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Die deutsche Torhüterin Ann-Katrin Berger kämpft seit Jahren gegen den Krebs und ist trotzdem bei der WM in Australien dabei.
London – Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen steht vor der Tür. Vom 20. Juli bis 20. August 2023 kämpfen 32 Verbände um die begehrte Trophäe in Australien und Neuseeland. Deutschland trifft in der Gruppe H auf Marokko, Kolumbien und Südkorea und will am Ende den Titel in die Höhe strecken.
| Ann-Katrin Berger | |
|---|---|
| Geboren: | 9. Oktober 1990 (Alter 32 Jahre), Göppingen |
| Verein: | FC Chelsea |
| Position: | Torhüterin |
Fußball-WM: Ann-Katrin Berger trotz Krebssorgen dabei
Im Kader der DFB-Auswahl steht auch Ann-Katrin Berger, Torhüterin vom FC Chelsea. Die 32-Jährige, geboren in Göppingen, spielt schon seit 2014 im Ausland. Nach drei Jahren beim Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam zog es sie 2014 zu Paris Saint-Germain. 2016 ging es weiter zu Birmingham City LFC und seit 2019 hütet sie das Tor beim Londoner Klub.
Dass Ann-Katrin Berger mit zur WM fährt und bis zum heutigen Tage überhaupt noch Profifußball spielen kann, ist alles andere als selbstverständlich. Denn 2017 war bei ihr eine aggressive Form von Schilddrüsenkrebs diagnostiziert worden. Die Torhüterin musste sich damals einer sechsstündigen Operation unterziehen.
Anschließend ging es der Torhüterin besser, doch während der Europameisterschaft 2022 dann der Schock: Es bestand der Verdacht, dass der Krebs zurück ist, woraufhin sie sich einer Radiojodtherapie unterzog. Die Gefahr ist da, dass der Krebs jederzeit wiederkommen kann. „Es ist ein längerer Prozess über mehrere Jahre, in denen natürlich immer etwas passieren, aber es auch verheilen kann. Deshalb ist es noch nicht so ganz klar, ob alles in Ordnung ist oder nicht“, sagte Berger Anfang dieses Jahres zur dpa.
Fußball-WM: Ann-Katrin Berger spricht über Krebserkrankung
Jetzt konzentriert sie sich aber auf die Fußball-WM und schiebt das Thema Krebs beiseite. Die 32-Jährige ist fit und bereit für das Turnier. „Ansonsten wäre ich nicht hier. Körperlich spüre ich überhaupt nichts. Ich habe alle meine Untersuchungen vor dem Turnier abgeschlossen. Die Ergebnisse sind gut zurückgekommen. Ich muss mir keine Sorgen machen für die nächsten drei, vier Monate“, sagte sie in einem Interview mit dem TV-Sender RTL.
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„Jetzt lege ich das beiseite, das hört sich schwerer an, als es ist. Aber über die Jahre ist es einfacher. Ich weiß, jetzt kann ich mich nicht mehr darum kümmern. Jetzt kümmere ich mich um das, was hier und jetzt ist“, so Berger weiter im RTL-Interview. Sie will den Krebs nicht ignorieren, sich aber auch auf andere Sachen konzentrieren – wie eben die WM, ein Highlight ihrer aktiven Karriere. (smr)
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