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Spezl-Wirtschaft am Campus: Der FC Bayern verrät seine Grundsätze

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Max Eberl und Christoph Freund verpflichten neues Personal für den FC-Bayern-Campus. Hinter etlichen Personalien steht jedoch ein großes Fragezeichen.

München – Bereits im vergangenen August berichtete Absolut Fussball, das Fußball-Portal von Home of Sports, über die „Spezl-Wirtschaft“ im Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern. Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund fühlten sich danach aber nicht ertappt oder schämten sich, obwohl auch andere Medien das Thema aufgegriffen hatten. Nein, das Duo trieb danach die „Spezl-Wirtschaft“ am FC-Bayern-Campus auf die Spitze. Der Ertrag: geht gegen null. Doch was ist überhaupt mit „Spezl-Wirtschaft“ gemeint und warum ist das für den FC Bayern schädlich?

Markus Weinzierl wurde von Max Eberl beim FC Bayern engagiert und gestaltet den FC-Bayern-Campus um.

„Spezl“ ist in Bayern ein anderer Ausdruck für Freund oder Kumpel. Und Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund haben nach und nach ihre Freunde an den Campus des FC Bayern geholt. Formal lief alles ganz legal, das sei vorweg zur Sicherheit gesagt. In gewissem Rahmen gibt es dieses Vorgehen auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Medien und Wirtschaft zu beobachten. Es ist zunächst nichts Verwerfliches, sich Freunde, Bekannte, Weggefährten oder sogar Familienangehörige beruflich an seine Seite zu holen. Es geht dabei oftmals um Vertrauen und Rückhalt in einem vermeintlich gefährlichen Arbeitsumfeld, indem man seinen begehrten Job vor Rivalen absichern und sich die nötige Freiheit schaffen muss, um erfolgreich arbeiten zu können. Menschlich ein logischer Vorgang, gerade in einem so großen Haifischbecken wie beim FC Bayern.

Zwei Fehler, die Eberl und Freund am Campus des FC Bayern begehen

Stimmen zwei Voraussetzungen, hat auch selten jemand Einwände gegen diese Art der Vitamin-B-Politik: Die Freunde sind vielleicht nicht die besten ihres Fachs, aber sie arbeiten trotzdem so gut, dass man wenig Kritik äußern kann. Und wenn 20 Posten zu besetzen sind, dann holt man vielleicht drei Freunde mit in die Firma hinein, damit die Spezl-Wirtschaft nicht allen gleich ins Auge sticht. Was machen aber Eberl und Freund am Campus? Sie holen Freunde dazu, die meist keine große Qualifikation für diese Herausforderung besitzen. Und: Sie setzen eben nicht nur ein oder zwei Freunde beim FC Bayern ein, sondern viel mehr, wodurch es nahezu jedem auffällt und auch intern zum Gesprächsthema wird. Ein paar Beispiele:

Markus Weinzierl ist ein Jugendfreund von Max Eberl. Beide stammen aus Niederbayern und haben in der Jugend des FC Bayern gespielt. Nun ist Weinzierl Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Bayern. Doch welche Qualifikation besitzt Weinzierl für diesen Job? Weinzierl war Cheftrainer von Klubs in der Bundesliga, 2. Liga und 3. Liga. Seine Arbeit beim FC Augsburg stach heraus, die restlichen Stationen wie Schalke 04 oder 1. FC Nürnberg waren gescheiterte Missionen. Vom großartigen Talent-Förderer Weinzierl hat man in den vergangenen 25 Jahren aber nichts gehört. Wie kann Weinzierl also einen der wichtigsten Jobs im deutschen Nachwuchsfußball erhalten? Die Antwort ist naheliegend...

