Ein Wechsel, der die BVB-Fans spaltet

Sind dem BVB 100 Millionen durch die Lappen gegangen? Das Dilemma um den Gittens-Transfer

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Dortmund und Chelsea stehen vor einer Einigung bei Jamie Gittens für rund 65 Millionen Euro. Ist das ein Top-Geschäft oder ein großer Verlust?

Dortmund/London – Der Poker um Jamie Gittens erreicht seinen Höhepunkt. Borussia Dortmund bewies im Sonder-Transferfenster vor der FIFA Klub-WM Standhaftigkeit, das scheint sich auszuzahlen.

Der FC Chelsea bot Anfang des Monats noch „nur“ 55 Millionen Euro, jetzt lassen sich die Blues wohl auf die Forderungen des BVB ein. Bis zu 65 Millionen Euro Ablöse sollen für Gittens fließen, große Zweifel gibt es an diesem Deal nicht mehr.

Während die einen den bevorstehenden Verlust des Talents beklagen, sehen andere die Chance auf ein herausragendes Geschäft für den BVB. Absolut Fussball, das Fußballportal von Home of Sports, stellt die Argumente in einem Pro und Contra gegenüber.

Diese 32 Teams kämpfen 2025 um den Klub-WM-Titel in den USA

In Gruppe A trifft SE Palmeiras (Brasilien) auf internationale Konkurrenz. Der mehrfach gekrönte Copa-Libertadores-Sieger überzeugt mit taktischer Disziplin, einer stabilen Defensive und cleverem Spielaufbau.
In Gruppe A trifft SE Palmeiras (Brasilien) auf internationale Konkurrenz. Der mehrfach gekrönte Copa-Libertadores-Sieger überzeugt mit taktischer Disziplin, einer stabilen Defensive und cleverem Spielaufbau. © Imago
In Gruppe A spielt der FC Porto (Portugal), einer der traditionsreichsten Klubs Europas. Der Verein steht für schnelles Umschaltspiel, technische Klasse und eine starke Bilanz im internationalen Wettbewerb.
In Gruppe A spielt der FC Porto (Portugal), einer der traditionsreichsten Klubs Europas. Der Verein steht für schnelles Umschaltspiel, technische Klasse und eine starke Bilanz im internationalen Wettbewerb. © Imago
Al Ahly SC (Ägypten) vertritt in Gruppe A den afrikanischen Fußball. Der Rekordmeister bringt Titelhunger, internationale Erfahrung und eine der treuesten Fanbasen des Kontinents mit.
Al Ahly SC (Ägypten) vertritt in Gruppe A den afrikanischen Fußball. Der Rekordmeister bringt Titelhunger, internationale Erfahrung und eine der treuesten Fanbasen des Kontinents mit. © Imago
In Gruppe A steht auch Inter Miami CF (USA), der glamouröse Gastgeberklub um Superstar Lionel Messi. Der Verein kombiniert Starpower mit ambitionierter Vereinsentwicklung.
In Gruppe A steht auch Inter Miami CF (USA), der glamouröse Gastgeberklub um Superstar Lionel Messi. Der Verein kombiniert Starpower mit ambitionierter Vereinsentwicklung. © Imago
Paris Saint-Germain (Frankreich) geht in Gruppe B an den Start. Der Star-Ensemble-Klub aus Paris bringt enorme Offensivkraft und Champions-League-Ambitionen mit in die USA.
Paris Saint-Germain (Frankreich) geht in Gruppe B an den Start. Der Star-Ensemble-Klub aus Paris bringt enorme Offensivkraft und Champions-League-Ambitionen mit in die USA. © Imago
In Gruppe B kämpft Atlético de Madrid (Spanien) mit gewohntem Biss um den Titel. Der Klub steht für Disziplin, Kampfgeist und Erfahrung auf höchstem Niveau.
In Gruppe B kämpft Atlético de Madrid (Spanien) mit gewohntem Biss um den Titel. Der Klub steht für Disziplin, Kampfgeist und Erfahrung auf höchstem Niveau. © Imago
Botafogo FR (Brasilien) ist in Gruppe B der Underdog mit Geschichte. Der Traditionsklub zeigt sich mit neuem Elan, junger Qualität und leidenschaftlichem Fußball.
Botafogo FR (Brasilien) ist in Gruppe B der Underdog mit Geschichte. Der Traditionsklub zeigt sich mit neuem Elan, junger Qualität und leidenschaftlichem Fußball. © Imago
In Gruppe B stellt Seattle Sounders FC (USA) die US-amerikanische Power. Mit CONCACAF-Titel und fanstarker Heimat sind sie ein echter Geheimfavorit.
In Gruppe B stellt Seattle Sounders FC (USA) die US-amerikanische Power. Mit CONCACAF-Titel und fanstarker Heimat sind sie ein echter Geheimfavorit. © Imago
