Bei seiner Verpflichtung wurde der FC Bayern zum Teil heftig kritisiert und so mancher Anhänger blickte neidvoll nach Liverpool. Die Situation um Luis Díaz hat sich mittlerweile radikal geändert.
München / Liverpool – FCB-Sportvorstand Max Eberl & Co. mussten im Sommer für die Transferpolitik sehr viel Kritik, Hohn und Spott einstecken. „Wunschspieler“ wie Florian Wirtz oder Nick Woltemade konnten nicht verpflichtet werden, man bediente sich alternativ bei der „zu teuren Resterampe“.
Dazu zählte auch der kolumbianische Nationalspieler Luis Díaz, den der FC Barcelona verpflichten wollte, aber der FC Bayern exakt für seinen aktuellen Marktwert von 70 Millionen Euro vom FC Liverpool loseiste. Obwohl er nicht zuletzt von seinem Ex-LFC-Trainer Jürgen Klopp in den höchsten Tönen gelobt wurde, wurde der Transfer öffentlich und bei nicht wenigen eigenen Anhängern sehr negativ bewertet.
Díaz wird in München gefeiert, in Liverpool ist man wütend
Diese FCB-Fans blickten zu dem Zeitpunkt fast schon neidisch Richtung Liverpool. Der Englische Meister befand sich in einem wahren Kaufrausch und gab weltweit am meisten Geld für neue Spieler aus: Insgesamt 483 Millionen Euro, davon ein Großteil für das vermeintliche Weltklasse-Sturm-Trio Florian Wirtz (140 Millionen Euro an Bayer Leverkusen), Alexander Isak (120 Millionen Euro an Newcastle United) und Hugo Ekitiké (75 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt). Der FC Bayern galt in Europa als abgehängt – finanziell und sportlich.
Das Stimmungsbild hat sich im vergangenen Vierteljahr extrem gewandelt: Während Vincent Kompanys Bayern sportlich begeistern und auf bemerkenswerte Weise Rekorde gebrochen haben, befindet sich der FC Liverpool in einer heftigen Krise: Nach dem 0:3-Debakel bei Manchester City ist der englische Rekordmeister (zusammen mit ManUnited) auf Rang 8 der Premier-League-Tabelle abgerutscht. Das Führungs-Duo FC Arsenal und Guardiolas Citizens scheinen enteilt zu sein.
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Fast zeitgleich zur LFC-Klatsche in Manchester hat Luis Díaz mit seinem Weltklassetor zum zwischenzeitlichen 1:1 beim 2:2 der Bayern bei Union Berlin nicht nur die FCB-Fans begeistert, sondern auch eine heftige Diskussion in Fußball-England entfacht. Denn dort wird der Verkauf des Kolumbianers an den deutschen Rekordmeister in zunehmenden Maße kritisch gesehen.
Obwohl der 28-Jährige nicht immer hundertprozentig effektiv vor dem Tor erscheint, hat er in München voll eingeschlagen. In 17 Pflichtspielen für den FC Bayern erzielte Díaz starke elf Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor. Werte, die ihn zu einem der besten Flügelspieler in Europas Topligen machen.
Sein Traumtor aus spitzem Winkel in Berlin-Köpenick, bei dem er sich nach einem verlorenen geglaubten Ball selbst wieder in Position brachte und unhaltbar abschloss, bezeichnet der Mirror als „einen magischen Moment, einen Beweis dafür, dass Díaz in München auf einem neuen Level angekommen ist.“ Die Weltklasse-Aktion steht sinnbildlich für seine Form: Explosiv, entschlossen, technisch brillant.
„Eine der lächerlichsten Entscheidungen, die Liverpool je getroffen hat“
Während man beim deutschen Rekordmeister von Díaz’ Leistungen begeistert ist, wird der Wechsel in Liverpool immer häufiger scharf kritisiert. Stellvertretend dazu ein LFC-Fan schrieb auf X : „Der Verkauf von Luis Díaz war eine der lächerlichsten Entscheidungen, die Liverpool je getroffen hat. Er spielt in Ballon-d’Or-Form. Elf Tore, sechs Assists in 17 Spielen – man verkauft keine Spieler auf ihrem Karrierehöhepunkt.“ Nur ein von massenhaft ähnlichen Stimmen in der Liverpooler Fangemeinde.
Besonders bitter für die Mannschaft von Arne Slot – dem Trainer, der Kompany angeblich bei der Wirtz-Verpflichtung ausgestochen hat: Keiner der so gefeierten Neuzugänge Florian Wirtz, Alexander Isak oder Hugo Ekitike konnte bisher konstant überzeugen. Der Frust der Liverpool-Fans ist dementsprechend gewaltig.