Gespräche stehen an

Irritationen um Eintracht-Trainer Toppmöller: Entscheidung um Trainer-Zukunft naht

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Der Eintracht-Trainer kämpft um seinen Job – haltlose Berichte über das Interesse von Topklubs helfen ihm dabei nicht

Frankfurt – Die Tage der Aufarbeitung nahen, in der nun beginnenden Woche stehen Strategiegespräche der Sportlichen Leitung von Eintracht Frankfurt mit ihrem Cheftrainer Dino Toppmöller an. Es wird für den Fußballlehrer, das kann man durchaus so interpretieren, eine zweite Bewerbungsrunde sein – nachdem er bereits seit einem Jahr im Amt ist.

Muss seinen Chefs ein bisschen was erklären: Dino Toppmöller?

Eintracht Frankfurt: Gespräche zwischen Toppmöller und Krösche stehen an

Am Montag kehrt Sportvorstand Markus Krösche von der Makoto-Hasebe-Verabschiedungstour aus Fernost zurück, selbst im fernen Japan hielt der Manager natürlich Kontakt in die Heimat. Und was da so zu ihm durchdrang gegen Ende der Woche, sorgte bei ihm für einige Verwunderung. Denn da hatte die „Bild“-Zeitung den Eintracht-Coach urplötzlich mit Klubs aus dem Ausland in Verbindung gebracht. Einmal mit Brighton & Hove Albion aus der Premier League und dann noch mit dem großen AC Mailand aus der Serie A. Beiden Anfragen habe Toppmöller aber sofort abgeblockt, weil er sich auf die Eintracht konzentrieren wolle.

Einigermaßen abenteuerlich klingt das ohnehin: weshalb sollten Vereine diesen Kalibers einen Trainer installieren wollen oder auch nur darüber nachdenken, der genau ein Jahr als Chefcoach vorzuweisen hat und in diesem – gerade international – nicht die Bäume ausgerissen hat. Das klingt doch arg konstruiert. Schlimm genug, dass viele Medien so etwas Gehaltloses einfach weiter transportieren – ohne es entsprechend einzuordnen.

Für Irritation sorgte der Bericht in Tokio, weil er, wie die Frankfurter Verantwortlichen völlig zu Recht vermuten, bewusst lanciert wurde – die Frage ist, von wem und aus welchem Grund. Von ihnen nämlich ganz sicher nicht. Und: Sehr viele Parteien sind ja nicht involviert.

Die beste Eintracht-Elf der Geschichte laut ChatGPT

Oka Nikolov spielte von 1991 bis 2013 bei Eintracht Frankfurt und machte 415 Pflichtspiele für den Club.
Tor: Oka Nikolov spielte von 1991 bis 2013 bei Eintracht Frankfurt und machte 415 Pflichtspiele für den Club. © IMAGO / Ulmer
Manfred Binz spielte 411 Mal für Eintracht Frankfurt und wurde 1988 Pokalsieger.
Abwehr: Manfred Binz spielte 411 Mal für Eintracht Frankfurt und wurde 1988 Pokalsieger.  © IMAGO / Kicker/Liedel
Karl-Heinz Körbel lief fast 20 Jahre für die Eintracht auf und ist mit 602 Spielen Rekordspieler der Bundesliga.
Abwehr: Karl-Heinz Körbel lief fast 20 Jahre für die Eintracht auf und ist mit 602 Spielen Rekordspieler der Bundesliga. ©  IMAGO / Ferdi Hartung
Thomas Berthold absolvierte zwischen 1982 und 1987 121 Spiele für die Eintracht und wurde zum Nationalspieler.
Abwehr: Thomas Berthold absolvierte zwischen 1982 und 1987 121 Spiele für die Eintracht und wurde zum Nationalspieler. © IMAGO / Pressefoto Baumann
Jürgen Grabowski lief in seinen 15 Jahren bei der SGE 545 Mal für den Club auf und gewann zweimal den Pokal sowie einmal den UEFA-Cup.
Mittelfeld: Jürgen Grabowski lief in seinen 15 Jahren bei der SGE 545 Mal für den Club auf und gewann zweimal den Pokal sowie einmal den UEFA-Cup. ©  IMAGO / Werner Otto
Jay-Jay Okocha spielte vier Jahre für Eintracht Frankfurt und verzauberte mit seinen Fähigkeiten am Ball die Fans.
Mittelfeld: Jay-Jay Okocha spielte vier Jahre für Eintracht Frankfurt und verzauberte mit seinen Fähigkeiten am Ball die Fans.  ©  IMAGO / Alfred Harder
Bernd Hölzenbein gewann in seinen 14 Jahren bei der Eintracht den UEFA-Cup sowie dreimal den DFB-Pokal.
Mittelfeld: Bernd Hölzenbein gewann in seinen 14 Jahren bei der Eintracht den UEFA-Cup sowie dreimal den DFB-Pokal. © IMAGO / Laci Perenyi
Uwe Bein machte zwischen 1989 und 1994 182 Spiele für Eintracht Frankfurt und wurde 1990 Weltmeister.
Mittelfeld: Uwe Bein machte zwischen 1989 und 1994 182 Spiele für Eintracht Frankfurt und wurde 1990 Weltmeister. © IMAGO / Claus Bergmann
Tony Yeboah schoss in 156 Spielen für die SGE Anfang der 90er 89 Tore.
Angriff: Anthony Yeboah schoss in 156 Spielen für die SGE Anfang der 90er 89 Tore.  ©  IMAGO / Alfred Harder
Bum-Kun Cha traf 58 Mal in 156 Spielen für Eintracht Frankfurt.
Angriff: Bum-Kun Cha traf 58 Mal in 156 Spielen für Eintracht Frankfurt. © IMAGO / WEREK
Bernd Nickel war 534 Mal im Einsatz für Eintracht Frankfurt und erzielte 178 Treffer. Dreifacher Pokalsieger und einmal UEFA-Cup-Sieger.
Angriff: Bernd Nickel war 534 Mal im Einsatz für Eintracht Frankfurt und erzielte 178 Treffer. Dreifacher Pokalsieger und einmal UEFA-Cup-Sieger. ©  IMAGO / Kicker/Eissner, Liedel
Dietrich Weise führte Eintracht Frankfurt 1974 und 1975 zum Triumph im DFB-Pokal.
Trainer: Dietrich Weise führte Eintracht Frankfurt 1974 und 1975 zum Triumph im DFB-Pokal. © IMAGO / Horstmüller

