Bundestrainer erstickt hitzige Debatte bei Frauen-EM im Keim
VonFlorian Puth
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Deutschland muss bei der Frauen-EM gegen Schweden liefern. Vor dem wichtigen Spiel sorgte eine Diskussion für Aufsehen. Jedoch nicht beim Bundestrainer.
Zürich – Vor dem letzten EM-Gruppenspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft gegen Schweden (alle TV-Infos hier) hat Bundestrainer Christian Wück die Diskussionen um Torhüterin Ann-Katrin Berger entschieden beendet. „Es gab bei uns nie eine Torwartdebatte“, erklärte Wück auf der Pressekonferenz im Züricher Letzigrund. Die Kritik an Bergers riskantem Spielstil, die nach dem 2:1-Sieg gegen Dänemark aufkam, sei intern besprochen worden.
Bundestrainer Wück erstickt hitzige Debatte um Berger bei Frauen-EM im Keim
Wück betonte auf der DFB-Pressekonferenz, dass er mit Berger ein „ganz normales Gespräch“ geführt habe, wie mit jeder anderen Spielerin auch. „Wenn ich ein Gespräch mit einer Spielerin unter vier Augen führe, dann bleibt das intern“, erklärte der 52-Jährige weiter. Er hatte nach dem Spiel gegen Dänemark angekündigt, mit Berger über ihre riskanten Dribblings vor dem eigenen Tor sprechen zu wollen.
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Berger selbst verteidigte ihre Spielweise und betonte: „Ich liebe es, Fußball zu spielen, und ich glaube, das ist einfach meine Art und Weise. Vielleicht kann man es minimieren, aber ich glaube, ganz raus werde ich es auf jeden Fall nicht bekommen.“ Die 34-Jährige zeigte sich gelassen und entschlossen, ihren Stil beizubehalten.
Berger bleibt standhaft: „Ich würde es wieder tun“
Berger, die in Drucksituationen wie dem Olympia-Viertelfinale gegen Kanada glänzte, sieht ihre Rolle im Team als unverzichtbar. Ihre Fähigkeit, in entscheidenden Momenten Ruhe zu bewahren, schätzt auch Bundestrainer Wück. „Ich muss ehrlich sagen: Druck verspüre ich nicht. Es ist grundsätzlich ein Fußballspiel – einer gewinnt, einer verliert“, so Berger.
Vor dem entscheidenden Spiel gegen Schweden, das am Samstag um 21 Uhr im Züricher Letzigrund stattfindet, sind die Erwartungen hoch. Deutschland ist bereits für das Viertelfinale qualifiziert, benötigt jedoch einen Sieg, um die EM-Gruppe C zu gewinnen. Alle Tabellen und Ergebnisse finden Sie in unserem EM-Spielplan. Wück erwartet ein „enges Spiel“ zweier Teams „auf Augenhöhe“. Ein Sieg würde dem Team das Selbstvertrauen geben, um im Turnier weiter erfolgreich zu sein. Ob Sieg oder Niederlage, ein harter Gegner dürfte bei der Frauen-EM so oder so auf Deutschland warten.
Mit dem Viertelfinal-Ticket in der Tasche ist es das klare Ziel, mit einem Sieg gegen Schweden die Gruppe zu gewinnen. Für eine DFB-Spielerin wird es ein ganz besonderes Duell. Die Spannung vor dem Spiel ist greifbar, und die Mannschaft ist bereit, ihr Bestes zu geben, um die nächste Runde mit einem positiven Ergebnis zu erreichen. Über die Torfrau dürfte dann wohl nicht mehr diskutiert werden. (fpt)