Auf den Spuren von Pele und Beckenbauer – Thomas Müller wagt USA-Abenteuer

Wechselt Thomas Müller zum Los Angeles FC in die MLS?
Thomas Müller wechselt wohl in die USA und kann sich zwischen zwei Teams entscheiden: Entweder geht er zum LAFC oder zum FC Cincinnati. In den USA waren vor der Bayern-Ikone schon zahlreiche Spieler, die auch heute noch weltbekannt sind. © IMAGO/Heuler Andrey
Beckenbauer in New York.
Im Jahr 1977 wagte Franz Beckenbauer den Sprung in die USA. Damals spielte New York Cosmos in der North American Soccer League (NASL). Zusammen mit einer anderen Fußball-Legende wurde er dreifacher Meister und hinterher sogar in die National Soccer Hall of Fame aufgenommen. © IMAGO/SVEN SIMON
Pele in New York.
Einer von Beckenbauers Teamkollegen war kein Geringerer als Pele, der heute von vielen noch als der beste Fußballer aller Zeiten angesehen wird. Doch wie konnte der Coup gelingen? Das hatte vor allem mit seinem Vertrag zu tun. Denn auch nach seiner aktiven Zeit verdiente der Brasilianer durch einen auf 14 Jahre datierten PR-Vertrag.  © imago stock&people
Gerd Müller posiert mit einem Wimpel.
„Ich habe früher schon gesagt, dass ich nie in die USA gehen werde – und daran hat sich auch nichts geändert“, sagte Gerd Müller kurz vor seinem Wechsel über den großen Teich. Im März 1979 unterzeichnete er einen Vertrag bei den Fort Lauderdale Strikers. Auch hier soll das Geld den Bomber der Nation am Ende überzeugt haben. Noch heute ist Müller in der Region in bester Erinnerung geblieben. © imago sportfotodienst
Johann Cruyff im Training in den USA.
Der wohl größte niederländische Fußballer aller Zeiten folgte Ende der Siebziger auch dem Ruf des Geldes und wechselte erst zu den Los Angeles Aztecs und später zu den Washington Diplomats. In L.A. wurde avancierte er sogar zum Spieler des Jahres. Anschließend ließ er seine Karriere in Europa ausklingen. © imago sportfotodienst
Walter Zenga im Tor in New England.
Der dreimalige Welttorhüter Walter Zenga verließ Italien während seiner gesamten Karriere nie, bis er 1997 zu New England Revolution wechselte. Dort wurde es relativ ruhig um ihn und er ließ seine Karriere eher locker ausklingen.  © IMAGO
Lothar Matthäus In New York.
Den New York Metro Stars (heute New York Red Bulls) gelang im Jahr 2000 mit der Verpflichtung von Lothar Matthäus ein echter Coup. Sportlich war der Deutsche zwar nicht mehr auf dem aller höchsten Niveau, doch vor allem die Vorstellung, in dem der Europameister und Weltmeister sein Sprachtalent zur Schau stellte, bleiben bis heute in Erinnerung. © imago sportfotodienst
David Beckham wird in L.A. vorgestellt.
In den Medien wurde die MLS erst durch den Wechsel des wohl populärsten Fußball-Star der Welt wirklich relevant. Sechs Jahre lang schnürte David Beckham seine Fußball-Schuhe für L.A. Galaxy und war vor allem für einen Trend verantwortlich, den es in den Folge-Jahren öfter gegeben hatte. Da die Major League Soccer im Winter bis in den März pausierte, ließ sich der Engländer mehrmals für wenige Monate zum AC Mailand ausleihen. 2011 feierte in den USA dann sogar die Meisterschaft. © IMAGO/Andy Johnstone, pacificcoastnews / Avalon
Thierry Henry in New York.
Seit der Übernahme von Red Bull ist er der wohl größte Star, der bis heute bei den New York Red Bulls gespielt hat: Thierry Henry. Die französische Legende spielte von 2010 bis 2014 in der Metropole an der Ostküste und steuerte in 135 Pflichtspielen überragende 93 Scorerpunkte bei. Zwischendurch lief er noch einmal kurzzeitig für den FC Arsenal auf. © imago sportfotodienst
Thorsten Frings und Frank Rost in den USA.
Zwei Urgesteine von Werder Bremen wollten auch unbedingt nach Nordamerika. Frank Rost war von 2011 bis 2012 Teamkollege von Thierry Henry in New York, während Frings zwar nicht in die USA wechselte, mit Toronto allerdings trotzdem in der MLS spielte.  © imago sportfotodienst
Steven Gerrard in L.A.
Nach seinem tränenreichen Abschied beim FC Liverpool wollte Vereinsikone Steven Gerrard bei L.A. Galaxy zum Erfolg führen. Nach 18 Monaten beendete er seine aktive Laufbahn, ohne für große Furore zu sorgen und startete kurz danach seine Trainerkarriere auf der Insel. © IMAGO/Gary A. Vasquez
Andrea Pirlo in New York.
Andrea Pirlo war ein wahrer Maestro auf dem Fußballfeld, führte vor allem den AC Mailand und Juventus Turin zu zahlreichen Titeln, begann dann aber 2015 nochmal ein neues Abenteuer beim neu gegründeten Team New York City FC. Er war damit Teil eines wahren Star-Teams. © imago sportfotodienst
David Villa in New York.
Denn auch David Villa unterschrieb im selben Jahr in New York. Der spanische Weltklassenstürmer hatte zuvor aber nicht mal mehr in Europa gespielt, sondern lief in Australien für Melbourne City auf. In den USA zeigte er seinen Torriecher mit 80 Toren in 124 Spielen. Danach vollendete der Spanier seine Weltreise und wechselte nach Japan zu Vissel Kobe. © JOEL MARKLUND
Frank Lampard in New York.
Vor allem Chelsea-Fans wird die Zeit von Frank Lampard in den USA böse aufstoßen. Denn schon 2014 unterschrieb der Engländer beim New York City FC, obwohl die noch nicht mal den Spielbetrieb aufgenommen hatten. Also wechselte er zum anderen Klub der Eigentümergesellschaft – zu Manchester City. Viele Fans nehmen ihm den Wechsel bis heute übel. 2016 beendete er dann im Trikot der Amerikaner seine Laufbahn. © imago sportfotodienst
