Dortmund-Rückkehr nach zwei Ausleihen

Teurer BVB-Star auf der Bank – Experte urteilt unmissverständlich

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Ein früherer Top-Transfer verbleibt wohl als hoch bezahlter Ersatzspieler beim BVB. Ein Experten analysiert die verbliebenen Qualitäten des Stürmers.

Dortmund – Sébastien Haller bei Borussia Dortmund: Das ist eine Geschichte voller dramatischer Wendungen, die nun vor ihrem nächsten, unerwarteten Kapitel steht.

Vom gefeierten Königstransfer über die schockierende Krebsdiagnose und ein emotionales Comeback bis hin zum tragischen Helden im Meisterschaftsfinale 2023: Seit dem verschossenen Elfmeter gegen Mainz scheint Haller in einem Loch, aus dem ihn auch der Sieg beim Afrika-Cup mit der Elfenbeinküste nicht befreien konnte.

Nach Leihen zu Leganés und Utrecht in der vergangenen Saison deutet jetzt viel auf einen Verbleib hin – als Backup für Top-Stürmer Serhou Guirassy. Doch was kann Haller wirklich noch leisten?

Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund

Gregor Kobel
Stammtorhüter Gregor Kobel hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und bleibt bis 2028 gesetzt. © IMAGO/Madeleine Fantini
Patrick Drewes
Patrick Drewes unterschrieb am 26. Juni 2025 seinen Vertrag beim BVB bis 2027 – als neue Nummer 3 hinter Gregor Kobel und Alexander Meyer. © IMAGO/RHR-FOTO
Silas Ostrzinski
Auch Silas Ostrzinski hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ist als zukünftige Nummer eins bei der U23 fest eingeplant. Sein Vertrag läuft bis 2027. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Alexander Meyer
Ersatztorwart Alexander Meyer steht seit 2022 beim BVB unter Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft am 30.06.2027 aus.  © IMAGO/Jess Stiles
Yan Couto
Der Brasilianer Yan Couto kam zunächst als Leihe vom Manchester City, ehe Dortmund frühzeitig die Kaufpflicht zog – sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2030. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Waldemar Anton
Waldemar Anton wechselte im Sommer 2024 von VfB Stuttgart zum BVB – Vertrag bis zum 30.06.2028. © IMAGO/Marco Bader
Nico Schlotterbeck
Abwehrchef Nico Schlotterbeck ist seit Sommer 2022 gesetzt in Dortmund – sein aktueller Vertrag läuft bis 2027, doch der BVB plant bereits eine vorzeitige Verlängerung bis 2030 inklusive einer Gehaltsverdopplung. © IMAGO/Revierfoto
Ramy Bensebaini
Der algerische Außenverteidiger Ramy Bensebaini kam 2023 ablösefrei und unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Niklas Süle
Niklas Süles Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026. Im März gab der Verein bekannt, dass sich die Wege im Sommer trennen werden.  © IMAGO/Marco Bader
Julian Ryerson
Der Norweger Julian Ryerson verlängerte ebenfalls vorzeitig seinen Vertrag bis 2028 und hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft etabliert. © IMAGO/Marco Bader
Almugera Kabar
Das BVB-Talent Almugera Kabar erhielt im Februar 2025 seinen ersten Profivertrag bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Filippo Mane
Der italienische Innenverteidiger Filippo Mane hat ebenfalls Anfang 2025, seinen ersten Profivertrag bis 2028 unterschrieben. © IMAGO/Katie Stratman
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat einen bis 2027 gültigen Kontrakt.
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat seinen bis 2027 gültigen Kontrakt langfristig verlängert. Über die genaue Laufzeit ist nichts bekannt. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO
