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Konkurrenzkampf brodelt: 4 knifflige Entscheidungen für Eintracht-Trainer Toppmöller

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Eintracht Frankfurt besitzt enorm hohe Qualität im Kader. Trainer Dino Toppmöller muss Woche für Woche Profis vertrösten.

Frankfurt – Das Duell zwischen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen offenbarte am vergangenen Samstag gravierende Unterschiede in der Qualität. Der Blick auf die Bank demonstrierte deutlich, in welchen Sphären sich die beiden Mannschaften inzwischen bewegen. Die neun Ersatzspieler der Hessen hatten laut transfermarkt.de einen Marktwert von 83,2 Millionen Euro.

Eintracht-Trainer Dino Toppmöller startet gegen Werder Bremen in die neue Bundesliga-Saison.

Zum Vergleich: Werders Startelf wurde auf 81 Millionen Euro geschätzt. Die Eintracht hat sich in den vergangenen Jahren auf allen Ebenen zu einem der Topteams der Fußball-Bundesliga entwickelt und zählt national zu den Schwergewichten. Dies zieht einige Luxusprobleme nach sich für Trainer Dino Toppmöller. Da einige Akteure noch aus Verletzungspausen kamen, war es zu Beginn etwas einfacher.

Eintracht-Konkurrenzkampf auf vielen Positionen

Schon für das Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim scharren enorm viele Kicker mit den Hufen. Toppmöller steht vor vier kniffligen Entscheidungen, die er zu treffen hat. Absolut Fussball, das Fußballportal von Home of Sports, beleuchtet die Situation im Kader der Eintracht etwas näher. Vor allem in der Offensive tobt der Konkurrenzkampf. Doch fangen wir hinten an.

1.) Brown will an starke erste Saison anknüpfen

Nathaniel Brown zählte zu den Senkrechtstartern 2024/25. Nach schwierigem Beginn wurde der Linksverteidiger Stammspieler und beendete seine erste Bundesliga-Saison mit zehn Scorerpunkten. Brown verletzte sich bei der U21-Europameisterschaft und verpasste nahezu die gesamte Vorbereitung. Der Linksfuß ist inzwischen aber wieder fit.

