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Der DFB steckt finanziell in einer großen Krise. Eine Investition, welche in den vergangenen Jahren getätigt wurde, trägt massiv zu dieser bei.
Frankfurt – Während die sportliche Krise des DFB mit dem Sieg gegen Frankreich und der Installierung von Julian Nagelsmann als neuen Nationaltrainer vorerst abgewendet werden konnte, bereitet die finanzielle Krise den Verantwortlichen weiter Sorgen. Einer der Hauptgründe für diese steht dabei direkt vor der eigenen Haustür und erinnert an die finanzielle Misere.
| DFB | |
|---|---|
| Gegründet: | 28. Januar 1900 in Leipzig |
| Mitglieder: | 7.364.775 (Stand 2023) |
| Landesverbände: | 21 |
Der DFB steckt in einer finanziellen Krise fest
Aktuell befindet sich der DFB in der größten finanziellen Krise in seiner über einhundertjährigen Verbandsgeschichte. Die Situation des größten Sportverbandes der Welt ist seit mehreren Monaten angespannt und aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein. So wurde zwischenzeitlich sogar die Ablösung des ehemaligen Bundestrainers Hansi Flick zur finanziellen Frage.
Im aktuellsten Finanzbericht für das Jahr 2021 weist der Deutsche Fußball Verband ein Minus von 33,5 Millionen Euro auf. Dieser Betrag war auch aufgrund von Steuerrückstellungen derartig hoch. Aktuell probieren die Verantwortlichen mit allen Mitteln, den DFB wieder in finanziell sicheres Fahrwasser zu bekommen.
Der DFB-Campus ist einer der Hauptgründe für die Krise
Einer der Hauptgründe für das finanzielle Defizit beim DFB ist der DFB-Campus. Für das kommende Jahr rechnet man bei den geplanten Umsatzerlösen und Aufwänden für den DFB-Campus in Frankfurt mit einem Defizit von 15 Millionen Euro. Während der Verband nach Einsparungsmöglichkeiten sucht, verschlingt der Bau und die Instandhaltung des Campus enorme Kosten.
Im Juni 2022 wurde der Bau feierlich eröffnet. In Summe soll der DFB-Campus ungefähr 180 Millionen Euro gekostet haben und ist damit 30 Millionen Euro teurer als in der eigentlichen Planung vorgesehen. Das Gebäude in der Kennedyallee in Frankfurt ist dementsprechend ein enormer Faktor für die Sorgen des DFB.
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DFB sucht Einsparpotenziale für die Zukunft
Um die Bilanzen irgendwie auszugleichen, sucht der Verband nach Einsparpotenzialen für die Zukunft. In den vergangenen Wochen wurden Maßnahmen zum Abbau des vorhandenen strukturellen Defizits auf derzeit 4,5 Millionen Euro beschlossen. Wie diese aussehen, wurde jedoch noch nicht konkretisiert. „Wir befinden uns in der Abstimmung weiterer Maßnahmen zum Abbau des strukturellen Defizits und werden diese im Haushaltsplan für das Jahr 2024 berücksichtigen“, sagte DFB-Schatzmeister Stephan Grunwald.
„Grundsätzlich analysieren wir Einsparpotenziale auf Ebene von Projekt,- Sach- und auch Personalaufwänden“, führte er aus. Auf der nächsten DFB-Vollversammlung soll einem neuen Grundlagenvertrag mit der DFL zugestimmt werden, der dem DFB bis 2029 mehr Geld zusichern soll. Aktuell zahlt die Liga 26 Millionen Euro an den DFB. Dieser Betrag soll auf bis zu 39 Millionen Euro erhöht werden. (jari)
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