Daniel Svensson
Der zunächst ausgeliehene Daniel Svensson kam Anfang Februar 2025 vom FC Nordsjælland – Dortmund zog frühzeitig die Kaufoption, sein Vertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2029. © IMAGO/Katie Stratman
Salih Özcan
Salih Özcan unterschrieb 2022 seinen Vierjahresvertrag bis 2026. Dieser wird nicht verlängert, sodass der türkische Nationalspieler den BVB im Sommer verlässt. © IMAGO/Hesham Elsherif
Felix Nmecha
Der Mittelfeldspieler Felix Nmecha kam 2023 für knapp 30 Mio.€ vom VfL Wolfsburg. Im März 2026 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2030. ©  IMAGO / Nicolo Campo
Julian Brandt
Julian Brandts Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026 – dann endet nach sieben Jahren seine Zeit beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Carney Chukwuemeka
Der Engländer Carney Chukwuemeka unterschrieb nach seiner Leihe vom FC Chelsea fest beim BVB. Er ist noch bis 2030 gebunden. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer wechselte 2023 vom FC Bayern nach Dortmund – sein Vertrag läuft regulär bis 2027, der BVB hat wohl vorerst keine Vertragsverlängerung geplant. © IMAGO/Marco Bader
Emre Can
Der Vertrag des Kapitäns läuft nach der Saison 2025/26 aus. Berichten zufolge verlängert er nach seiner schweren Kreuzbandverletzung allerdings um ein weiteres Jahr.  © IMAGO/Madeleine Fantini
Kjell Wätjen
Das Dortmunder Talent unterschrieb 2024 seinen ersten Profivertrag – für die Saison 2025/2026 wird der 19-Jährige, für die Spielpraxis an den VfL Bochum ausgeliehen. Sein BVB-Kontrakt läuft noch bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Jobe Bellingham
Der 19-jährige Jobe Bellingham unterzeichnete im Juni 2025 einen Fünfjahresvertrag bis 2030 und bereitet sich momentan bei der Klub-WM auf die Bundesliga-Saison 2025/26 vor. © IMAGO / Nicolo Campo
Karim Adeyemi
Karim Adeyemi wechselte im Sommer 2022 von RB Salzburg zum BVB – sein Vertrag läuft noch bis 2027. Immer wieder rankten sich Abgangsgerüchte um den Flügelspieler. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Maximilian Beier
Der 21-jährige Maximilian Beier wechselte im August 2024 von Hoffenheim zum BVB, nachdem er dort mit 16 Bundesligatoren glänzte – sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2029. © IMAGO/Marco Bader
Verlässt Serhou Guirassy den BVB?
Torjäger Serhou Guirassy kam im Juli 2024 vom VfB Stuttgart und lieferte seitdem bei den Borussen ab – sein Vertrag läuft noch bis 2028. ©  IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto
Julien Duranville
Julien Duranville ist noch bis 2028 an Dortmund gebunden. In der Rückrunde der Saison 2025/26 spielt er auf Leihbasis beim FC Basel. © IMAGO/Madeleine Fantini
Cole Campbell
Cole Campbell unterschrieb 2024 einen Profivertrag in Dortmund – sein Vertrag läuft noch bis 2028. Auch er ist 2025/26 ausgeliehen und verbringt die Rückrunde bei der TSG Hoffenheim. © IMAGO/Katie Stratman
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030.
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030. © IMAGO/Jordi Mergen

Haller verdient beim BVB

Die wahrscheinlichste Option für seine Zukunft ist gleichzeitig die, die am wenigsten Sinn zu ergeben scheint. Dass Haller trotz seiner eindeutigen Reservistenrolle in Dortmund bleiben könnte, hat weniger sportliche als vielmehr knallharte finanzielle Gründe.

Sein Vertrag, der ihm beim BVB zwischen acht und zehn Millionen Euro pro Jahr einbringen soll, ist für die meisten Interessenten schlicht nicht zu stemmen.

