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Aleksander Aamodt Kilde stürzt in Wengen schwer. Kurz vor dem Start spricht der Norweger noch mit seinem Freund Aksel Lund Svindal.
Wengen – Das Wochenende von Wengen zählt wohl zu den dunkelsten Stunden im Ski-Weltcup der jüngeren Vergangenheit. Mehrere Top-Athleten stürzten schwer und zogen sich schlimme Verletzungen zu. Auch der norwegische Weltklasse-Skirennläufer Aleksander Aamodt Kilde wurde nicht verschont und musste mit dem Heli abtransportiert werden. Sein langjähriger Teamkollege Aksel Lund Svindal wurde Zeuge des Unglücks, kurz zuvor sprach der Doppel-Olympiasieger noch mit seinem verunglückten Freund.
Aksel Lund Svindal fühlt bei Kildes Horror-Sturz mit
Kilde verlor am Samstag (13. Januar) kurz vor dem Zielhang die Kontrolle über seine Ski und krachte heftig in den Fangzaun. Der 31-Jährige ist noch glimpflich davon gekommen, zog sich eine Schnittwunde in der Wade zu und kugelte sich die Schulter aus – ein Kuss von der besten Skifahrerin der Welt dürfte ihn ein wenig darüber hinwegtrösten, dass die Saison gelaufen ist. Neben seiner Freundin Mikaela Shiffrin kann Kilde auch auf die Unterstützung seines Freundes Svindal zählen.
„Ski-Abfahrt kann ein grausamer Sport sein, und heute war es eine harte Erinnerung“, schreibt Svindal zu Kildes Horror-Sturz auf Instagram. Der Abfahrts-Olympiasieger von 2018 teilt eine Gänsehaut-Botschaft: „Ich musste mit ansehen, wie Aleksander Aamodt Kilde hart stürzt, direkt nachdem ich mit ihm oben am Berg noch gesprochen hatte. Ich fühlte mich fast so, als ob ich wieder dabei wäre.“ Womöglich war der 41-jährige Norweger, der seine Ski-Karriere 2019 beendet hatte, die letzte Person, die vor dem Unfall mit Kilde gesprochen hat.
Ski-Legende teilt Gänsehaut-Botschaft vor Kildes Horror-Sturz
„Ich drücke die Daumen, dass die Verletzungen nicht zu schlimm sind“, meint Svindal außerdem. Seine Hoffnung wurde erhört. Kilde musste zwar operiert werden, andere Sturz-Opfer in Wengen erwischte es jedoch deutlich schlimmer. Ein Ski-Star war erst im Baby-Glück, jetzt schwer verletzt: Alexis Pinturault hat sich das Kreuzband gerissen.
Darüber hinaus würdigt Svindal in seiner Botschaft die Reaktion der Zuschauer, die den Unfall live miterleben mussten. „Großer Respekt für die Schweizer Fans. Sie hatten den unaufhaltsamen Marco Odermatt als Führenden im Rennen, sie sangen und feierten. Aber sobald Kilde gestürzt war, beendeten sie die Party und hofften das Beste, als die Mediziner zur Hilfe kamen“, so die Ski-Legende. „Sport ist brutal, aber auch wunderschön. Und heute haben mich die Fans in Wengen wirklich beeindruckt. Danke!“
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Ski-Legende Svindal sprach kurz vor Kildes Horror-Sturz mit dem Verunglückten
Trotz des Schocks überraschte ein Außenseiter nach dem Kilde-Sturz: Norwegens Ski-Legenden sind tief beeindruckt. Adrian Smiseth Sejersted musste nach der Verletzungs-Unterbrechung lange auf seinen Start warten und verpasste als Vierter nur haarscharf das Podium. „Sejersted fuhr direkt, nachdem er seinen Teamkollegen so stürzen gesehen hatte, auf den vierten Platz. Das ist mentale Stärke“, lobt Svindal, der zuletzt einen Seitenhieb nach Foto von Taufe kassierte. (ck)
Rubriklistenbild: © Alessandro Trovati/dpa/Aksel Lund Svindal/Instagram