Krösche vermied zuletzt Jobgarantie für SGE-Coach Toppmöller

Toppmöller wird es in den Gesprächen gewiss nicht helfen, dass er ein angeblich begehrter Trainer ist. Was freilich nicht bedeutet, dass er zwangsläufig seinen Job verlieren wird. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Fakt ist aber auch, dass Dino Toppmöller aktuell nicht aus einer Position der Stärke argumentiert, die fehlende Jobgarantie nach dem letzten Saisonspiel hat den 43-Jährigen geschwächt. Und wenn für Markus Krösche alles so klar wäre, wie es einige Medien verbreiten, hätte er ja ein einfaches Bekenntnis abgeben können und keine dezidierte Aufarbeitung ansetzen müssen. Der Sportvorstand macht sich seine Gedanken.

Die anstehende Generalanalyse wird eine sehr ehrliche und offene sein. Markus Krösche wird aufmerksam zuhören, wie der Coach die Saison einordnet und welche Erklärungen er für bestimmte Sachverhalte hat. Und es wird darauf ankommen, ob Dino Toppmöller bereit ist, sich in gewissen Hinsichten zu hinterfragen und Veränderungen zuzulassen, einige Abläufe zu modifizieren, die Dinge einfacher zu halten und sich und seine Akribie ein Stück weit herunterzufahren. Ein erfahrener Assistent würde bei einem Verbleib sicher anheuern.

Es gibt Kritikpunkte an Toppmöllers Arbeit: Seine Außendarstellung, die vielen taktischen und personellen Wechsel, das Festhalten an einer Viererkette, der Formverfall in der Rückserie mit nur 20 Punkten. Und die vielen langatmigen und zähen Vorstellungen fallen nun mal in den Verantwortungsbereich des Cheftrainers. Die Art und Weise des Fußballs – das ist der Hauptkritikpunkt.

Dino Toppmöller übernahm vor Saisonbeginn den Trainerposten der Eintracht

Pro und Contra: Darf Toppmöller Eintracht-Trainer bleiben?

Dass diese Diskussion keine ist, die von außen übergestülpt wird, zeigte auch der Auftritt von Vorstandssprecher Axel Hellmann nach dem Augsburg-Sieg („Nicht so schwer, dass Stadion aus dem Sattel kommt“) oder auch selbstkritische Worte von Urgestein Timothy Chandler: „Ich weiß, dass vielen die Leidenschaft gefehlt hat, der Zweikampf oder der Ball nach vorne. Das ist den Leuten im Stadion auf den Sack gegangen. Deren Meinung verstehe ich.“ Um genau diese bestimmte Eintracht-Frankfurt-Atmosphäre geht es.

Aber genauso kann man dem Chefcoach vieles zugute halten: Er musste mit dem Kader klarkommen, der da ist (und gewiss schwächer als letzte Saison), der XL-Umbruch im Sommer: Kolo weg, kein Stürmer da, ein Wintereinkauf total gefloppt (van de Beek), der andere schwer verletzt (Kalajdzic), dazu kommt der schwierige Afrika-Cup und die schlechte Verfassung der teilnehmenden Spieler im Anschluss – auch der Ramadan war für den Trainer nicht leicht zu moderieren, einige, Profis verloren zusehends an Kraft. Und er hat junge Spieler eingebaut, andere weiterentwickelt, zumindest am Anfang: Willian Pacho, Hugo Larsson oder Omar Marmoush. Und für die vielen individuellen Fehler kann der Trainer auch eher nichts, sie sind im Endeffekt doch ein Ausdruck der (fehlenden) Qualität.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner

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