In Gruppe C tritt FC Bayern München (Deutschland) als einer der Topfavoriten an. Der Rekordmeister vereint Titelroutine, internationales Format und einen breiten Kader.
In Gruppe C tritt FC Bayern München (Deutschland) als einer der Topfavoriten an. Der Rekordmeister vereint Titelroutine, internationales Format und einen breiten Kader. © Imago
SL Benfica (Portugal) spielt in Gruppe C und bringt eine reiche Fußballtradition mit. Der Klub überzeugt durch offensive Kreativität und eine der besten Nachwuchsschulen Europas.
SL Benfica (Portugal) spielt in Gruppe C und bringt eine reiche Fußballtradition mit. Der Klub überzeugt durch offensive Kreativität und eine der besten Nachwuchsschulen Europas. © Imago
CA Boca Juniors (Argentinien) ist in Gruppe C für Feuer und Leidenschaft zuständig. Der Verein lebt von seiner Geschichte und einzigartigen Fankultur – und liefert auch sportlich ab.
CA Boca Juniors (Argentinien) ist in Gruppe C für Feuer und Leidenschaft zuständig. Der Verein lebt von seiner Geschichte und einzigartigen Fankultur – und liefert auch sportlich ab. © Imago
In Gruppe C vertritt Auckland City FC (Neuseeland) die ozeanische Region. Der Rekordmeister aus der OFC beeindruckt durch Disziplin, Teamgeist und Erfahrung.
In Gruppe C vertritt Auckland City FC (Neuseeland) die ozeanische Region. Der Rekordmeister aus der OFC beeindruckt durch Disziplin, Teamgeist und Erfahrung. © Imago
CR Flamengo (Brasilien) bringt in Gruppe D südamerikanisches Flair und Angriffspower mit. Der Klub aus Rio begeistert mit Offensivfreude, Kreativität und Fankultur pur.
CR Flamengo (Brasilien) bringt in Gruppe D südamerikanisches Flair und Angriffspower mit. Der Klub aus Rio begeistert mit Offensivfreude, Kreativität und Fankultur pur. © Imago
Espérance Sportive de Tunis (Tunesien) ist in Gruppe D Afrikas Speerspitze. Der Verein punktet mit Erfahrung, physischer Stärke und kontinentalem Erfolg.
Espérance Sportive de Tunis (Tunesien) ist in Gruppe D Afrikas Speerspitze. Der Verein punktet mit Erfahrung, physischer Stärke und kontinentalem Erfolg. © Imago
In Gruppe D spielt Chelsea FC (England), einer der international erfolgreichsten englischen Klubs. Die Londoner glänzen mit taktischer Vielseitigkeit und internationalem Format.
In Gruppe D spielt Chelsea FC (England), einer der international erfolgreichsten englischen Klubs. Die Londoner glänzen mit taktischer Vielseitigkeit und internationalem Format. © Imago
Der letzte Platz in Gruppe D wird zwischen Los Angeles FC (USA) und Club América (Mexiko) ausgespielt. Beide Teams bringen Erfahrung, Ambition und Fanpower mit.
Der letzte Platz in Gruppe D wird zwischen Los Angeles FC (USA) und Club América (Mexiko) ausgespielt. Beide Teams bringen Erfahrung, Ambition und Fanpower mit. © IMAGO/David Inderlied
River Plate (Argentinien) tritt in Gruppe E an und zählt zu den traditionsreichsten Vereinen der Welt. Technik, Spielfreude und Erfahrung machen den Klub zu einem Top-Anwärter.
River Plate (Argentinien) tritt in Gruppe E an und zählt zu den traditionsreichsten Vereinen der Welt. Technik, Spielfreude und Erfahrung machen den Klub zu einem Top-Anwärter. © Imago
Urawa Red Diamonds (Japan) vertreten in Gruppe E den japanischen Fußball. Sie stehen für taktische Disziplin, intensives Pressing und leidenschaftliche Fans.
Urawa Red Diamonds (Japan) vertreten in Gruppe E den japanischen Fußball. Sie stehen für taktische Disziplin, intensives Pressing und leidenschaftliche Fans. © Imago
CF Monterrey (Mexiko) bringt in Gruppe E nordamerikanische Durchschlagskraft auf den Platz. Die „Rayados“ kombinieren Tempo, Technik und Erfahrung.
CF Monterrey (Mexiko) bringt in Gruppe E nordamerikanische Durchschlagskraft auf den Platz. Die „Rayados“ kombinieren Tempo, Technik und Erfahrung. © Imago
FC Internazionale Milano (Italien) geht in Gruppe E mit einem tief besetzten Kader an den Start. Der Traditionsklub überzeugt mit taktischer Reife und internationalem Renommee.
FC Internazionale Milano (Italien) geht in Gruppe E mit einem tief besetzten Kader an den Start. Der Traditionsklub überzeugt mit taktischer Reife und internationalem Renommee. © Imago