Ein Verein durchbricht Schallmauer – die Dauerkarten-Preise der Bundesligisten

Die TSG Hoffenheim ruft für ihre 17 Heimspiele für Sitzplätze zwischen 262 und 584 € auf. Den günstigsten Stehplatz gibt es für 150 €.
Die TSG Hoffenheim ruft für ihre 17 Heimspiele für Sitzplätze zwischen 262 und 584 € auf. Den günstigsten Stehplatz gibt es für 150 €. © IMAGO/Oliver Zimmermann
Damit bieten die Kraichgauer den günstigsten aller verfügbaren Bundesliga-Stehplätze über eine gesamte Spielzeit an.
Damit bieten die Kraichgauer den günstigsten aller verfügbaren Bundesliga-Stehplätze über eine gesamte Spielzeit an. © IMAGO/Alfio Marino
Auch beim VfL Wolfsburg gibt es Saisontickets zu moderaten Preisen zu erstehen. Zwischen 250 und 490 € kostet ein Sitzplatz, stehen kann man im günstigsten Fall für 160 €.
Auch beim VfL Wolfsburg gibt es Saisontickets zu moderaten Preisen zu erstehen. Zwischen 250 und 490 € kostet ein Sitzplatz, stehen kann man im günstigsten Fall für 160 €. © IMAGO/Sebastian Priebe
Bei Stehplätzen – sofern frei verfügbar – reihen sich die Bayern unter den Top 3 mit 175 € ein.
Bei Stehplätzen – sofern frei verfügbar – reihen sich die Bayern unter den Top 3 mit 175 € ein. © IMAGO/Markus Ulmer
Die restlichen Plätze in der Arena gehen für zwischen 410 und 890 € an den Fan
Die restlichen Plätze in der Arena gehen für zwischen 410 und 890 € an den Fan © IMAGO/Ulrich Wagner
Auch im dritten Bundesliga-Jahr will der 1. FC Heidenheim seine Fans im Rücken wissen. Auf der Ostalb gibt es für zwischen 395 und 510 € erstklassigen Fußball im Sitzen. Stehplatz-Dauerkarten kosten mindestens 180 €.
Auch im dritten Bundesliga-Jahr will der 1. FC Heidenheim seine Fans im Rücken wissen. Auf der Ostalb gibt es für zwischen 395 und 510 € erstklassigen Fußball im Sitzen. Stehplatz-Dauerkarten kosten mindestens 180 €. © IMAGO/Ralf Brueck
Im Frankfurter Waldstadion reichen die Dauerkartenpreise für Sitzplätze zwischen 455 und 780 €. Ein Steher ist mit Glück schon für 190 € zu haben.
Im Frankfurter Waldstadion reichen die Dauerkartenpreise für Sitzplätze zwischen 455 und 780 €. Ein Steher ist mit Glück schon für 190 € zu haben. © IMAGO/Gabor Baumgarten
Damit können Fans vom Champions-League-Teilnehmer aus der Bankenmetropole noch für unter 200 € die Bundesliga-Saison mitnehmen
Damit können Fans vom Champions-League-Teilnehmer aus der Bankenmetropole noch für unter 200 € die Bundesliga-Saison mitnehmen. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
Nur ein paar Kilometer weiter in Mainz bleibt das Preisniveau vergleichbar. Die Sitzplätze variieren je Kategorie zwischen 389 und 729 €. Für einen dauerhaften Stehplatz werden mindestens 194 € fällig.
Nur ein paar Kilometer weiter in Mainz bleibt das Preisniveau vergleichbar. Die Sitzplätze variieren je Kategorie zwischen 389 und 729 €. Für einen dauerhaften Stehplatz werden mindestens 194 € fällig. © IMAGO/Vitali Kliuiev
Bei der Werkself steht ein großer Umbruch an. Wer diesen dauerhaft im Stadion begleiten will, zahlt für Sitzplätze zwischen 365 und 550 €. Der Stehplatz in der Kurve kostet mindestens 210 €.
Bei der Werkself steht ein großer Umbruch an. Wer diesen dauerhaft im Stadion begleiten will, zahlt für Sitzplätze zwischen 365 und 550 €. Der Stehplatz in der Kurve kostet mindestens 210 €. © IMAGO/Moritz Mueller
Damit reißt Bayer Leverkusen als erster Klub die Grenze von 200 € für einen Stehplatz.
Damit reißt Bayer Leverkusen als erster Klub die Grenze von 200 € für einen Stehplatz. © IMAGO/Matthias Koch
Seit jeher gut ausgelastet sind die Heimspiele des FC St. Pauli am Millerntor. Für die Sitzplatz-Dauerkarten gelten dabei Preise zwischen 456 und 724 €, wohingegen der günstigste Preis für die zahlreich vorhandenen Stehplätze bei 213 € liegt.
Seit jeher gut ausgelastet sind die Heimspiele des FC St. Pauli am Millerntor. Für die Sitzplatz-Dauerkarten gelten dabei Preise zwischen 456 und 724 €, wohingegen der günstigste Preis für die zahlreich vorhandenen Stehplätze bei 213 € liegt. © IMAGO/Oliver Ruhnke
Seit 2011 ist der FCA wieder Bundesligist und damit beliebter Pilgerort für Fußballfans in der Stadt. 399 bis 679 € kosten die Sitzplatz-Jahreskarten. Stehplätze mindestens 219 €.
Seit 2011 ist der FCA Bundesligist und damit beliebter Pilgerort für Fußballfans in der Stadt. 399 bis 679 € kosten die Sitzplatz-Jahreskarten. Stehplätze mindestens 219 €. © IMAGO/kolbert-press/Christian Kolbert
