Wer setzt sich durch?

Star kehrt zurück: Knifflige Frage beschäftigt Eintracht Frankfurt

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Der Konkurrenzkampf bei Eintracht Frankfurt betrifft nun auch das Tor. Kann Kevin Trapp den jungen Brasilianer Kaua Santos verdrängen?

Frankfurt – Der Trainingsplatz bei Eintracht Frankfurt füllte sich am Dienstagvormittag nur langsam. Als sich um elf Uhr schon alle Spieler versammelt hatten, kam der letzte Profi angeradelt: Kevin Trapp. Der Kapitän kehrte nach rund drei Wochen Ausfallzeit wegen einer Schienbeinverletzung ins Mannschaftstraining zurück.

Eintracht-Kapitän Trapp steht wieder auf dem Trainingsplatz

Das hohe Interesse an dieser Personalie zeigte sich sofort. Die anwesenden Journalisten und Besucher blickten auf die vier Schlussmänner des Klubs, die sich zunächst einmal fernab der Feldspieler aufwärmten.

Der Blick richtete sich vor allem auf Trapp und Senkrechtstarter Kaua Santos, der die vergangenen drei Pflichtspiele sehr überzeugend bestritten hatte. Jens Grahl und U19-Keeper Amil Siljevic komplettierten das Quartett.

Eintracht-Torhüter Kevin Trapp kehrt wieder zurück

Die Frage danach, ob Trapp zunächst einmal nur Teile der Übungseinheit absolvieren werde, beantwortete sich schnell mit einem klaren Nein. Der 34-Jährige war vollumfänglich fit und zeigte sich bei den Übungen gewohnt kämpferisch und motiviert. Es ist auch für ihn eine neue Situation! Trapp war es seit seiner ersten Ankunft 2012 in Frankfurt stets gewohnt, die unumstrittene Nummer eins zu sein.

Bleibt es bei der Rangfolge? Oder hat sich Santos vor ihn geschoben?

Eintracht-Talent Santos akzeptiert die Reservistenrolle nur noch bis Sommer

Eine gewisse Spannung lag in der beinahe zwei Stunden andauernden Einheit in der Luft. Santos hat sich weg entwickelt von der Nummer zwei, die geduldig auf ihre Chance wartet. Dem Brasilianer soll die Zukunft in der Mainmetropole gehören. Er hat jedoch gezeigt, dass er auch schon die Gegenwart des Traditionsvereins mitbestimmen könnte.

Der Weg zurück auf die Bank? Den würde der 21-Jährige nur noch bis zum kommenden Sommer akzeptieren und schon jetzt nur noch schwer hinnehmen. Santos hat seine Klasse unter Beweis gestellt und damit ein Statement gesetzt. Vor allem die Performance in Bochum (3:1) war eine der stärksten der gesamten Bundesliga-Saison.

Eintracht-Trainer muss in der Torhüterfrage eine klare Entscheidung treffen

Trapp hat Anfang Februar jedoch klargemacht, wie gut er sich noch fühlt. Weder Jobsharing noch Bankplatz spielen in den Gedankengängen des Topverdieners eine Rolle.

Instagram-Profile der Profis sagen durchaus viel aus. Häufiger denn je zuvor postete Trapp Videos aus dem Eintracht-Gym, die den muskelbepackten Athleten bei der Arbeit zeigen. Sein Ehrgeiz ist ungebrochen hoch, das Selbstverständnis des erfahrenen Schlussmannes ebenso.