Kaka in Orlando.
Auch der ehemalige Weltfußballer Kaka hatte seine besten Zeiten schon hinter sich, als er sich dem Projekt Orlando City anschloss. Zwar konnte er 24 Pflichtspieltreffer in 75 Spielen erzielen, richtig erfolgreich war das Team allerdings nichtl. © Gerardo Mora
Schweinsteiger bei Chicago Fire.
Natürlich darf auch Bastian Schweinsteiger in dieser Liste nicht fehlen. Der Deutsche zeigte auch bei Chicago Fire seine Führungsqualitäten. Schweinsteiger wurde sogar teilweise in der Innenverteidigung eingesetzt, konnte sein Team allerdings nur in seiner Debüt-Saison in die Playoffs bringen.  © IMAGO/Aaron Doster
Zlatan Ibrahimovic im Trikot von L.A.
Zlatan Ibrahimović ist einer der wenigen Spieler, die eigentlich noch viel zu gut waren, um in die USA zu gehen. Trotzdem unterschrieb der Schwede 2018 bei L.A. Galaxy und hob die eher durchwachsenen Kalifornier auf ein anderes Level. In 58 Pflichtspielen erzielte er 53 Tore, konnte sich aber nicht mit einem Titel belohnen. Nach seiner Zeit in den USA zeigte er auch beim AC Mailand weiter starke Leistungen. © IMAGO/JAVIER ROJAS
Wayne Rooney bei DC United.
Wayne Rooney wechselte 2018 nach einer erfolgreichen Zeit auf der Insel zu D.C. United. Fans wird immer seine spektakuläre Vorlage nach einer Hammer-Grätsche gegen Orlando City im Kopf bleiben. United gewann in der 96. Minute mit 3:2. In den Playoffs war allerdings bereits in der ersten Runde gegen Columbus Crew im Elfmeterschießen Schluss. Rooney verschoss dabei seinen Elfer. © Olivier Douliery
Hany Mukhtar in Nashville.
Ex-Herthaner Hany Mukhtar würden eigentlich die Wenigsten hier erwarten. Doch der ehemalige U21-Nationalspieler wurde in der Saison 21/22 nicht nur bester Torschütze, sondern auch zum besten Spieler der Liga gewählt. In Nashville gehört der 30-Jährige bis heute zu den absoluten Leistungsträgern. © Kevin Langley via www.imago-images.de
Higuain bei Inter Miami.
Bevor Inter Miami zum spannendsten Projekt der MLS wurde, war bereits ein Welt-Star dort. Zwischen 2020 und 2022 spielte Ex-Real-Star Gonzalo Higuain für den Klub. In 68 Spielen erzielte er 29 Tore. © IMAGO/Rich Graessle/Icon Sportswire
Xherdan Shaqiri bei Chicago Fire.
Xherdan Shaqiri schwankte in seiner Karriere immer wieder zwischen Weltklasse und Kreisklasse. Vor allem beim FC Liverpool und bei großen Turnieren mit der Schweiz sorgte er für Furore. Nach 2 Jahren bei Chicago Fire ist er mittlerweile wieder zurück beim FC Basel. © IMAGO/Rich Graessle/Icon Sportswire
Roman Bürki bei Saint Louis City.
Bereits seit 2023 spielt Roman Bürki in den USA. Der Ex-Dortmund-Star ist Stammtorhüter bei St. Louis City und gehört seitdem zu den besten Keepern der Liga. © IMAGO/BILL GREENBLATT
Lionel Messi bei Inter Miami.
Neben Pele und Beckenbauer ist Messi der wohl größte Spieler, der je in die USA gewechselt ist. David Beckham hat mit seinem Projekt Inter Miami viel vor und verpflichtete ihn nicht nur, weil er immer noch überragend ist (38 Tore in 44 Spielen), sondern auch, weil er einige seiner Weggefährten nach Florida lockte. © IMAGO/Eduardo Carmim, Eduardo Carmim / SPP
Luis Suarez bei Inter Miami.
Zu den Bekanntesten gehört ganz sicher Luis Suarez. Der ehemalige Weltklasse-Stürmer, der allerdings immer wieder mit wilden Aktionen für viel Kritik sorgte, ist neben Messi der Offensiv-Star der Mannschaft auch er glänzt mit 22 Toren in 35 Pflichtspielen, seit er 2024 nach Miami gewechselt ist. © IMAGO/Kevin Schultz
Sergio Busquets bei Inter Miami.
Und dann ist da natürlich noch Sergio Busquets, das ehemalige heimliche Hirn vom FC Barcelona. Auf ihn ist immer Verlass, seine Passsicherheit ist immer noch herausragend und gemeinsam mit Messi, Suarez und Co. sorgt er dafür, dass Inter Miami ein ganz klarer Titelanwärter in dieser Saison ist. © IMAGO/Jose Breton
Jordi Alba bei Inter Miami.
Vierter und Letzter der ehemaligen Barça-Stars, die mittlerweile das Trikot von Inter Miami tragen, ist Jordi Alba. Der Linksverteidiger wechselte im Sommer 2023 ablösefrei vom FC Barcelona nach Miami, wo er Messi wie zu besten Zeiten die Tore auflegt. © IMAGO/Rich Graessle/Icon Sportswire
Hugo Lloris beim LAFC.
Zu diesen Anwärtern zählt auch der LAFC und das liegt auch am starken Rückhalt. Hugo Lloris, Weltmeister-Keeper von 2018, verließ Tottenham im Januar 2024 nach über 11 Jahren und lässt seine Karriere ruhig aber ambitioniert in Kalifornien ausklingen. © IMAGO/Matt Krohn
Olivier Giroud beim LAFC.
Auch bei einem ehemaligen Weltmeister dachte man, dass er in den USA seine letzten Schritte im Profi-Fußball geht. Doch nach einem Jahr beim LAFC verlässt Giroud Lloris und Co. und kehrt nach Frankreich zurück. Beim OSC Lille will er noch mal in Europa zeigen, was er draufhat. © IMAGO/Graham Hughes
Marco Reus bei L.A. Galaxy.
Und dann ist da natürlich noch Marco Reus. Die Ikone von Borussia Dortmund entschied sich 2024 zu einem Wechsel in die USA. Bei L.A. Galaxy läuft es für ihn persönlich sehr wechselhaft, doch in der letzten Saison feierte er mit dem Team den ersten Meistertitel seiner Karriere. © IMAGO/Ariana Ruiz