Im Weserstadion wird für zwischen 260 und 825 € gesessen. In der Ostkurve stehen Fans im günstigsten Fall für 222 €.
Im Weserstadion wird für zwischen 260 und 825 € gesessen. In der Ostkurve stehen Fans im günstigsten Fall für 222 €. © IMAGO/Bahho Kara
Surft der SC Freiburg weiter auf seiner Erfolgswelle, dürften ihm Dauerkartenverkäufe sichere und lukrative Einnahmen bescheren. Gestanden wird für 230 €, die Sitzplätze liegen bei 459 bis 839 €.
Surft der SC Freiburg weiter auf seiner Erfolgswelle, dürften ihm Dauerkartenverkäufe sichere und lukrative Einnahmen bescheren. Gestanden wird für 230 €, die Sitzplätze liegen bei 459 bis 839 €. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Auf eine bessere Saison mit Europapokal-Qualifikation hofft man in Mönchengladbach. Die Heimspiele der Borussia können über die ganze Spielzeit für Preise zwischen 440 und 820 € (Sitzplatz) sowie mindestens 230 € für einen Stehplatz besucht werden.
Auf eine bessere Saison mit Europapokal-Qualifikation hofft man in Mönchengladbach. Die Heimspiele der Borussia können über die ganze Spielzeit für Preise zwischen 440 und 820 € (Sitzplatz) sowie mindestens 230 € für einen Stehplatz besucht werden. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl
Der Dino ist zurück im Oberhaus. Wer dabei sein will, muss mit Sitzplatzpreisen zwischen 340 und 880 € kalkulieren. Steher gehen in Hamburg im günstigsten Fall für 238 € über den Tresen.
Der Dino ist zurück im Oberhaus. Wer dabei sein will, muss mit Sitzplatzpreisen zwischen 340 und 880 € kalkulieren. Steher gehen in Hamburg im günstigsten Fall für 238 € über den Tresen. © IMAGO/Oliver Ruhnke
Fans von Pokalsieger Stuttgart erwartet neben der Bundesliga zudem Europapokal-Abende in der Europa League. Für das Ligaprogramm zahlen Sitzplatz-Dauerkarteninhaber zwischen 395 und 885 €. Die günstigsten Stehplätze liegen bei 240 €.
Fans von Pokalsieger Stuttgart erwartet neben der Bundesliga zudem Europapokal-Abende in der Europa League. Für das Ligaprogramm zahlen Sitzplatz-Dauerkarteninhaber zwischen 395 und 885 €. Die günstigsten Stehplätze liegen bei 240 €. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel
Sitzplatz-Jahreskarten im Zentralstadion erstrecken sich zwischen 350 und 945 €. Steher gibt es ab 245 €.
Sitzplatz-Jahreskarten im Zentralstadion erstrecken sich zwischen 350 und 945 €. Steher gibt es ab 245 €. © IMAGO/Roger Petzsche
Der Aufsteiger greift preislich die Spitzenplätze an. Während Stehplatz-Dauerkarten ab 252 € beginnen…
Der Aufsteiger aus Köln greift preislich die Spitzenplätze an. Während Stehplatz-Dauerkarten ab 252 € beginnen … © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Justin Deronde
… reichen Sitzplatz-Dauerkarten beim FC bis zu 1.071 € und damit als einziger Erstligist in den vierstelligen Bereich
… reichen Sitzplatz-Dauerkarten beim FC bis zu 1.071 € und ist damit als einziger Erstligist in den vierstelligen Bereich. © MIKA VOLKMANN via www.imago-images.de
Bei Union kosten Sitzplätze zwischen 561 und 905 €. Der günstigste Steher an der Alten Försterei kostet 255 €.
Bei Union kosten Sitzplätze zwischen 561 und 905 €. Der günstigste Steher an der Alten Försterei kostet 255 €. © IMAGO/nordphoto GmbH / Engler
Damit belegen die Köpenicker den vorletzten Platz in der Kategorie der günstigsten Stehplatz-Dauerkarten.
Damit belegen die Köpenicker den vorletzten Platz in der Kategorie der günstigsten Stehplatz-Dauerkarten. © IMAGO/Matthias Koch
Das größte Stadion Deutschlands: Über 80.000 Zuschauer bietet das Westfalenstadion Platz, über 55.000 Dauerkarten setzt der BVB jährlich ab und hat damit enorme Umsatzmöglichkeiten, die anderen Bundesligisten in dieser Dimension verwehrt bleiben.
Das größte Stadion Deutschlands: Über 80.000 Zuschauer bietet das Westfalenstadion Platz, über 55.000 Dauerkarten setzt der BVB jährlich ab und hat damit enorme Umsatzmöglichkeiten, die anderen Bundesligisten in dieser Dimension verwehrt bleiben. © IMAGO/osnapix / Hirnschal
Die Sitzplätze kosten dabei zwischen 485 und 905 €. Auf der berühmten Südtribüne kostet der günstigste Stehplatz 260 €.
Die Sitzplätze kosten dabei zwischen 485 und 905 €. Auf der berühmten Südtribüne kostet der günstigste Stehplatz 260 €. © IMAGO/Madeleine Fantini