Fluminense FC (Brasilien) spielt in Gruppe F mit viel Rückenwind nach dem Libertadores-Titel. Kreativität, Technik und Spielfreude prägen den Klub aus Rio.
Fluminense FC (Brasilien) spielt in Gruppe F mit viel Rückenwind nach dem Libertadores-Titel. Kreativität, Technik und Spielfreude prägen den Klub aus Rio. © Imago
Borussia Dortmund (Deutschland) ist in Gruppe F die deutsche Vertretung. Tempofußball, junge Talente und emotionale Spielweise machen den BVB brandgefährlich.
Borussia Dortmund (Deutschland) ist in Gruppe F die deutsche Vertretung. Tempofußball, junge Talente und emotionale Spielweise machen den BVB brandgefährlich. © Imago
Ulsan HD FC (Südkorea) bringt in Gruppe F asiatische Präzision und taktisches Verständnis aufs Feld. Der Klub zählt zu den erfolgreichsten Vereinen Koreas.
Ulsan HD FC (Südkorea) bringt in Gruppe F asiatische Präzision und taktisches Verständnis aufs Feld. Der Klub zählt zu den erfolgreichsten Vereinen Koreas. © Imago
In Gruppe F mischt Mamelodi Sundowns FC (Südafrika) als Topteam des Kontinents mit. Ballbesitz, Struktur und Technik zeichnen den Klub aus Pretoria aus.
In Gruppe F mischt Mamelodi Sundowns FC (Südafrika) als Topteam des Kontinents mit. Ballbesitz, Struktur und Technik zeichnen den Klub aus Pretoria aus. © Imago
Manchester City FC (England) startet als Mitfavorit in Gruppe G. Unter Pep Guardiola dominieren Ballkontrolle, taktische Finesse und internationales Staraufgebot.
Manchester City FC (England) startet als Mitfavorit in Gruppe G. Unter Pep Guardiola dominieren Ballkontrolle, taktische Finesse und internationales Staraufgebot. © Imago
Wydad AC (Marokko) geht als CAF-Schwergewicht in Gruppe G ins Rennen. Mit starker Defensive und enormem Kampfgeist stellt der Klub eine echte Herausforderung dar.
Wydad AC (Marokko) geht als CAF-Schwergewicht in Gruppe G ins Rennen. Mit starker Defensive und enormem Kampfgeist stellt der Klub eine echte Herausforderung dar. © Imago
Al Ain FC (Vereinigte Arabische Emirate) ist in Gruppe G der Hoffnungsträger aus Westasien. Der Klub bringt technische Qualität und internationale Erfahrung mit.
Al Ain FC (Vereinigte Arabische Emirate) ist in Gruppe G der Hoffnungsträger aus Westasien. Der Klub bringt technische Qualität und internationale Erfahrung mit. © Imago
Juventus FC (Italien) spielt in Gruppe G mit klarem Fokus: Titelambitionen untermauert durch taktische Stabilität und internationale Routine.
Juventus FC (Italien) spielt in Gruppe G mit klarem Fokus: Titelambitionen untermauert durch taktische Stabilität und internationale Routine. © Imago
Real Madrid CF (Spanien) führt Gruppe H mit der Erfahrung eines Rekordsiegers an. Die „Königlichen“ bringen Klasse, Historie und Siegeswille auf die größte Klubbühne der Welt.
Real Madrid CF (Spanien) führt Gruppe H mit der Erfahrung eines Rekordsiegers an. Die „Königlichen“ bringen Klasse, Historie und Siegeswille auf die größte Klubbühne der Welt. © Imago
Al Hilal SFC (Saudi-Arabien) ist in Gruppe H der Topklub aus Asien. Mit internationalen Namen und strukturiertem Spiel steht Al Hilal für Qualität auf höchstem Niveau.
Al Hilal SFC (Saudi-Arabien) ist in Gruppe H der Topklub aus Asien. Mit internationalen Namen und strukturiertem Spiel steht Al Hilal für Qualität auf höchstem Niveau. © Imago
CF Pachuca (Mexiko) tritt in Gruppe H an und ist bekannt für starke Nachwuchsarbeit und taktische Cleverness. Der Klub ist seit Jahren eine Konstante in der CONCACAF.
CF Pachuca (Mexiko) tritt in Gruppe H an und ist bekannt für starke Nachwuchsarbeit und taktische Cleverness. Der Klub ist seit Jahren eine Konstante in der CONCACAF. © Imago
FC Red Bull Salzburg (Österreich) rundet Gruppe H mit intensivem Pressing, jungem Talent und modernem Fußballstil ab. Der Klub steht für Tempo und Entwicklung.
FC Red Bull Salzburg (Österreich) rundet Gruppe H mit intensivem Pressing, jungem Talent und modernem Fußballstil ab. Der Klub steht für Tempo und Entwicklung. © Imago