Weinzierl ging dann mit dem Segen seiner Bosse noch einen Schritt weiter. Er holte 2025 Josef Eibl an den Campus, beförderte den 38-Jährigen zum Co-Trainer der U23-Mannschaft. Offiziell war es aber gar nicht Weinzierl, der die Personalie forcierte – sondern U23-Coach Holger Seitz, der wie Weinzierl, Eberl und Eibl aus Niederbayern stammt. Die Qualifikation von Eibl, um für den großen FC Bayern zu arbeiten: hauptberuflich Lehrer, nebenberuflich Trainer in der Regionalliga (4. Liga). Ach ja, Eibl ist mit der Schwester von Markus Weinzierl verheiratet. Das soll aber bei der Postenvergabe keine große Rolle gespielt haben.

Weinzierl setzt aber nicht nur auf Verwandte, auch Freunde von ihm dürfen am FC-Bayern-Campus arbeiten. In der U16 ist mit Chefcoach Sebastian Dreier ebenfalls ein Niederbayer Teamlead. Er bekommt nun als Co-Trainer noch einen Niederbayer an seine Seite gestellt: Thomas Kurz, der wiederum Spieler bei Jahn Regensburg war, als Weinzierl noch die Oberpfälzer gecoacht hatte (Bericht: Vetternwirtschaft? FC-Bayern-Campus steht unter Beobachtung).