Für den BVB, der auf dem Transfermarkt aktuell nur gebremst handlungsfähig ist, wäre eine Gehaltseinsparung eigentlich Gold wert. Doch Haller ist nicht bereit, für einen Wechsel auf einen Großteil seiner Bezüge zu verzichten – sein gutes Recht, zumal der Stürmer noch besser als die meisten Profis darauf achten wird, seine Familie finanziell abzusichern.

Dass der BVB keine millionenschwere Abfindung zahlen will, liegt auch in der Natur der Sache.

So entsteht eine Pattsituation, in der die menschliche Geschichte des Spielers auf die kühle Logik des Geschäfts trifft. Der BVB hat einen der teuersten Backups der Liga im Kader, während Haller seine Karriere in einer Rolle fortsetzt, die seinen eigenen Ansprüchen nicht genügen kann. Es ist ein Kompromiss, der für beide Seiten mehr Notlösung als Wunschszenario ist und die Frage aufwirft, welchen sportlichen Mehrwert der Ivorer noch bieten kann.

Experten-Urteil: Was kann Haller wirklich noch leisten?

Um diese Frage zu beantworten, lohnt ein Blick in die Niederlande. Tim Reedijk, Journalist beim renommierten Magazin Voetbal International, hat Hallers Leihe zum FC Utrecht in der vergangenen Rückrunde verfolgt.

„Haller war in der zweiten Hälfte der letzten Saison ein Schlüsselspieler für Utrecht“, erklärt Reedijk gegenüber Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports. „Aber je weiter die Saison fortschritt, desto mehr wurde er zu ‚einem von vielen‘ statt zum absoluten Starspieler.“

Wie Niklas Süle gehört Sébastien Haller beim BVB zu den Großverdienern.

Das Problem seien die extrem hohen Erwartungen gewesen, die aufgrund seiner Vergangenheit in Utrecht und seiner späteren Karriere entstanden waren. Reedijks Analyse ist schonungslos, aber fair: „Er war ein guter, ein Schlüsselspieler, aber er hat nicht viele Tore erzielt und ist zum Beispiel nicht mehr so schnell wie früher.“

Grundsätzlich sei der Fitnesszustand von Haller immer wieder Thema gewesen. „Er war nicht der fitteste Spieler bei Utrecht und musste manchmal ausgewechselt werden“, so der Journalist.

Trotz dieser Einschränkungen war Haller in Utrecht hoch angesehen. „Die Fans lieben ihn einfach und die Vereinsführung sowie der Trainerstab haben immer betont, dass Haller den Verein auf die nächste Stufe hebt“, berichtet Reedijk.

Es habe die Überzeugung geherrscht, dass Haller mit einer vollen Saisonvorbereitung der perfekte Stamm-Stürmer sein könnte. Eine feste Verpflichtung scheitert aber an den finanziellen Realitäten. Schwer vorstellbar, dass sich daran bis zum Transferschluss etwas ändert.

Eine neue Rolle für den tragischen BVB-Helden

Was Haller damit voraussichtlich bleibt, ist die Perspektive als erfahrener Backup bei einem Champions-League-Teilnehmer. Eine Rolle, die ihn sportlich vielleicht nicht erfüllt, in der er aber dennoch einen Wert für die Mannschaft haben kann – als Integrationsfigur, als Vorbild an Resilienz und als positiver Charakter in der Kabine.

Die Einschätzung von Reedijk liefert das wohl treffendste Fazit für die Zukunft des Stürmers: „Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich nicht glaube, dass Haller jemals wieder das höchste Niveau erreichen wird, was nach allem, was passiert ist, natürlich keine Schande ist.“

„Aber er hat in seinen letzten Jahren als Fußballspieler viele Möglichkeiten. Er kann in verschiedenen Ligen hohe Gehälter verdienen, der beliebteste Spieler in Utrecht werden oder ein Backup bei einem großen Verein wie Dortmund sein. Ich denke, es wird ihm gut gehen.“

Rubriklistenbild: © IMAGO/Blatterspiel

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