VonChristopher Michelschließen
Kaua Santos wird Eintracht Frankfurt mehrere Monate fehlen. Muss der Verein daher seine Pläne ändern und einen neuen Torhüter holen?
Frankfurt – 13 Tage liegt der große Schockmoment für Eintracht Frankfurt zurück. Kaua Santos verletzte sich bei der Aktion, in der er den entscheidenden Strafstoß im Europa-League-Kracher gegen Tottenham Hotspur (0:1) verursachte, schwer am hinteren Kreuzband.
Eintracht-Torhüter Santos kann eine Operation wohl vermeiden
Die anfänglich geschätzte Ausfallzeit lag bei acht bis neun Monaten. Das Umfeld des 22-Jährigen suchte nach anderen Lösungen und nutzte die guten Kontakte zum portugiesischen „Knie-Guru“ Jose Carlos Noronha. Er gilt als „Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo für die Knie“. Mehr Anerkennung geht nicht.
Und tatsächlich ist die Zuversicht groß, dass Santos dank konservativer statt operativer Kniebehandlung schon nach vier bis fünf Monaten wieder auf den Platz zurückkehren kann. Absolut Fußball, das Fußballportal von Home of Sports, kann einen entsprechenden Bericht der Bild bestätigen.
Die Verletzungsstruktur des hinteren Kreuzbandes ist offenbar nicht ganz so schlimm, wie in den ersten Tagen befürchtet wurde. Zwei weitere Kontrollen, die erste Mitte Mai, werden endgültig Aufschluss über den Heilungsverlauf geben.
Santos hat sich seit dem tragischen Moment geschüttelt, arbeitet knallhart und schweißtreibend an seinem Comeback. Aktuell hält er sich noch in Portugal auf, aber zu den beiden letzten Partien der Saison wird er nahe an das Team heranrücken.
Nach exklusiven Informationen von Absolut Fußball gibt es intern keine Zweifel an ihm als Schlussmann der Zukunft. Die Eintracht plant nicht, Santos einen „fertigen“ Torhüter vor die Nase zu setzen. Gerüchte rund um Daniel Peretz vom FC Bayern München kann Absolut Fußball daher nicht bestätigen.
Santos soll bei Eintracht der „Torhüter der Gegenwart“ werden
Aus dem „Torhüter der Zukunft“ soll dann endgültig der „Torhüter der Gegenwart“ werden. Santos soll in Ruhe fit und im Anschluss die Nummer eins bei den Frankfurtern werden. Torwarttrainer Jan Zimmermann ist trotz einiger Patzer überzeugt von den Fähigkeiten von Santos, der unfassbares Potenzial hat.
Bis dahin soll Kapitän und Klub-Legende Kevin Trapp das Gehäuse hüten. Der 34-Jährige strahlt enorme Ruhe aus und rettete mit einer Schlüsselparade in Augsburg (0:0) einen Zähler. Auch beim Statement-Sieg gegen RB Leipzig (4:0) hielt er die Null fest.
Trapp ist bemerkenswert mit der für ihn schwierigen Situation umgegangen, sein Verhältnis zu Santos ist hervorragend. Die Torhüterposition ist eine sensible, ein Wechsel zwischen den Pfosten ist stets mit etwas mehr Wirbel verbunden.
Die Verantwortlichen der Eintracht und die Akteure selbst gehen aber sehr gut mit der Situation um. Verletzungspech der beiden Schlussmänner verhinderte bislang aber einen klassischen Konkurrenzkampf.
Die Hessen müssen dennoch einen gewissen Zeitraum ohne Santos überbrücken. Heißt die Lösung dafür Nils Ramming? Der Schwede war einer der Gewinner in einem insgesamt schwachen Jahr der zweiten Mannschaft. Ramming ist offen für eine Verlängerung seines 2026 laufenden Vertrags. Das Training bei den Profis an der Seite der beiden Routiniers Trapp und Jens Grahl wäre sehr wertvoll für ihn, er könnte an seinen Schwächen in Sachen Mut und Strafraumbeherrschung arbeiten.
Eintracht-Trainer Toppmöller kann sich derzeit auf Trapp verlassen
Eintracht wird sich noch einige Zeit mit der T-Frage beschäftigen müssen. Kurzfristig kann Toppmöller im Rennen um die Champions League auf Trapp bauen. Der Kapitän der Frankfurter hat sich nach Schienbeinverletzung stark zurückgemeldet und blieb zweimal ohne Gegentreffer. Ein Abgang im Sommer, über den spekuliert wurde, ist damit wohl vom Tisch. Im Optimalfall gibt es im Laufe der kommenden Saison eine saubere, gut kommunizierten und faire Wachablösung.
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