100 Jahre Waldstadion: Eine Zeitreise in Bildern durch die Frankfurter Arena – Von Ali bis CR7

Seit 2021 heißt die Frankfurter Arena Deutsche Bank Park.
Seit 2020 heißt die Frankfurter Arena Deutsche Bank Park. © Boris Roessler/dpa
Ein erstes Foto vom 1925 eingeweihten Waldstadion: Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1926.
Ein erstes Foto vom 1925 eingeweihten Waldstadion: Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1926. © dpa/Archiv
Fünf Jahre nach dem „Wunder von Bern“ feierte Eintracht Frankfurt im Waldstadion den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.
Nach den dunklen 30er- und 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts unter der NS-Herrschaft, brachte auch der Sport den Menschen wieder Freude. Fünf Jahre nach dem „Wunder von Bern“ feierte Eintracht Frankfurt im Waldstadion den Gewinn der Deutschen Meisterschaft.  © dpa/Archiv
Karl Mildenberger (r) und Muhammad Ali boxen um den WM-Titel 1966 im Schwergewicht im Waldstadion.
Karl Mildenberger (r) und Muhammad Ali boxen um den WM-Titel 1966 im Schwergewicht im Waldstadion. © dpa/Archiv
Ali gewann nach 12 Runden durch technischen K.O.
Ali gewann nach 12 Runden durch technischen K.O. © Willi Gutberlet/dpa
Auf dem Weg zum zweiten Stern: Frank Schöbel sang bei der Eröffnung der Fußball-WM 1974 in Frankfurt. Am Ende holte Deutschland den Titel.
Auf dem Weg zum zweiten Stern: Frank Schöbel sang bei der Eröffnung der Fußball-WM 1974 in Frankfurt. Am Ende holte Deutschland den Titel. © Karl Schnörrer/dpa
Weltstars im Frankfurter Waldstadion: Pélé (links) und Uwe Seeler bei der WM-Eröffnung 1974.
Weltstars im Frankfurter Waldstadion: Pélé (links) und Uwe Seeler bei der WM-Eröffnung 1974. © Karl Schnörrer/dpa
Fußball wurde 1974 natürlich auch gespielt im Frankfurter Waldstadion. An die Wasserschlacht gegen Polen erinnern heute noch die Länderspiel-Kommentatoren, wenn es stark regnet.
Fußball wurde 1974 natürlich auch gespielt im Frankfurter Waldstadion. An die Wasserschlacht gegen Polen erinnern heute noch die Länderspiel-Kommentatoren, wenn es stark regnet. © Istvan Bajzat/dpa
Die „Wasserschlacht von Frankfurt“ entschied die BRD-Elf übrigens mit 1:0 für sich.
Die „Wasserschlacht von Frankfurt“ entschied die BRD-Elf übrigens mit 1:0 für sich. © dpa
1980 feierte Eintracht Frankfurt den UEFA-Pokalsieg im Final-Rückspiel gegen Borussia Mönchengladbach.
1980 feierte Eintracht Frankfurt den UEFA-Pokalsieg im Final-Rückspiel gegen Borussia Mönchengladbach. © Roland Witschel/dpa
UEFA-Pokal 1993: Eintracht Frankfurt empfängt Dnjepr Dnjepropetrowsk im Waldstadion.
UEFA-Pokal 1993: Eintracht Frankfurt empfängt Dnjepr Dnjepropetrowsk im Waldstadion. © Frank Kleefeldt/dpa
In den 1990er-Jahren bereicherte eine weitere Sportart das Waldstadion: American Football mit Frankfurt Galaxy.
In den 1990er-Jahren bereicherte eine weitere Sportart das Waldstadion: American Football mit Frankfurt Galaxy. © Oliver Stratmann/dpa
Für Eintracht Frankfurt waren die 90er ein schwieriges Jahrzehnt. Die Fans erlebten den ersten Abstieg aus der Bundesliga – und den ersten Aufstieg aus der Zweiten. Für das alte Waldstadion war die Zeit abgelaufen.
Für Eintracht Frankfurt waren die 90er ein schwieriges Jahrzehnt. Die Fans erlebten den ersten Abstieg aus der Bundesliga – und den ersten Aufstieg aus der Zweiten. Für das alte Waldstadion war die Zeit abgelaufen. © Oliver Berg/dpa
Marius Müller-Westernhagen live im Waldstadion: Wenige Jahre nach seinem Konzert im Jahr 2000 wurden die alten Mauern abgerissen.
Marius Müller-Westernhagen live im Waldstadion: Wenige Jahre nach seinem Konzert im Jahr 2000 wurden die alten Mauern abgerissen. © Arne Dedert/dpa
Das fast vollbesetzte Frankfurter Waldstadion während des Abschlussgottesdienstes für den 29. Evangelischen Kirchentag im Sommer 2001.
Das fast vollbesetzte Frankfurter Waldstadion während des Abschlussgottesdienstes für den 29. Evangelischen Kirchentag im Sommer 2001. © Frank May/dpa
Für die WM 2006 in Deutschland sollte auch der Standort Frankfurt modernisiert werden. Die Tribünen des alten Waldstadions wurden nach und nach niedergerissen.