Auch Max Eberl hat noch einen „Spezl“ nach München geholt. Er machte Nils Schmadtke 2024 zum Chefscout des FC Bayern. Der 35-Jährige ist der Sohn der Bundesliga- und Manager-Legende Jörg Schmadtke. Die Familien Eberl und Schmadtke verstehen sich seit Jahrzehnten prächtig. Nils Schmadtke arbeitete bei Borussia Mönchengladbach als Scout, als Eberl dort noch Manager war. Ansonsten gilt bei Nils Schmadtke ähnlich wie bei Josef Eibl: Er hat nichts geleistet, was ihn für diese große Aufgabe beim FC Bayern befähigt.

Freund und Eberl beförderten Maric zum Co-Trainer beim FC Bayern

Sportdirektor Christoph Freund mischt aber natürlich auch in der „Spezl-Wirtschaft“ am FC-Bayern-Campus mit. Manchmal sogar gemeinsam mit Eberl, wie die schnelle Beförderung von René Maric zeigt. Die Taktikblogger-Ikone erhielt einst einen Job bei RB Salzburg, als Freund dort die Geschicke geleitet hatte. Für Maric ging es danach als Co-Trainer weiter zu Borussia Mönchengladbach. Manager zu dieser Zeit in Gladbach war: Max Eberl.

Im November 2023 holte Christoph Freund seinen ehemaligen Weggefährten aus der Arbeitslosigkeit heraus und gab ihm eine Anstellung beim FC Bayern als „Entwicklungscoach“. Dann ging es Schlag auf Schlag mit den Beförderungen: über Chefcoach für die U19-Auswahl hin zum Co-Trainer der Profi-Mannschaft zur Saison 2024/25. Bei Maric muss man allerdings festhalten: Von ihm können auch Chefcoaches in der Bundesliga taktisch noch etwas lernen.

Max Eberl (l.) und Christoph Freund (r.) stehen beim FC Bayern unter Beobachtung.

Deutlich schwieriger wird es da schon bei Richard Kitzbichler. Der Österreicher hat zur Aufgabe, vor allem die verliehenen Spieler des FC Bayern erfolgreich zu fördern. Seine offizielle Bezeichnung: Koordinator Talentförderung. In der abgelaufenen Saison waren aber nahezu alle ambitionierten Bayern-Spieler bei Teams geparkt, die um den Abstieg in der 1., 2. oder 3. Liga kämpften. Oder sie kamen bei ambitionierteren Klubs kaum zum Einsatz. Was hat diese strategische Ausrichtung mit den Ansprüchen des FC Bayern zu tun? Das kann Kitzbichler, ein „Spezl“ von Christoph Freund aus RB-Salzburg-Tagen, schlecht wissen. Als Spieler war er überwiegend in der österreichischen Liga aktiv und scheiterte zwischenzeitlich 2002/03 beim Hamburger SV. Als Co-Trainer bei RB Salzburg und später in China (Guoan) und England (Southampton) ist sein Erfahrungsschatz in dieser Hinsicht begrenzt.

Vater-Sohn-Gespann am FC-Bayern-Campus

Aktuell hat sich Christoph Freund noch einen weiteren „Spezl“ aus Salzburg geholt. Leonhard Haas war zwischen 2022 und 2024 Co-Trainer der U18 bei den Österreichern. Er kommt nun von Greuther Fürth und übernimmt die U17 des FC Bayern als Chefcoach. Immerhin: Haas war einst Jugendspieler beim FC Bayern. Da sei nur am Rande noch erwähnt, dass auch Nachwuchs-Chefscout Florian Zahn seinen Vater Helmut zum FC Bayern geholt hat. Immerhin war Helmut Zahn aber lange Zeit Nachwuchs-Koordinator beim 1. FC Kaiserslautern. Hier wird also immerhin Qualität mit Vitamin B gemixt.

Michels Meinung lautet nun: Lange Zeit hatte beim FC Bayern der Leistungs- und Qualitätsgedanke Priorität. Man wollte die besten Leute auf allen Ebenen – und diese wurden zu Freunden und einer großen Familie, weil sie mit einem ähnlichen Anspruchs- und Leistungsgedanken sowie Erfahrungsschatz Brüder im Geiste waren und alles für den deutschen Rekordmeister gaben. Nun rückt der Leistungsgedanke immer mehr in den Hintergrund. Es werden Freunde und Familien-Angehörige geholt, die meist qualitativ weit weg von den Ansprüchen des FC Bayern sind. Die ausufernde „Spezl-Wirtschaft“ am Campus, sie verrät die ursprünglichen Prinzipien des FC Bayern.

Rubriklistenbild: © Imago / Zink / Collage: Canva

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