These 1: Gittens ist für den BVB unersetzbar vs. Gittens ist nur Hype

PRO-Argument: Jamie Gittens war zuletzt der einzige BVB-Profi, der Spiele klassisch im Alleingang entscheiden kann. Seine Hinrunden-Bilanz mit elf Toren und vier Vorlagen unter Ex-Trainer Nuri Şahin bewies sein Potenzial. In dieser Zeit bestand die BVB-Offensive oftmals aus den Einzelaktionen von Gittens. Traumtore wie gegen den FC Bayern, als er Konrad Laimer zum Statisten degradierte, zeigten seine Weltklasse-Qualitäten im Eins-gegen-Eins. Ohne ihn wird der BVB berechenbarer und verliert eine seiner größten Waffen.

CONTRA-Argument: Die Statistiken der Saison 2024/25 muss man differenziert betrachten: Gittens spielte zwar eine Top-Hinrunde, ließ aber schon in der Endphase unter Şahin deutlich nach. Unter Niko Kovač verlor Gittens komplett an Stellenwert und wurde vom Leistungsträger zum Ergänzungsspieler. Einem jungen Spieler sei eine Schwächephase zugestanden, dass diese bei Gittens aber über Monate anhielt, ist kein gutes Zeichen. Rund um den BVB wird getuschelt, dass Gittens gedanklich bereits frühzeitig mit seiner Zeit in Dortmund abgeschlossen hat. Vielleicht sind ihm die Gerüchte, die sich im Winter noch um einen angeblichen 100-Millionen-Transfer drehten, zum Kopf gestiegen.

Jamie Gittens steht kurz davor, Borussia Dortmund in Richtung des FC Chelsea zu verlassen.

These 2: Kovač-System macht Gittens überflüssig vs. Trainer schadete Entwicklung

PRO-Argument: Kovač hat beim BVB die Dreierkette etabliert, dadurch gibt es nur noch selten Platz für reine Außenstürmer wie Gittens. In der Offensive haben nicht von ungefähr die Halbstürmer Karim Adeyemi und Maximilian Beier vom Trainerwechsel profitiert. Beide sind zudem in der Arbeit gegen den Ball disziplinierter als der Individualist Gittens, der die Mitarbeit gerne schleifen lässt. Kovač bevorzugt taktische Disziplin über individuelle Brillanz. Ein lukrativer Verkauf ist logisch, wenn der Spieler nicht ins Konzept passt und so an Marktwert zu verlieren droht.