Für die WM 2006 in Deutschland sollte auch der Standort Frankfurt modernisiert werden. Die Tribünen des alten Waldstadions wurden nach und nach niedergerissen. © Arne Dedert
Die Eintracht trug während des Umbaus weiter ihre Heimspiele im Waldstadion aus. Es waren turbulente Jahre mit Abstiegen 2001 und 2004 sowie Aufstiegen 2003 und 2005.
Die Eintracht trug während des Umbaus weiter ihre Heimspiele im Waldstadion aus. Es waren turbulente Jahre mit Abstiegen 2001 und 2004 sowie Aufstiegen 2003 und 2005. © Arne Dedert/dpa
2025 steht das neue Waldstadion bereits seit 20 Jahren. Eintracht Frankfurt erlebte in der neuen Arena nur eine Zweitligasaison – 2011/12.
2025 steht das neue Waldstadion bereits seit 20 Jahren. Eintracht Frankfurt erlebte in der neuen Arena nur eine Zweitligasaison – 2011/12. © Arne Dedert/dpa
Noch ohne Dach: Fans im Waldstadion 2004 beim Spiel der Eintracht gegen Bayern München.
Noch ohne Dach: Fans im Waldstadion 2004 beim Spiel der Eintracht gegen Bayern München. © Oliver Weiken/dpa
Geschafft: Das neue Stadion steht – und heißt ab sofort Commerzbank Arena.
Geschafft: Das neue Stadion steht – und heißt ab sofort Commerzbank Arena. © Boris Roessler/dpa
Als WM-Gastgeber 2006 trug Deutschland auch den Confederations Cup im Jahr zuvor aus. 2005 kickte Brasilien gegen Argentinien im Waldstadion.
Als WM-Gastgeber 2006 trug Deutschland auch den Confederations Cup im Jahr zuvor aus. 2005 kickte Brasilien gegen Argentinien im Waldstadion. © Bernd Weißbrod/dpa
Wieder WM, wieder ein Weltstar zu Gast: Diego Maradona bejubelte seine Albiceleste im Waldstadion. 2006 noch zu jung für den argentinischen Kader: Lionel Messi.
Wieder WM, wieder ein Weltstar zu Gast: Diego Maradona bejubelte seine Albiceleste im Waldstadion gegen die Niederlande. 2006 noch zu jung für den argentinischen Kader: Lionel Messi. © Bernd Weissbrod/dpa
Messi zog es erst 2012 bei einem Testspiel auf den Frankfurter Rasen – da war er dann schon kaum zu stoppen.
Messi zog es erst 2012 bei einem Testspiel auf den Frankfurter Rasen – da war er dann schon kaum zu stoppen. © Frank Kleefeldt/dpa
Cristiano Ronaldo hingegen feierte 2006 seine erste WM-Teilnahme. Im Frankfurter Waldstadion war er mit Portugal gegen den Iran am Ball.
Cristiano Ronaldo hingegen feierte 2006 seine erste WM-Teilnahme. Im Frankfurter Waldstadion war er mit Portugal gegen den Iran am Ball. © Bernd Weissbrod/dpa
18 Jahre später spielte Ronaldo sein wohl letztes großes Turnier für sein Heimatland. 2024 führte ihn das EM-Viertelfinale gegen Slowenien wieder nach Frankfurt.
18 Jahre später spielte Ronaldo sein wohl letztes großes Turnier für sein Heimatland. 2024 führte ihn das EM-Viertelfinale gegen Slowenien wieder nach Frankfurt. © Torsten Silz/dpa
Die EM 2024 war das bislang letzte große Highlight für die Arena, die inzwischen unter dem Namen Deutsche Bank Park firmierte.
Die EM 2024 war das bislang letzte große Highlight für die Arena, die inzwischen unter dem Namen Deutsche Bank Park firmierte. © Torsten Silz/dpa
Neben dem Fußball ist der Deutsche Bank Park in Frankfurt inzwischen auch eine feste Größe in der Riege der Stadionkonzerte in Deutschland. 2022 waren beispielsweise Coldplay zu Gast.
Neben dem Fußball ist der Deutsche Bank Park in Frankfurt inzwischen auch eine feste Größe in der Riege der Stadionkonzerte in Deutschland. 2022 waren beispielsweise Coldplay zu Gast. © Andreas Arnold/dpa

Trainer Dino Toppmöller muss sich bis zur Bundesligapartie am Samstagabend (18.30 Uhr) bei Werder Bremen entscheiden. Hält er an der Rangfolge fest und stellt Trapp wieder zwischen die Pfosten? Oder konnte Santos die Gunst der Stunde nutzen und schon jetzt die „Götterdämmerung“ einläuten?

Der Druck auf ihn wäre ein anderer, wenn Trapp auf der Bank sitzen sollte. Wie geht er damit um, wenn er sich durchsetzen sollte? Ist Santos auch dann noch mental stabil genug im Endspurt, in dem es um die Teilnahme an der Champions League und das Weiterkommen in der Europa League geht? Es gibt viele Unwägbarkeiten.

Die Torwartfrage, sie spitzt sich zu in der Mainmetropole.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Christian Schroedter

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