Schon für das Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim scharren enorm viele Kicker mit den Hufen. Toppmöller steht vor vier kniffligen Entscheidungen, die er zu treffen hat. Absolut Fussball, das Fußballportal von Home of Sports, beleuchtet die Situation im Kader der Eintracht etwas näher. Vor allem in der Offensive tobt der Konkurrenzkampf. Doch fangen wir hinten an.
1.) Brown will an starke erste Saison anknüpfen
Nathaniel Brown zählte zu den Senkrechtstartern 2024/25. Nach schwierigem Beginn wurde der Linksverteidiger Stammspieler und beendete seine erste Bundesliga-Saison mit zehn Scorerpunkten. Brown verletzte sich bei der U21-Europameisterschaft und verpasste nahezu die gesamte Vorbereitung. Der Linksfuß ist inzwischen aber wieder fit.
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Rückt Brown sofort wieder in die erste Mannschaft? Muss er noch warten? Und was bedeutet sein Comeback für die Viererkette? Toppmöller müsste Nnamdi Collins oder Arthur Theate auf die Bank setzen. Beide haben ihre Berechtigung, in der ersten Mannschaft zu stehen. Vor allem das Tempo von Collins ist bei einer hochstehenden Abwehr enorm wichtig. Toppmöller benötigt also Fingerspitzengefühl.
2.) Rückt Weltmeister Götze ins zweite Glied?
Als Omar Marmoush im Januar nach Manchester City wechselte, wurde Mario Götze immer wichtiger. Er war im 4-2-3-1-System von Toppmöller der Dreh- und Angelpunkt. Mit einem fitten Götze wäre möglicherweise auch in der Europa League noch mehr als das Viertelfinale möglich gewesen. Nach monatelanger Verletzungspause kehrte der inzwischen 33-Jährige in den Kader zurück und kam als Joker in die Partie.
Sein Thronfolger soll Can Uzun werden. Und der 19-Jährige zündet offenbar den nächsten Gang. Uzun war gegen Werder mit Treffer und zwei Vorlagen der herausragende Mann auf dem Platz. Rückt Götze in seiner vierten Saison bei der Eintracht still und heimlich ins zweite Glied? Vor allem in der Champions League wird seine Erfahrung weiterhin wichtig sein. Möglicherweise ist jetzt allerdings die Uzun-Zeit gekommen.
3.) „Allzweckwaffe“ Knauff gibt keine Ruhe
Jean-Matteo Bahoya, Ritsu Doan und Ansgar Knauff kämpfen um zwei freie Plätze auf den Flügeln. Toppmöller hat auf der rechten und linken Seite die Qual der Wahl. Und das Trio liefert. Bahoya erzielte in zwei Pflichtspielen drei Treffer, Doan zwei und Knauff als Joker einen. Das sind Zeichen, die ein Trainer genauestens registriert.
Und auch Sportvorstand Markus Krösche stellt fest: „Wir können uns besserwechseln. Das ist sicherlich wichtig, wenn du in drei Wettbewerben spielst. Wir brauchen frische Leute, um zu rotieren und von der Bank Impulse zu bringen. Der Trainer hat unterschiedliche Profile zum Nachlegen.“ Schon am ersten Spieltag zeigt sich die enorme Bandbreite im Kader der Frankfurter.
4.) Wahi bedrängt Königstransfer Burkardt
Jonathan Burkardt kam im Sommer als „Königstransfer“ von Mainz 05 zum Nachbarn nach Frankfurt. Er wartet noch auf seinen ersten Pflichtspieltreffer im neuen Trikot. Einmal klatschte das Leder an den Pfosten, ein weiteres Mal lupfte er knapp vorbei. Ansonsten sind es noch die kleineren Aktionen, die der nimmermüde ackernde Burkardt zu verzeichnen hat.
Elye Wahi hingegen kommt nach schwierigem Start immer besser in Fahrt. Er agiert inzwischen deutlich explosiver und ist besser eingebunden. Gegen Engers jubelte er über Tor und Vorlage. Und auch gegen Werder hatte der Franzose seine Füße mit im Spiel. Er ließ vor dem 4:1 präzise auf Farès Chaibi klatschen. Später legte Wahi noch für Knauff quer und segelte final an einer Götze-Hereingabe vorbei.
Das sah gut aus! Elye Wahi knabbert auch in der Bundesliga am Baum. Der Glaube an den Durchbruch ist wieder da. Exakt diese Gier benötigt die Eintracht für den Erfolg in Liga, Pokal und Champions League. Nur so können sich Talente auch weiterentwickeln und zukünftig für viel Geld verkauft werden. Der Konkurrenzkampf jedenfalls ist früh in der Saison gewaltig.