CONTRA-Argument: Gittens‘ Abstieg unter Kovač zeigt eine Schwäche des Trainers, Talente zu entwickeln. In der Hinrunde war er unter Şahin einer der wenigen Lichtblicke, unter dessen Nachfolger geriet das taktische Korsett zu starr, um einen Freigeist wie Gittens einzubauen. Der Erfolg gab Kovač für den Moment recht, dabei erwischte der BVB aber auch eine Erfolgswelle, in der am Saisonende viel wie von alleine funktionierte. Bei der Klub-WM zeigt sich, dass die spielerische Leichtigkeit schnell verloren gehen kann. Den Verlust der individuellen Fähigkeiten von Gittens könnte der BVB bitter bereuen.

These 3: 65 Millionen Euro sind ein Geschenk vs. BVB verkauft zu billig

PRO-Argument: Das aktuelle Leistungsniveau von Gittens rechtfertigt keine Ablöse von bis zu 65 Millionen Euro. Chelsea zahlt einen Preis, der sich auf das Potenzial des Spielers bezieht – und seine englische Nationalität. Ob sich das Investment perspektivisch lohnen wird? Gittens fehlt die Spielintelligenz für das höchste Niveau, seine Entscheidungsfindung im letzten Drittel ist oft mangelhaft. Chelsea zahlt für Potenzial, das möglicherweise nie ausgeschöpft wird. Der BVB schlägt womöglich genau rechtzeitig zu, bevor der Hype um den Dribbler endgültig platzt.

CONTRA-Argument: 65 Millionen für ein Top-Talent mit Qualitätsnachweisen in einer Top-Liga sowie der Champions League sind in der heutigen Transferwelt moderat. Seine Hinrunden-Leistungen zeigten sein wahres Potenzial. Bei richtiger Förderung hätten auch die 100 Millionen Euro, die im Winter genannt wurden, erreicht werden können. Der BVB verkauft den Spieler nach einer schwierigen Rückrunde nicht zum idealen Zeitpunkt, um die höchste Ablöse zu erzielen.

These 4: Gittens hat nicht die nötige Mentalität vs. Sein Talent überwiegt alles

PRO-Argument: Gittens soll in der BVB-Kabine frühzeitig von seinem Wechsel gesprochen haben. Das zeigt eine zweifelhafte Einstellung zum Beruf, zumal es für Dortmund bis zum 34. Spieltag um das Minimalziel Champions League ging. Trainer Kovač selbst lieferte hierzu eine aufschlussreiche Einschätzung. Im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten sagte er, Gittens sei „bei Weitem noch kein kompletter Profi, sondern noch sehr entwicklungsfähig“. Diese Aussage, die den Spieler vor überzogener Kritik schützen sollte, lässt dennoch tief blicken. Seine Körpersprache in schwierigen Phasen und die fehlende Defensivarbeit wurden für das Team bisweilen zur Belastung.

CONTRA-Argument: Mit 20 Jahren sind die Entwicklungsschritte von Gittens völlig normal. Seine technischen Fähigkeiten und Explosivität sind selten. Die richtige Umgebung und Förderung können anderweitige Defizite beheben. Talent wie seines kann man nicht kaufen, es ist angeboren. Gittens hat das Zeug für konstante Weltklasse-Leistungen, braucht aber offenbar ein anderes Umfeld, als es ihm der BVB zuletzt bieten konnte.

Fazit: BVB macht ein logisches Geschäft, das trotzdem wehtut

Gittens‘ aktuelle Leistungen rechtfertigen 65 Millionen Euro nicht, und seine Zukunft im Kovač-System ist ungewiss. Insofern ergibt der bevorstehende Verkauf des Spielers an Chelsea absolut Sinn. Seine Wechselgedanken haben sicher auch schon in den letzten Monaten die Leistungsfähigkeit von Gittens beeinträchtigt.

Chelsea kauft einen Spieler mit herausragendem Potenzial, aber auch Schwächen, die eine Entwicklung zum Superstar verhindern könnten. Das Geld ermöglicht dem BVB wichtige Möglichkeiten für die Kaderplanung, die Abhängigkeit von Einzelkönnern ist unter Kovač reduziert.

Gleichzeitig verliert Dortmund einen seiner wenigen Unterschiedsspieler, der mit Einzelaktionen Spiele entscheiden kann und den Flair mitbringt, für den viele Fans ins Stadion gehen.

Rubriklistenbild: © Montage/IMAGO/Kirchner-Media/osnapix

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