Villa könnte ein Anfang dafür sein, die ersten Zweifel zu beseitigen.

Rubriklistenbild: © Imago/HMB-Media/Steinsiek.ch

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