Mats Hummels hegt üblen Heimzahl-Verdacht zum BVB-Aus
VonLars Pollmann
schließen
Mats Hummels ärgern die Umstände seines Abschieds von Borussia Dortmund im Vorjahr. Am Sonntag beendet der Weltmeister seine große Karriere.
Dortmund/Rom – Mats Hummels bestreitet am Sonntag sein letztes Spiel als Fußballprofi. Die AS Rom gastiert zum Abschluss der Serie A beim FC Turin und hofft auf einen Ausrutscher von Juventus im Parallelspiel, um doch noch die Champions League zu erreichen.
Hummels wird die Partie voraussichtlich von der Bank verfolgen. Sportlich ist es ein stiller Abschied für den Weltmeister von 2014, der sein Karriereende vor einigen Wochen angekündigt hat: Seit dem 06. April wartet der Routinier auf einen Einsatz für die Römer.
Es ist ein gewissermaßen unwürdiges Ende für einen der größten deutschen Fußballer seiner Generation. Das hat sich Hummels allerdings auch ein Stück weit selbst zuzuschreiben: Bei Borussia Dortmund machte er sich voriges Jahr mit einem kritischen Interview kurz vor dem Champions-League-Finale untragbar. Bezahlt hat der Ex-Nationalspieler dafür aus eigener Sicht schnell.
Die schönsten Momente in der Karriere von Mats Hummels
Moderator Tommi Schmitt begleitet Mats Hummels‘ Jahr in Rom für das ZDF
„Ich wäre schon gern in Dortmund geblieben, unter gewissen Voraussetzungen. Das war jetzt nicht mehr das ganz große Geheimnis irgendwann. Ich hatte immer die Hoffnung, dass es noch so kommt“, erklärt der 36-Jährige in der ZDF-Doku ‚Hummels – La Finale‘.
Für den Film hat ihn der Podcaster und Moderator Tommi Schmitt während des Jahres in Rom immer wieder besucht, es sind intime Einblicke entstanden. Die Ausstrahlung der Doku erfolgt am Samstagabend nach dem DFB-Pokalfinale zwischen Arminia Bielefeld und dem VfB Stuttgart.
Dortmund-Abschied von Mats Hummels: „Es hätte anders laufen sollen“
Hummels äußert den Verdacht, dass sein Interview im Magazin Sport Bild, in dem er indirekte, aber doch deutliche Kritik an Trainer Edin Terzić geübt hatte, ein entscheidender Faktor war: „Es hätte anders laufen sollen als bei mir. Eigentlich ist es so, dass es im persönlichen Gespräch mitgeteilt wird. Mir wollte jemand das Interview heimzahlen und hat es der Presse gesteckt, bevor es mir mitgeteilt wurde.“
Gegen wen sich dieser Vorwurf richtet, bleibt unausgesprochen. Indiskretionen hat es beim BVB In der jüngeren Vergangenheit zuhauf und zu allerlei Themen und Personalien gegeben. In dieser Saison etwa wurde das Engagement von Niko Kovač als Trainer durchgestochen, während die Mannschaft auf dem Platz in der Champions League gegen Schachtar Donezk spielte.
Die Wogen zwischen Hummels und dem BVB haben sich indes rasch geglättet. Der Verteidiger bekam beim Abschiedsspiel seiner ehemaligen Weggefährten Jakub Blaszczykowski und Lukasz Piszczek einen rauschenden Empfang und soll im Rahmen der Saisoneröffnung im August, voraussichtlich gegen den Athletic Club aus Bilbao, verabschiedet werden.
Ein Comeback zur FIFA Klub-WM, für die Nico Schlotterbeck verletzt ausfällt, war nur kurzzeitiges Gesprächsthema. In der Doku deutet Hummels an, dass er selbst die treibende Kraft war. „Als BVB-Spieler meine Karriere beenden, das wäre nochmal so ein Ding in meinem Kopf. Ich kann auch ehrlich sagen: Ich habe das Gespräch schon mal gesucht, letzte Woche. Ich glaube nicht, dass das passieren wird“, sagte Hummels da zu Schmitt bei einem Treffen im April.
Kurze Zeit später verkündete Hummels sein Karriereende in Rom.
Nach dem Karriereende: Hummels plant „Elterndasein“ und Expertentätigkeit
Ein Rücktritt vom Rücktritt für den BVB ist nicht zu erwarten. „Wir sind eigentlich so verblieben: Wenn sich bei uns noch einer verletzt aus der Defensive und nicht an der Klub-WM teilnehmen kann, dann ist der Mats für uns die erste Alternative“, erklärte Hans-Joachim Watzke Ende April im ZDF-Sportstudio.
Wahrscheinlicher ist, dass Hummels nach 18 Jahren als Profi sein Familienleben genießen kann. „Es geht sofort nach München und in das Elterndasein“, kündigt der Vater eines Sohnes an. Dem Fußball wird er aber erhalten bleiben, zunächst „in einer kleineren Stückzahl als Experte“.
Und irgendwann, so lautet der Plan beim BVB, in einer Funktion beim Herzensklub.