Sensationsrückkehr bei der Eintracht plötzlich möglich
VonChristopher Michel
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Entwickelt sich im Tor von Eintracht Frankfurt schneller ein Wettstreit als gedacht? Kaua Santos gesundet prächtig nach seiner schweren Verletzung.
Frankfurt – Bei Kaua Santos ist das Lachen zurückgekehrt. Der Torhüter von Eintracht Frankfurt hat den Schock nach der schlimmen Verletzung am hinteren Kreuzband überwunden.
Kehrt Eintracht-Torhüter schnell zwischen die Pfosten zurück?
Wie Absolut Fußball, das Fußball-Portal von Home of Sports, exklusiv erfahren hat, bahnt sich mehr und mehr ein Sensationscomeback an. Santos wird sich wenige Tage vor Beginn der offiziellen Vorbereitung (Laktattests ab 7. Juli) mit Torwarttrainer Jan Zimmermann treffen und erste Übungen absolvieren. Sollte es keinen Rückschlag mehr geben, dann peilt der fast zwei Meter große Schlussmann den Bundesliga-Auftakt gegen Werder Bremen an.
XXL-Blockfahne, Heimatverbundenheit und „ewiger Oka“: Diese Eintracht-Choreos gehen unter die Haut
Noch nicht einmal drei Monate liegt der Schock-Moment zurück. Im Rückspiel des Europa-League-Viertelfinales wollte Santos gegen Tottenham Hotspur gewohnt mutig klären und sprang zu heftig in seinen Gegenspieler. Die Folge: Elfmeter, Siegtreffer der Spurs und ein schwer verletzter Schlussmann. Für Santos brach im ersten Moment eine Welt zusammen.
Der Brasilianer hielt die Partie sogar noch durch, dann aber wurden die Schmerzen immer schlimmer. Die ersten Untersuchungen gaben schnell Klarheit, die ersten Befürchtungen drehten sich um eine neunmonatige Pause. Santos entschied sich jedoch gegen eine Operation und für einen konservativen Heilungsverlauf.
Eintracht-Torhüter arbeitet hart an seinem Comeback
Die Fortschritte sind beträchtlich. Santos übte in seiner Heimat bereits mit Vertrauten, wenngleich er intensive Sprünge noch mied. Das könnte sich zeitnah ändern. Der 22-Jährige kündigte bereits vor Wochen im Gespräch mit Sport Bild an: „Mein Ziel ist es, im Laufe der Vorbereitung wieder auf dem Platz zu stehen. Dafür arbeite ich hart. Das Wichtigste ist, komplett fit zu werden.“
Tobt somit deutlich schneller als gedacht der Konkurrenzkampf zwischen den Pfosten? Santos wird vom Klub nicht nur als Torhüter der Zukunft gesehen. Die Verantwortlichen trauen ihm den sofortigen Sprung zur Nummer eins zu. Natürlich muss sich Santos bei der Risikoabwägung noch steigern, seine Ausflüge besser dosieren. Jedoch gab es zwei Dinge, die intern zuletzt imponiert haben.
Nach seinem furchtbaren Tag gegen Mainz 05 kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres, als er bei der 1:3-Niederlage zwei grobe Böcke machte, musste er bis März auf die nächste Chance warten. Santos blieb trotz jungen Alters und wenig Erfahrung ruhig und seriös. Er rettete den Schlüsselsieg in Bochum (3:1) und entnervte Tottenham im Europa-League-Hinspiel (1:1) in deren Stadion. Diese mentale Stärke ist viel wert.
Eintracht-Verantwortliche von Santos angetan
Der zweite Punkt ist die Art und Weise, mit der Santos für sein Comeback schuftet. Er hat sein Mindset geschärft und die erste Saison auf höchster Ebene wirken lassen. In den vergangenen zwölf Monaten ist viel passiert: das Debüt in Bundesliga und Europa League nach der Trapp-Verletzung im ersten Drittel der Saison. Eine herausragende Performance gegen den FC Bayern München (3:3), die selbst Thomas Müller faszinierte.
Dann gab es den Rückschlag gegen Mainz und die Rückkehr zwischen die Pfosten, nachdem Trapp wochenlang mit Schmerzen gehalten hatte. Zwischenzeitlich unterschrieb Santos noch einen bis 2030 laufenden Vertrag. Die bitterste Pille war dann sicherlich der traurige Abend gegen die Spurs.
Vergessen! Santos ist enorm motiviert. Er will schnellstmöglich die Nummer eins im Eintracht-Tor werden und sich so für die im Sommer 2026 stattfindende Weltmeisterschaft empfehlen. Kaua Santos wird nach langer Leidenszeit dabei genauestens auf seinen Körper hören müssen. Und er hat mit Eintracht-Legende Trapp auch einen starken Konkurrenten, der seinen Platz nicht kampflos hergeben wird. Die Zukunft, sie gestaltet sich spannend bei den Hessen.