Rückt Brown sofort wieder in die erste Mannschaft? Muss er noch warten? Und was bedeutet sein Comeback für die Viererkette? Toppmöller müsste Nnamdi Collins oder Arthur Theate auf die Bank setzen. Beide haben ihre Berechtigung, in der ersten Mannschaft zu stehen. Vor allem das Tempo von Collins ist bei einer hochstehenden Abwehr enorm wichtig. Toppmöller benötigt also Fingerspitzengefühl.

2.) Rückt Weltmeister Götze ins zweite Glied?

Als Omar Marmoush im Januar nach Manchester City wechselte, wurde Mario Götze immer wichtiger. Er war im 4-2-3-1-System von Toppmöller der Dreh- und Angelpunkt. Mit einem fitten Götze wäre möglicherweise auch in der Europa League noch mehr als das Viertelfinale möglich gewesen. Nach monatelanger Verletzungspause kehrte der inzwischen 33-Jährige in den Kader zurück und kam als Joker in die Partie.

Sein Thronfolger soll Can Uzun werden. Und der 19-Jährige zündet offenbar den nächsten Gang. Uzun war gegen Werder mit Treffer und zwei Vorlagen der herausragende Mann auf dem Platz. Rückt Götze in seiner vierten Saison bei der Eintracht still und heimlich ins zweite Glied? Vor allem in der Champions League wird seine Erfahrung weiterhin wichtig sein. Möglicherweise ist jetzt allerdings die Uzun-Zeit gekommen.

3.) „Allzweckwaffe“ Knauff gibt keine Ruhe

Jean-Matteo Bahoya, Ritsu Doan und Ansgar Knauff kämpfen um zwei freie Plätze auf den Flügeln. Toppmöller hat auf der rechten und linken Seite die Qual der Wahl. Und das Trio liefert. Bahoya erzielte in zwei Pflichtspielen drei Treffer, Doan zwei und Knauff als Joker einen. Das sind Zeichen, die ein Trainer genauestens registriert.

Und auch Sportvorstand Markus Krösche stellt fest: „Wir können uns besserwechseln. Das ist sicherlich wichtig, wenn du in drei Wettbewerben spielst. Wir brauchen frische Leute, um zu rotieren und von der Bank Impulse zu bringen. Der Trainer hat unterschiedliche Profile zum Nachlegen.“ Schon am ersten Spieltag zeigt sich die enorme Bandbreite im Kader der Frankfurter.

4.) Wahi bedrängt Königstransfer Burkardt

Jonathan Burkardt kam im Sommer als „Königstransfer“ von Mainz 05 zum Nachbarn nach Frankfurt. Er wartet noch auf seinen ersten Pflichtspieltreffer im neuen Trikot. Einmal klatschte das Leder an den Pfosten, ein weiteres Mal lupfte er knapp vorbei. Ansonsten sind es noch die kleineren Aktionen, die der nimmermüde ackernde Burkardt zu verzeichnen hat.

Elye Wahi hingegen kommt nach schwierigem Start immer besser in Fahrt. Er agiert inzwischen deutlich explosiver und ist besser eingebunden. Gegen Engers jubelte er über Tor und Vorlage. Und auch gegen Werder hatte der Franzose seine Füße mit im Spiel. Er ließ vor dem 4:1 präzise auf Farès Chaibi klatschen. Später legte Wahi noch für Knauff quer und segelte final an einer Götze-Hereingabe vorbei.

Das sah gut aus! Elye Wahi knabbert auch in der Bundesliga am Baum. Der Glaube an den Durchbruch ist wieder da. Exakt diese Gier benötigt die Eintracht für den Erfolg in Liga, Pokal und Champions League. Nur so können sich Talente auch weiterentwickeln und zukünftig für viel Geld verkauft werden. Der Konkurrenzkampf jedenfalls ist früh in der Saison gewaltig.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jürgen Kessler

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